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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. April 2017 Multiples Myelom: Carfilzomib besteht den Praxistest

Seit knapp 1,5 Jahren erweitert der Proteasom-Inhibitor Carfilzomib die therapeutischen Möglichkeiten beim Multiplen Myelom. Im Praxisalltag bestätigen sich die Daten der Zulassungsstudien ASPIRE und ENDEAVOR, die ein tiefes und schnelles Ansprechen mit einem hohen Anteil kompletter Remissionen sowie ein langes progressionsfreies Überleben (PFS) dokumentieren. Dies berichtete Dr. Hans Salwender, Hamburg, auf einem „Meet the Expert“-Treffen in Hamburg.
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Seit November 2015 ist Carfilzomib (Kyprolis®) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Rezidiv eines Multiplen Myeloms in der Europäischen Union zugelassen. Bereits im Juni 2016 erfolgte die Indikationserweiterung auf die Zweierkombination Carfilzomib plus Dexamethason, wobei Carfilzomib hier mit einer Zieldosis von 56 mg/m2 eingesetzt wird (gegenüber 27 mg/m2 in der Dreierkombination).

Beim Multiplen Myelom ist in den letzten Jahren Vieles in Bewegung geraten – beginnend mit der Frage, wann überhaupt eine Therapie begonnen werden soll. Zwar gilt immer noch der Standard, dass Patienten auf jeden Fall zu behandeln sind, wenn sie entweder Symptome zeigen oder die CRAB-Kriterien erfüllen (Hyperkalzämie, Myelom-induzierte Verschlechterung der Nierenfunktion, Anämie und klinisch relevante Knochenläsionen). Hinzu kommen aber inzwischen Aspekte wie z.B. die Prävention drohender Komplikationen, die in einigen Fällen einen früheren Therapiebeginn sinnvoll erscheinen lässt.

„Wir haben inzwischen gelernt, die neuen Substanzen früher einzusetzen“, sagte Salwender, der über langjährige Erfahrung in der Behandlung des Multiplen Myeloms verfügt. Insbesondere Patienten im ersten Rezidiv profitierten von einem langen PFS: 29,6 Monate unter KRd (KRd = Carfilzomib, Lenalidomid, Dexamethason) versus 17,6 Monate unter Rd (Lenalidomid, Dexamethason). Auch die Zweierkombination Kd (Carfilzomib, Dexamethason) zeigte sich mit einem medianen PFS von 22,2 Monaten gegenüber 10,1 Monaten unter Vd (Bortezomib, Dexamethason) als überlegen.

Dabei erwies sich Carfilzomib als insgesamt gut verträglich; lediglich kardiale Ereignisse wurden etwas häufiger beobachtet. Salwender empfahl, eine vorbestehende Hypertonie oder Herzinsuffizienz vor Beginn der Myelom-Behandlung optimal medikamentös einzustellen und den Flüssigkeitshaushalt der Patienten im Auge zu behalten.

Dr. Barbara Voll-Peters

Quelle: Meet the Expert: „1 Jahr Carfilzomib: Praxis-Update“, 01.02.2017, Hamburg; Veranstalter: Amgen


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