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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2016 Magenkarzinom: Postoperative Chemotherapie oder Radiochemotherapie?

Nach ersten Ergebnissen der multizentrischen randomisierten Phase-III-Studie CRITICS besteht kein signifikanter Unterschied zwischen postoperativer Chemotherapie und Radiochemotherapie bezüglich des Gesamtüberlebens bei Patienten mit Magenkarzinom (1).
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Fachinformation
Die radikale chirurgische Resektion steht bei der potenziell kurativen Behandlung des Magenkarzinoms im Vordergrund. In der westlichen Welt liegt das langfristige Überleben der meisten Patienten in fortgeschrittenen Krankheitsstadien bei etwa 25%. Evidenzbasierte Strategien streben nach einer Verbesserung der Therapieergebnisse und umfassen: adäquate Chirurgie, postoperative Radiochemotherapie und perioperative Chemotherapie.

In der multizentrischen randomisierten Phase-III-Studie CRITICS wurden 788 Patienten mit resektablem Magenkarzinom im Stadium Ib-IVa im Anschluss an die Diagnose randomisiert. Eine Gruppe erhielt postoperativ eine Chemotherapie (n=393) und eine weitere Gruppe eine Radiochemotherapie (n=395). Die Ausgangscharakteristika waren mit 67% Männern und einem medianen Alter von 62 Jahren gut ausbalanciert. Die präoperative Chemotherapie bestand in beiden Therapiearmen aus 3 Zyklen Epirubicin, Cisplatin/Oxaliplatin und Capecitabin (ECC/EOC) und wurde von insgesamt 83% der Patienten abgeschlossen. Nach der Operation erhielten die Patienten entweder 3 weitere Zyklen ECC/EOC oder eine Radiochemotherapie (45 Gy in 25 Fraktionen mit wöchentlich Cisplatin und täglich Capecitabin). Der primäre Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben. Sekundäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben, das Toxizitätsprofil und die Lebensqualität. Im Chemotherapiearm schlossen 47% und im Radiochemotherapiearm 52% der Patienten die Behandlung gemäß Protokoll ab. Nach einem medianen Follow-up von 4,2 Jahren waren 406 Patienten verstorben. Die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug 40,8% unter Chemotherapie und 40,9% unter Radiochemotherapie (p=0,99).

Das Auftreten von Toxizitäten war unter beiden Therapien vergleichbar. Chemo- und Radiochemotherapie führten hauptsächlich zu hämatologischen (≥ Grad 3: 44% vs. 34%; p=0,01) und gastrointestinalen (≥ Grad 3: 37% vs. 42%; p=0,14) Toxizitäten.

übers. v. ma

Literatur:

(1) Verheij M et al. Ann Oncol 27 (Supplement 2) 2016, LBA-02.


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