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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. April 2016 Multiples Myelom: Chronifizierung der Erkrankung als Ziel

Beim Multiplen Myelom ist mit neuen Therapien zumindest eine Chronifizierung der Erkrankung erreichbar, sagte Prof. Igor Wolfgang Blau, Berlin. Ein gutes Ansprechen bedeutet ein längeres progressionsfreies Überleben (1). „Und ein nach 96 Monaten noch nicht erreichtes medianes Gesamtüberleben – wie im Update der HD4-Studie gezeigt (2) – weist in Richtung Chronifizierung, mit einem Vorteil für die Hochdosistherapie mit Bortezomib und Tandemtransplantation.“
„Dieser effektive Therapieansatz hat den großen Vorteil, dass Niereninsuffizienz für den Einsatz von Bortezomib keinen Risikofaktor darstellt, und dass auch eine per se prognostisch ungünstige Deletion 17 mittels Bortezomib-Induktions- und Erhaltungstherapie plus Transplantation überwunden werden kann“, so Blau.

Diskutiert wird nun, ob ein „hitting hard“ zu Anfang ausreichend, oder eine Dauertherapie notwendig ist. Eine Meta-Analyse von Palumbo et al. (3) zeigte einen Vorteil für die kontinuierliche Therapie.

Panobinostat, Daratumumab, Ixazomib und Elotuzumab ermöglichen die Dauertherapie, zeigten aber auch, „dass der Bedarf an wenig toxischen und nicht kreuzresistenten Therapiemöglichkeiten weiter bestehen bleibe“, so Prof. Christof Scheid, Köln. Man setzt heute auf monoklonale Antikörper gegen „spezifische“ Targets beim MM, in der Hoffnung, das Gesamtüberleben (OS) zu verlängern. Hoffnungsträger sind v.a. Elotuzumab (anti-SLAMF7), Daratumumab (anti-CD38) sowie nBT062 (anti-CD138).

Die ELOQUENT-2-Studie hat mit Elotuzumab ein sehr gutes medianes OS von 19,4 Monaten und ein 2-Jahres-progressionsfreies Überleben (PFS) von 41% gezeigt. „Gleichzeitig muss man bei der Therapie mit diesen Antikörpern aber eine längere Lernkurve berücksichtigen. So erhöht sich v.a. zu Beginn die Ansprechrate kaum, sondern erst verzögert – es dauert daher, bis mit den gegenwärtigen Nachweismethoden eine gute Krankheitskontrolle sichtbar wird“ (4). Gespannt ist man auf das Outcome der HD6-Studie, in der der Antikörper bereits in der Erstlinie eingesetzt wurde.

Mit Daratumumab hat man eine effiziente Monotherapie, die in der SIRIUS-Studie eine Gesamtansprechrate (ORR) von 31% und Paraproteinabnahme bei stark vorbehandelten Patienten ermöglicht hat. „Real-World-Daten, die auf dem ASH 2015 präsentiert wurden, haben 19,9 Monate mOS bei sehr guten Ansprechraten für Daratumumab gezeigt“ (5). Bei den schwer vorbehandelten Patienten würden schnelle und tiefe Remissionen erreichbar, dies zeige auch das Update der GEN503-Studie mit 80% ORR, davon 9% Komplettremissionen, 32 Patienten seien noch in Behandlung (6), ergänzte PD Dr. Markus Munder, Mainz. Auch Patienten, die eine stabile Erkrankung erreichen, profitieren. Die Zytokinblockade mit den anti-IL6-Antikörpern Siluximab oder Tocilizumab, die für andere Indikationen zugelassen sind, konnte die Entzündungsreaktionen beim MM abschwächen, ohne jedoch die PR- oder PFS-Raten maßgeblich zu erhöhen (7). „Hier sollte man aber nicht aufgeben, sondern einen Platz suchen, wo diese Antikörper zum Einsatz kommen können“, sagte Scheid. Und natürlich stehe auch beim MM die PD-1/PD-L1-Blockade im Fokus aktueller und künftiger Studien, sagte Scheid abschließend.

ab

Quelle: Satellitensymposium „Myelomtherapie – Bewährtes bleibt, Neues kommt“, DKK, Berlin, 25.02.2016; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Kapoor P et al. J Clin Oncol 2013;31(36):4529-35.
(2) Sonneveld P et al. ASH 2015, Abstr. 27.
(3) Palumbo A et al. J Clin Oncol 2015.
(4) Mateos MV et al. Blood 2016;127(6):681-95.
(5) Usmani S et al. ASH 2015, Abstr. 29.
(6) Plesner T et al. ASH 2015, Abstr. 507.
(7) San-Miguel J et al. Blood 2014;123(26):4136-42.


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