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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. Juli 2017 Multiples Myelom: Ziel ist die MRD-Negativität

Das Ziel bei der Therapie des Multiplen Myeloms (MM) besteht heutzutage darin, eine möglichst tiefe und damit langanhaltende Remission und sogar eine MRD(Minimale Residuale Resterkrankung)-Negativität zu erwirken. Das lässt nach Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg, darauf hoffen, zumindest bei bestimmten Subgruppen möglicherweise sogar Heilungserfolge erzielen zu können. Dabei gewinnen auch neue, zielgerichtet wirksame Medikamente zunehmend an Bedeutung.
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Fachinformation
Beim MM gibt es laut Goldschmidt deutliche Fortschritte, und das beginnt schon bei der Abschätzung der Prognose des Patienten und somit der Indikationsstellung für eine Therapie. Als Biomarker werden hierfür zunehmend die freien Leichtketten genutzt, also Bruchstücke von Immunglobulinen, die nicht zu vollständigen Immunglobulinen verknüpft, frei im Plasma zirkulieren und quantifizierbar sind. Einen hohen Stellenwert bei der Diagnostik und der Prognoseabschätzung hat zudem die Kernspintomographie, wie Goldschmidt darlegte. Prognostisch bedeutsam ist nach seinen Aussagen zudem die Zahl der Myelom-Zellen im Knochenmark: „Liegt der Anteil über 60%, so ist es sehr wahrscheinlich, dass der Patient in absehbarer Zeit Symptome entwickeln wird und daher behandelt werden sollte.“ Analog zur Situation in den USA gewinnt auch hierzulande das PET-CT an Bedeutung bei der Beurteilung der Prognose. Das gilt insbesondere für die Situation nach Therapie-Abschluss: „Zeigen sich im PET dann keine neuen Herde, so ist die Prognose gut.“ Ähnlich ist es bei der MRT, eine negative Bildgebung nach der Therapie ist generell ein guter prognostischer Faktor. Therapeutisch wird nach Goldschmidt zunächst nach dem Alter des Patienten differenziert. Bis zu einem Lebensalter von 70-75 Jahren und bei normaler Organfunktion ist in aller Regel eine Stammzelltransplantation möglich. Bei deutlich älteren und/oder multimorbiden Patienten ist das Verfahren jedoch meist nicht mehr vertretbar. Dann kommen die übliche Chemotherapie sowie neuere Substanzen wie beispielsweise Bortezomib zum Einsatz. Allerdings ist generell bei alten und gebrechlichen Patienten vorsichtig mit der Therapie zu beginnen und einschleichend zu dosieren, da ansonsten eine erhöhte Mortalität besteht. Ziel der Therapie ist es, MRD-Negativität zu erreichen, da dann eine gute Prognose der Patienten mit langer Remissionsdauer gegeben ist.

cv

Quelle: Symposium „Lymphome“ beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 30.04.2017, Mannheim; Veranstalter: Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML)


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