Donnerstag, 18. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. März 2019 NHL: Diagnostik und Molekulare Pathologie des Morbus Waldenström

M. Tiemann, L. v. Paleske, H. Hauspurg, Institut für Hämatopathologie, Hamburg.

Die WHO-Klassifikation definiert den Morbus Waldenström als ein kleinzelliges Lymphom mit kleinen Lymphozyten, plasmozytisch differenzierten Lymphozyten und Plasmazellen (lymphoplasmozytisches Lymphom) mit Knochenmarkbeteiligung und einer IgM-Paraproteinämie (1). Die Mehrheit der lymphoplasmozytischen Lymphome lässt sich nach dieser Definition als M. Waldenström einordnen. Eine diagnostische Abgrenzung zu anderen kleinzelligen Lymphomen mit plasmozytischer Differenzierung, v.a. den Marginalzonenlymphomen, anhand morphologischer und immunphänotypischer Untersuchungen kann schwierig sein. Mit Hilfe von Next Generation Sequencing konnte gezeigt werden, dass beim M. Waldenström insbesondere MYD88- und CXCR4-Mutationen sehr häufig auftreten. Insbesondere die Bestimmung der MYD88-Mutation ist hilfreich für die Diagnosestellung. Zusätzlich haben die Mutationen für Therapie und Prognose der Erkrankung einen Stellenwert.
Anzeige:
Fachinformation
M. Waldenström ist mit einem Anteil von 1-3% aller Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) eine seltene Entität. Das mediane Alter bei Diagnosestellung ist 73 Jahre. Die altersadjustierte Inzidenz liegt bei 3,8/1.000.000 Einwohner. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Eine familiäre Häufung kann beobachtet werden. Eine Rolle von Umwelteinflüssen in der Pathogenese, wie z.B. eine antigene Stimulation, wird vermutet.

Neben dem Knochenmark sind in 15-30% der Fälle zusätzlich Lymphknoten, Milz, Leber und andere extranodale Lokalisationen befallen. Selten können eine Beteiligung des ZNS (als Bing-Neel-Syndrom) oder ein Befall der Schleimhäute, wie sie für MALT (Mucosa Associated Lymphoid Tissue)-Lymphome typisch sind, beobachtet werden. Patienten mit extramedullärem Befall haben eine höhere Progressionsrate (2).


Klinik

Der klinische Verlauf ist indolent. Bei den meisten Patienten ist die Erkrankung langsam progredient mit medianen Überlebenszeiten zwischen 5 und 10 Jahren. Prognostisch relevant sind die Höhe des Paraproteins (IgM > 7 g/dl)-, das Alter (≥ 65 Jahre), Zytopenien (Hb ≤ 11,5 g/dl, Thrombozyten ≤ 100 nl) und der Wert für b2-Mikroglobulin (> 3 mg/l). Die 5-Jahres-Überlebensrate für Patienten mit niedrigem Risiko-Score (kein oder 1 Risikofaktor (RF), ≤ 65 Jahre) liegt bei 87%, während es in der Hochrisiko-Gruppe (mehr als 2 RF) bei 36% liegt (3).

Die Symptomatik wird zum einen durch die Infiltration des Knochenmarks und zum anderen durch die Folgen der IgM-Paraproteinämie bestimmt.

Die meisten Patienten werden durch eine Anämie als Folge einer Verdrängung der Hämatopoese symptomatisch. Zusätzlich können – häufig weniger ausgeprägt – Leuko- und Thrombozytopenien beobachtet werden.

Das IgM-Paraprotein kann durch seine biochemischen und immunologischen Eigenschaften, unspezifische Bindungen mit anderen Proteinen, Antikörper-Aktivität oder die Affinität zu bestimmten Geweben zu spezifischen klinischen Bildern führen.

So kann es bei hohen IgM-Konzentrationen durch die Bildung von Erythrozytenaggregaten und die Bindung von Wasser zu Hyperviskosität kommen. Symptomatische Hyperviskosität (Kopfschmerzen, Sehstörungen, Vigilanzstörungen, in schweren Fällen intrakranielle Blutungen) wird bei 10-30% der Patienten beobachtet. Die Serumviskosität nimmt bei IgM-Werten von ≥ 3 g/dl stark zu, eine symptomatische Hyperviskosität tritt häufiger auf, wenn der IgM-Wert 5 g/dl überschreitet.

Die Paraproteine können autoimmunologische Phänomene und – bei 20% der Patienten mit M. Waldenström – eine Kryoglobulinämie verursachen.

Häufiger, mit einem Anteil von 25-50%, treten außerdem Neuropathien als Folge einer Reaktivität des IgM-Paraproteins mit den Myelinscheiden der peripheren Nerven, durch Ablagerungen von monoklonalem IgM oder Amyloid oder eine direkte Nerveninfiltration auf.

IgM-Ablagerungen können zusätzlich in Haut und Darmschleimhaut auftreten und so z.B. zu Blutungen und Diarrhoen führen. Koagulopathien können durch die Bindung von IgM an Gerinnungsfaktoren, Thrombozyten oder Fibrin entstehen. IgM-Ablagerungen im Nierenparenchym können zu einer Niereninsuffizienz führen.


Mikroskopische Diagnostik

Bei einer Ausschwemmung von Lymphomzellen in das periphere Blut kann i.d.R. nur die lymphozytische Komponente nachgewiesen werden.

Die Lymphozytose ist üblicherweise schwächer ausgeprägt als bei einer CLL. Die neoplastischen Lymphozyten haben eine plasmozytoide Morphologie mit einem exzentrisch gelagerten Kern mit verklumptem Chromatin, schmalem basophilen Zytoplasma mit einer peri-nukleären Aufhellung. Geldrollenbildung und Erythrozytenaggregate können beobachtet werden (Abb. 1A/B).
 
Abb. 1: A) Peripherer Blutausstrich (pB) mit Geldrollenbildung und kleinen Lymphozyten, durchflusszytometrisch konnte eine klonale B-Zell-Population nachgewiesen werden, B) KM-Ausstrich: kleine Lymphozyten neben plasmozytisch differenzierten Zellen und Plasmazellen.
Abb. 1: A) Peripherer Blutausstrich (pB) mit Geldrollenbildung und kleinen Lymphozyten, durchflusszytometrisch konnte eine klonale B-Zell-Population nachgewiesen werden, B) KM-Ausstrich: kleine Lymphozyten neben plasmozytisch differenzierten Zellen und Plasmazellen.


Knochenmarkzytologisch kann charakteristischerweise eine Lymphozytose mit kleinen runden Lymphozyten, plasmozytisch differenzierten Lymphozyten und Plasmazellen gefunden werden.

In der Knochenmarkhistologie können verschiedene Infiltrationsmuster beobachtet werden. Eine herdförmige und interstitielle Infiltration mit vornehmlich kleinen Lymphozyten ist das häufigste Verteilungsmuster (Abb. 2). Das Infiltrat kann seltener auch herdförmig paratrabekulär verteilt sein und wird begleitet von plasmozytisch differenzierten Lymphozyten und Plasmazellen mit variabler Verteilung und unterschiedlichen Anteilen sowie von in ihrer Anzahl vermehrten Mastzellen.
 
Abb. 2: Gie-Färbung mit einer hochgradigen M. Waldenström-Infiltration, beachte die zahlreichen Mastzellen, MYD88L265P konnte nachgewiesen werden.
Abb. 2: Gie-Färbung mit einer hochgradigen M. Waldenström-Infiltration, beachte die zahlreichen Mastzellen, MYD88L265P konnte nachgewiesen werden.


Die Lymphknotenarchitektur infiltrierter Lymphknoten bleibt lange erhalten, häufig mit erweiterten Sinus und einem fleckförmigen monomorphen Infiltrat kleiner Lymphozyten, plasmozytisch differenzierter Lymphozyten und Plasmazellen im Parakortex und perifollikulär. Auch in infiltrierten Lymphknoten können vermehrt Mastzellen gefunden werden.

Eine aufgehobene Lymphknotenarchitektur mit diffusen und knotigen Infiltraten und z.T. epitheloidzelligen/histiozytären Clustern und einer Vermehrung von Immunoblasten kann häufiger bei MYD88-unmutierten Erkrankungen gefunden werden (7).


Immunphänotyp

Auf den Lymphomzellen kann eine IgM-Expression nachgewiesen werden, die plasmozytische Komponente ist positiv für zytoplasmatisches IgM (Abb. 3A/B).
 
Abb. 3: A) IgM-Färbung mit Positivität für oberflächliches und zytoplasmatisches IgM, B) kräftige Positivität für CD20.
Abb. 3: A) IgM-Färbung mit Positivität für oberflächliches und zytoplasmatisches IgM, B) kräftige Positivität für CD20.


Die lymphozytisch differenzierten Zellen sind positiv für die Pan-B-Zell-Antigene CD19, CD20, CD22, CD79a, PAX5 und FMC7 und exprimieren eine monotypische Immunglobulin-Leichtkette (Abb. 4). Positivität wird regelmäßig für CD25 und CD38 beobachtet, Negativität besteht i.d.R. für CD10, CD5, CD103 und CD23, wobei Fälle mit einer CD5-, CD10- und CD23-Koexpression beobachtet werden können.
 
Abb. 4: Leichtkettenfärbung mit kappa-LK-Restriktion, A) Färbung für kappa, B) zum Vergleich lambda.
Abb. 4: Leichtkettenfärbung mit kappa-LK-Restriktion, A) Färbung für kappa, B) zum Vergleich lambda.


Die plasmozytische Komponente ist positiv für zytoplasmatisches Immunglobulin und für Plasmazell-Marker wie CD138 und MUM1. Im Gegensatz zu den Plasmazellen eines Plasmazell-myeloms sind die Zellen meistens CD19- und CD45-positiv.

Ein spezifischer Immunphänotyp für einen M. Waldenström kann nicht identifiziert werden, was die Abgrenzung zu anderen plasmozytisch differenzierten Lymphomen erschweren kann.


Zytogenetische und molekulare Diagnostik

Es kann eine Reihe von strukturellen und numerischen chromosomalen -Aberrationen beobachtet werden. Spezifische zytogenetische Aberrationen können für den M. Waldenström nicht nachgewiesen werden.

Am häufigsten lässt sich eine Deletion 6q mit sensitiven Methoden mit einem Anteil von 40-60% der Fälle mit Knochenmarkbeteiligung nachweisen. Daneben finden sich numerische -Aberrationen mit Hinzugewinn der Chromosomen 3, 4, 5, 12 und 18 sowie Verluste der Chromosomen 8, 16, 18 bis 22, X und Y.

Kopienzahlveränderungen, insbesondere +4, del(6q23.3-6q25.3), +12 und +18q11-18q23 werden bei symptomatischem M. Waldenström deutlich häufiger beobachtet als bei IgM-Monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS), was auf eine klonale Evolution bei der Krankheitsentstehung hindeutet (4).

2012 konnte durch Whole Genome Sequencing bei über 90% der Patienten mit M. Waldenström eine Punktmutation im MYD88 (myeloid differentiation primary response 88)-Gen auf Chromosom 3p22.2 mit Austausch von Leucin gegen Prolin an Position 265 (L265P) nachgewiesen werden (5). Eine MYD88-Mutation kann auch bei bis zu 50% der Patienten mit einer IgM-MGUS nachgewiesen werden, was darauf hindeuten könnte, dass es sich um ein frühes Ereignis in der Genese der Erkrankung handelt.

Der Nachweis einer MYD88-Mutation ist hilfreich für die diagnostische Einordnung und hat mittlerweile einen festen Stellenwert für die Abgrenzung eines M. Waldenström zu anderen indolenten Lymphomen mit plasmozytischer Differenzierung. Zu beachten ist, dass der Mutationsnachweis nicht beweisend für die Diagnose M. Waldenström ist, weil MYD88-Mutationen auch bei einer Reihe von anderen B-Zell-Lymphomen wie z.B. bei bestimmten Subtypen des DLBCL (ABC-Subtyp, primäre ZNS-Lymphome, primär kutane DLBCL leg type, DLBCL des Hodens) und selten bei Marginalzonenlymphomen und CLL gefunden werden können. MYD88-positive CLL haben selten eine plasmozytische Differenzierung (10%) und in aller Regel nur einen geringen M-Gradienten (6). Marginalzonenlymphome mit MYD88-Mutation hatten in einer pathologischen Untersuchung höhere IgM-Spiegel und häufig klinische Merkmale, die denen eines lymphoplasmozytischen Lymphoms entsprachen. Die Diagnose eines Marginalzonenlymphoms allein auf dem Boden von histopathologischen Kriterien sollte ggf. überdacht werden, wenn eine IgM-Paraproteinämie und eine MYD88-Mutation vorliegen (7).

Rund 30% der Patienten haben Mutationen im CXCR4-Gen, am häufigsten S338X- oder Frameshift-Mutationen wie sie auch beim sog. WHIM-Syndrom (Warzen, Hypogammaglobulinämie, Immundefizienz, Myelokathexis) gefunden werden können.

Auch der Nachweis einer CXCR4-Mutation ist nicht beweisend für einen M. Waldenström und kann selten auch beim splenischen Marginalzonenlymphom und DLBCL auftreten, während sie bei CLL, Haarzellleukämie, Plasmazellmyelom und MGUS vom Typ IgG und IgA nicht gefunden wird (8).

Weitere Mutationen wie ARID1A (17%) und – mit einer Häufigkeit von jeweils ca. 7% – TP53, CD79B, KMT2D und MYBBP1A werden seltener gefunden.

MYD88 kodiert ein Protein im Signalweg des Toll-like-Rezeptors und des IL1-Rezeptors. Nach Aktivierung der Rezeptoren erfolgt eine Homodimerisierung von MYD88 mit einem Downstream-Signal, das über BTK (bruton tyrosin kinase) und IRAK (Interleukin-1-Rezeptor-assoziierte Kinasen) zur Phosphorylierung von IκBα und zur Freisetzung und Aktivierung von nuclear factor (NF) κB führt.

MYD88 L265P ist eine Gain-of-function-Mutation, die zur spontanen Homodimerisierung von MYD88 und über BTK-Aktivierung zur konstitutiven NFκB-Aktivierung und somit zu einem Überlebensvorteil der Lymphomzellen führt.

Therapeutische Angriffspunkte in der Kaskade sind eine Blockade von IκBα durch Proteasom-Inhibitoren und eine BTK-Inhibition (Abb. 5) (9).
 
Abb. 5: Toll-Like-Rezeptor und IL-1-Rezeptor-Signalweg. Die MYD88-Mutation L265P führt zu einer Liganden-unabhängigen Aktivierung von Bruton-Tyrosinkinase und zur Aktivierung von NFκB. Eine BTK-Hemmung ist ein therapeutischer Ansatz.
Abb. 5: Toll-Like-Rezeptor und IL-1-Rezeptor-Signalweg. Die MYD88-Mutation L265P führt zu einer Liganden-unabhängigen Aktivierung von Bruton-Tyrosinkinase und zur Aktivierung von NFκB. Eine BTK-Hemmung ist ein therapeutischer Ansatz.


Eine CXCR4-Stimulation führt zusätzlich zur Aktivierung seiner Liganden AKT und MAP (mitogen activated Protein)-Kinase, die für die Migration und Adhäsion der Lymphomzellen wichtig sind.

Je nach Mutationsstatus kann die Erkrankung in Subgruppen unterteilt werden: MYD88mut/CXCR4mut mit ei-nem aggressiveren Krankheitsverlauf, höherer Knochenmarkinfiltration und höheren Paraproteinwerten, MYD88mut/CXCR4wt und MYD88wt/CXCR4wt mit einem geringeren Knochenmarkinfiltrationsgrad. Letztere Gruppe hatte eine ungünstigere Prognose im Vergleich zu Patienten mit einer MYD88-Mutation, während der CXCR4-Mutationsstatus keinen Einfluss auf das Überleben hatte (6). Patienten mit MYD88wt/CXCR4wt zeigten außerdem ein schlechteres Ansprechen auf eine Therapie mit Ibrutinib (10). In einer neueren Arbeit war der Mutationsstatus allerdings ohne Einfluss auf das Ansprechen auf die Kombinationstherapie mit Rituximab und Ibrutinib (11).


Pathologische Differentialdiagnosen

Die Abgrenzung eines lymphoplasmozytischen Lymphoms von anderen indolenten B-Zell-Lymphomen kann schwierig sein, insbesondere ist eine klare Trennung zwischen einem M. Waldenström und einem indolenten Lymphom mit plasmozytischer Differenzierung nicht immer sicher möglich. Die Abgrenzung zu Marginalzonenlymphomen kann wegen des ähnlichen unspezifischen Immunphänotyps schwierig sein. Eine weitere Differentialdiagnose stellt die Gamma-Schwerkettenerkrankung dar. Der Nachweis einer MYD88-Mutation kann in dieser Situation hilfreich sein, sollte aber immer mit den klinischen Daten korreliert werden.

Vom M. Waldström muss außerdem eine IgM MGUS abgegrenzt werden. Da auch bei bis zu 50% der IgM MGUS- Fälle eine MYD88-Mutation nachgewiesen werden kann, ist die Mutationsanalyse für die differentialdiagnostische Unterscheidung nicht hilfreich. Eine MGUS liegt vor, wenn die Paraproteinkonzentration 3 g/dl nicht übersteigt, keine signifikante Knochenmarkinfiltration (< 10%) nachgewiesen werden kann und Waldenström-spezifische Symptome fehlen.


Es besteht kein Interessenkonflikt.


 
Holger Hauspurg Dr. med. Holger Hauspurg

Fachärzte Dres. Tiemann & Schulte Partnerschaft
Institut für Hämatopathologie
Fangdieckstr. 75 B
22547 Hamburg

Tel.: 040/707085-227
E-Mail: hauspurg@hp-hamburg.de



 
Markus Tiemann Dr. med. Markus Tiemann

Fachärzte Dres. Tiemann & Schulte Partnerschaft
Institut für Hämatopathologie
Fangdieckstr. 75 B
22547 Hamburg

E-Mail: mtiemann@hp-hamburg.de



 
Lisa von Paleske Dr. rer. nat. Lisa von Paleske

Fachärzte Dres. Tiemann & Schulte Partnerschaft
Institut für Hämatopathologie
Fangdieckstr. 75 B
22547 Hamburg

E-Mail: vonpaleske@hp-hamburg.de



 
ABSTRACT

M. Tiemann, L. v. Paleske, H. Hauspurg, Institut für Hämatopathologie, Hamburg.
 

According to the revised WHO classification of hematologic malignancies Waldenström‘s Macroglobulinemia (WM) is defined as lymphoplasmocytic lymphoma with bone marrow infiltration and IgM paraproteinemia. The discrimination between WM and other plasmocytic differentiated lymphomas like marginal zone lymphoma on the basis of morphology and immunophenotyping could be challenging. With the discovery of mutations in MYD88 and CXCR4 in the majority of WM cases by next generation sequencing MYD88 mutation analysis has become a helpful diagnostic tool. In addition to its diagnostic value the MYD88 and CXCR4 mutation status has an impact on therapy and prognosis of WM.
 

Keywords: Waldenström‘s Macroglobulinemia, lymphoplasmocytic lymphoma, IgM paraproteinemia, mutations
 

Literatur:

(1) Swerdlow SH, Harris NL, Cook JR et al. Lymphoplasmacytic lymphoma. Swerdlow SH, Campo E, Harris NL et al. WHO Classification of Tumours of Haematopoietic and Lymphoid Tissues. Re. 4th Ed 2017; 232-235; IARC Press Lyon, France.
(2) Treon SP. How I treat Waldenström macroglobulinemia. Blood 2015;126:721-732.
(3) Morel P, Duhamel A, Gobbi P et al. International prognostic scoring system for Waldenström macroglobulinemia. Blood 2009;113:4163-4170.
(4) Paiva B, Corchete LA, Vidriales MB et al. The cellular origin and malignant transformation of Waldenström‘s macroglobulinemia. Blood 2015;125:2370-2380.
(5) Treon SP, Xu L, Yang G et al. MYD88 L265P somatic mutation in Waldenström’s macroglobulinemia. N Engl J Med 2012;367:826-833.
(6) Martinez-Trillos A, Pinyol M, Navarro A et al. Mutations in TLR/MYD88 pathway identify a subset of young chronic lymphocytic leukemia patients with favorable outcome. Blood 2014;123:3790-3796.
(7) Hamadeh F, MacNamara SP, Aguilera NS et al. MYD88 L265P mutation analysis helps define nodal lymphoplasmacytic lymphoma. Mod Pathol 2015;28:564-574.
(8) Treon SP, Cao Y, Xu L et al. Somatic mutations in MYD88 and CXCR4 are determinants of clinical presentation and overall survival in Waldenström macroglobulinemia. Blood 2014;123:2791-2796.
(9) Dimopoulos MA, Chen C, Kastritis E et al. Bortezomib as a treatment option in patients with Waldenström macroglobulinemia. Clin Lymphoma Myeloma Leuk 2010;10:110-117.
(10) Treon SP, Tripsas CK, Meid K et al. Ibrutinib in Previously Treated Waldenström‘s Macroglobulinemia. N Engl J Med 2015; 372:1430-1440.
(11) Dimopoulos MA, Tedeschi A, Trotman J et al. Phase 3 Trial of Ibrutinib plus Rituximab in Waldenströms Macroglobulinemia. N Engl J Med 2018;378:2399-2410.


Das könnte Sie auch interessieren

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention

Lungenkrebs: Experten fordern mehr Prävention
© nerthuz / Fotolia.com

Ein Großteil der Lungenkrebserkrankungen wäre vermeidbar, insbesondere durch konsequente Tabak-Kontrollmaßnahmen. Der wichtigste Schlüssel auf dem Weg zur Präzisions-Medizin ist die molekulare Diagnostik, sie bildet die Basis für eine zunehmend individualisierte und damit wirksamere Therapie beim Lungenkrebs. Gezielte Screening-Programme bei Rauchern mit besonders hohem Lungenkrebs-Risiko könnten die Sterblichkeit deutlich senken. Multimodale...

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NHL: Diagnostik und Molekulare Pathologie des Morbus Waldenström"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich