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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 Multiples Myelom: Frailty bei der Therapieauswahl berücksichtigen

Bis zu 70% der Patienten mit einem Multiplen Myelom (MM) können als „frail“ eingestuft werden. Bei der Auswahl eines bestimmten Therapieregimes für diese gebrechlichen Patienten muss Aspekten wie Verträglichkeit, Therapietreue und Effektivität ein anderer Stellenwert zugemessen werden als bei „fitten“ und „intermediär fitten“ Patienten.
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Der in Freiburg entwickelte Myeloma Comorbidity-Index (MCI) beruht neben Angaben zum Alter und der Gebrechlichkeit (mild/mittel/schwer) auf dem Karnofsky-Index sowie der Funktionsfähigkeit von Lunge und Niere. Diese Parameter erlauben eine präzise und praktikable Einschätzung der Frailty des Patienten, so Prof. Dr. Monika Engelhardt, Freiburg, im Rahmen eines Symposiums bei der DHGO-Jahrestagung 2016 in Leipzig.

Die unterschiedliche Belastbarkeit der einzelnen Patienten macht Engelhardt zufolge das Management von Nebenwirkungen und die Vermeidung von Toxizitäten immer wichtiger. Eine Erleichterung könnte deshalb für weniger belastbare Patienten auch der Einsatz oraler Therapieregime wie der erste orale Proteasom-Inhibitor Ixazomib darstellen. Der Wirkstoff wird derzeit im Rahmen des Zulassungsverfahrens in der Europäischen Union evaluiert und hat im September ein positives Votum des wissenschaftlichen Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) zur Behandlung des MM bei erwachsenen Patienten mit mindestens einer Vortherapie erhalten.


Ixazomib beim Rezidiv: Signifikanter PFS-Gewinn

Basis des CHMP-Votums waren die Daten der TOURMALINE-MM1-Studie: In die Untersuchung eingeschlossen waren 722 erwachsene Patienten mit einem rezidivierten und/oder refraktären MM, darunter Ältere sowie Patienten mit moderater Nierenfunktionsstörung, Leichtkettenerkrankung und zytogenetischen Hochrisiko-Konstellationen. Sie wurden randomisiert mit Ixazomib bzw. Placebo jeweils in Kombination mit Lenalidomid/Dexamethason behandelt. Nach einem medianen Follow-up von 15 Monaten zeigte sich, dass Patienten von der Behandlung mit dem neuen Proteasom-Inhibitor einen Benefit im progressionsfreien Überleben (PFS) von im Median 5,9 Monaten haben (medianes PFS unter Ixazomib 20,6 Monate vs. 14,7 Monate unter Placebo; HR=0,742; 95%-KI 0,587-0,939; p<0,012).

Monika Walter

Quelle: Satellitensymposium „Does one size fit all? Patientenorientierte Therapieentscheidung beim Multiplen Myelom”, DGHO-Kongress, 14.10.2016, Leipzig; Veranstalter: Takeda


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