Donnerstag, 18. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. März 2017 Magenkarzinom: Alle Altersgruppen profitieren von Ramucirumab

In der Secondline-Therapie von Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom und Karzinomen des gastroösophagealen Übergangs hat Ramucirumab einen signifikanten Vorteil im Gesamt- und progressionsfreien Überleben (OS und PFS) bei vergleichsweise günstigem Nebenwirkungsprofil. Das konnten die beiden Phase-III-Studien REGARD und RAINBOW nachweisen. Überlebensvorteil und Verträglichkeit sind unabhängig von der Altersgruppe, berichtete Prof. Dr. Kei Muro, Nagoya, Japan, der die Subgruppenanalyse vorstellte.
Anzeige:
Fachinformation
Etwa zwei Drittel der Patienten mit Magenkrebs sind über 65 Jahre alt, etwa die Hälfte dieser Patientengruppe ist über 75, berichtete Muro. In den Studien REGARD und RAINBOW war der Anteil der 65 bis < 75-Jährigen etwa so hoch wie in der Bevölkerung, wie erwartet war die Gruppe der ≥ 75-Jährigen unterrepräsentiert. Den Hauptanteil bestritt die Altersgruppe der 45-65-Jährigen (Abb. 1).
 
Abb. 1: Altersgruppenverteilung bei Magenkrebs.
Abb. 1: Altersgruppenverteilung bei Magenkrebs.


Die Patienten in der REGARD-Studie wurden 2:1 randomisiert: entweder zu 8 mg/kg Ramucirumab und beste supportive Behandlung (BSC) oder zu Placebo. In der RAINBOW-Studie wurden die Patienten 1:1 randomisiert und erhielten Ramucirumab in der gleichen Dosierung, aber kombiniert mit Paclitaxel und BSC, die Kontrollgruppe wurde nur mit Paclitaxel und BSC behandelt. Beide Studien konnten einen signifikanten und klinisch relevanten Vorteil im OS und PFS nachweisen.

Muro analysierte gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe 4 Altersgruppen (≤ 45, 45-70, ≥ 70 und ≥ 75 Jahre). Die Baseline-Charakteristika (Geschlecht, Performance-Status, messbare Erkrankung, Primärtumor, diffuser Typ) waren in allen Altersgruppen annähernd konsistent.

In der REGARD-Studie zeigte sich im Vergleich zu Placebo in allen 4 Altersgruppen eine klare Trennung der Überlebenskurven (OS und PFS) des Ramucirumab- und Placebo-Arms. Ebenso bestand in der RAINBOW-Studie eine konsistente Trennung der Überlebenskurven der beiden Studienarme mit Ausnahme des OS in der Gruppe der ≥ 75-Jährigen. Bei letzteren zeigte sich ein Unterschied im PFS jedoch nicht im Gesamtüberleben. Zu berücksichtigen sei bei der Auswertung aber, dass die Anzahl der Patienten in dieser Gruppe sehr gering war (n=36), sagte Muro.

Auch das Sicherheitsprofil war in beiden Studien in allen Altersgruppen insgesamt vergleichbar. Bei den älteren Patienten trat in der REGARD-Studie häufiger Grad-3-Hypertonie auf, in der RAINBOW-Studie nahm die Rate an Grad-3-Neutropenie mit dem Alter zu, jedoch traten nur sehr wenige febrile Neutropenien auf.

Der allgemeine Gesundheitsstatus (Global Health Status), ermittelt 6 und 12 Wochen nach Therapiebeginn, konnte in der REGARD-Studie in allen Altersgruppen bei mehr Patienten durch Ramucirumab stabilisiert oder verbessert werden als in der Placebogruppe. In der RAINBOW-Studie, in der Ramucirumab in Kombination mit Paclitaxel verabreicht wurde, galt dies für die Altersgruppen der ≤ 45-Jährigen und > 45 bis < 70-Jährigen.

Diese Analyse spricht für den Einsatz von Ramucirumab bei metastasierten Magenkarzinomen bzw. Karzinomen des gastroösophagealen Übergangs unabhängig von der Altersgruppe, so Muros Schlussfolgerung.

(as)

Quelle: Oral Abstract Session. Abstr. 3, Gastrointestinal Cancers Symposium 2017, San Francisco

Literatur:

(1) SEER Cancer Statistics Factsheet: Stomach Cancer. NCI: Bethesda, MD, 2015.
(2) Fuchs CS et al. Lancet Oncol 2014;383:31-39.
(3) Wilke H et al. Lancet Oncol 2014;15:1224-35.


Das könnte Sie auch interessieren

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Patienten...

Der lange Weg bis zur Zulassung eines Arzneimittels

Die Zulassung eines neuen Arzneimittels und die Erweiterung der Indikation eines bereits zugelassenen Arzneimittels sind streng geregelt. Die europäische oder deutsche Zulassungsbehörde fordert den Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wofür das Arzneimittel verschiedene Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen muss. Wie die Arzneimittelprüfung durchzuführen ist, legt das Arzneimittelgesetz (AMG) von 1976 fest, das zuletzt durch die 15. Novelle von...

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger zu leben, sind in den letzten Jahren spürbar...

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Magenkarzinom: Alle Altersgruppen profitieren von Ramucirumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich