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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. März 2017 Magenkarzinom: Alle Altersgruppen profitieren von Ramucirumab

In der Secondline-Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom und Karzinomen des gastroösophagealen Übergangs hat Ramucirumab einen signifikanten Vorteil im Gesamt- und progressionsfreien Überleben (OS und PFS) bei vergleichsweise günstigem Nebenwirkungsprofil. Das konnten die beiden Phase-III-Studien REGARD und RAINBOW nachweisen. Überlebensvorteil und Verträglichkeit sind unabhängig von der Altersgruppe, berichtete Prof. Dr. Kei Muro, Nagoya, Japan, der die Subgruppenanalyse vorstellte.
Etwa zwei Drittel der Patienten mit Magenkrebs sind über 65 Jahre alt, etwa die Hälfte dieser Patientengruppe ist über 75, berichtete Muro. In den Studien REGARD und RAINBOW war der Anteil der 65 bis < 75-Jährigen etwa so hoch wie in der Bevölkerung, wie erwartet war die Gruppe der ≥ 75-Jährigen unterrepräsentiert. Den Hauptanteil bestritt die Altersgruppe der 45-65-Jährigen (Abb. 1).
 
Abb. 1: Altersgruppenverteilung bei Magenkrebs.
Abb. 1: Altersgruppenverteilung bei Magenkrebs.


Die Patienten in der REGARD-Studie wurden 2:1 randomisiert: entweder zu 8 mg/kg Ramucirumab und beste supportive Behandlung (BSC) oder zu Placebo. In der RAINBOW-Studie wurden die Patienten 1:1 randomisiert und erhielten Ramucirumab in der gleichen Dosierung, aber kombiniert mit Paclitaxel und BSC, die Kontrollgruppe wurde nur mit Paclitaxel und BSC behandelt. Beide Studien konnten einen signifikanten und klinisch relevanten Vorteil im OS und PFS nachweisen.

Muro analysierte gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe 4 Altersgruppen (≤ 45, 45-70, ≥ 70 und ≥ 75 Jahre). Die Baseline-Charakteristika (Geschlecht, Performance-Status, messbare Erkrankung, Primärtumor, diffuser Typ) waren in allen Altersgruppen annähernd konsistent.

In der REGARD-Studie zeigte sich im Vergleich zu Placebo in allen 4 Altersgruppen eine klare Trennung der Überlebenskurven (OS und PFS) des Ramucirumab- und Placebo-Arms. Ebenso bestand in der RAINBOW-Studie eine konsistente Trennung der Überlebenskurven der beiden Studienarme mit Ausnahme des OS in der Gruppe der ≥ 75-Jährigen. Bei letzteren zeigte sich ein Unterschied im PFS jedoch nicht im Gesamtüberleben. Zu berücksichtigen sei bei der Auswertung aber, dass die Anzahl der Patienten in dieser Gruppe sehr gering war (n=36), sagte Muro.

Auch das Sicherheitsprofil war in beiden Studien in allen Altersgruppen insgesamt vergleichbar. Bei den älteren Patienten trat in der REGARD-Studie häufiger Grad-3-Hypertonie auf, in der RAINBOW-Studie nahm die Rate an Grad-3-Neutropenie mit dem Alter zu, jedoch traten nur sehr wenige febrile Neutropenien auf.

Der allgemeine Gesundheitsstatus (Global Health Status), ermittelt 6 und 12 Wochen nach Therapiebeginn, konnte in der REGARD-Studie in allen Altersgruppen bei mehr Patienten durch Ramucirumab stabilisiert oder verbessert werden als in der Placebogruppe. In der RAINBOW-Studie, in der Ramucirumab in Kombination mit Paclitaxel verabreicht wurde, galt dies für die Altersgruppen der ≤ 45-Jährigen und > 45 bis < 70-Jährigen.

Diese Analyse spricht für den Einsatz von Ramucirumab bei metastasierten Magenkarzinomen bzw. Karzinomen des gastroösophagealen Übergangs unabhängig von der Altersgruppe, so Muros Schlussfolgerung.

(as)

Quelle: Oral Abstract Session. Abstr. 3, Gastrointestinal Cancers Symposium 2017, San Francisco

Literatur:

(1) SEER Cancer Statistics Factsheet: Stomach Cancer. NCI: Bethesda, MD, 2015.
(2) Fuchs CS et al. Lancet Oncol 2014;383:31-39.
(3) Wilke H et al. Lancet Oncol 2014;15:1224-35.


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