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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2017 MM: MRD-Negativität etabliert sich als Surrogatparameter für Ansprechen und Überleben

Nach wie vor ist das multiple Myelom (MM) nicht heilbar. Doch bei einem relevanten Anteil der Patienten kann mittlerweile eine stabile Negativität bei der minimalen Resterkrankung (MRD) erreicht werden, wie Experten anlässlich des DGHO-Kongresses diskutierten.
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Der Proteasom-Inhibitor Bortezomib (Velcade®) hat in den letzten Jahren die MM-Therapie erheblich verbessert, schilderte PD Dr. Markus Munder, Mainz. Eingesetzt werden kann das Präparat ab der ersten Therapielinie.

Unterstützende Daten dafür lieferte unter anderem die VISTA-Studie bei nicht für eine Transplantation geeigneten Patienten in der Erstlinie: Nach 5 Jahren Beobachtung betrug das Gesamtüberleben unter der Kombination Bortezomib, Melphalan und Prednison (VMP) 56,4 Monate im Vergleich zu 43,1 Monaten unter MP alleine (p<0,001). „Dies war so lange wie in keiner anderen Erstlinie“, sagte Munder. Zudem erreichte jeder dritte Patient unter VMP eine komplette Remission (CR). „Heute ist eine Myelom-Behandlung ohne Bortezomib nicht denkbar.“


CD38-Antikörper als effektiver Kombinationspartner

Ab dem ersten Rezidiv zählt der CD38-Antikörper Daratumumab (Darzalex®) zu den neuen Optionen, so Prof. Dr. Jens Hillengaß, Heidelberg. Bereits seit Mai 2016 ist das Präparat als Monotherapie zugelassen bei Patienten mit rezidiviertem und refraktärem Myelom, die bereits einen Proteasom-Inhibitor und einen Immunmodulator erhalten haben. Seit April 2017 kann Daratumumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (DRd) sowie mit Bortezomib und Dexamethason (DVd) bei Patienten eingesetzt werden, die bereits eine vorangegangene Therapie erhalten haben. Grundlage für die Zulassungserweiterung waren unter anderem die Ergebnisse der Phase-III-Studien CASTOR und POLLUX, in denen die Daratumumab-Kombinationen jeweils das progressionsfreie Überleben signifikant verlängerten, berichtete Hillengaß. Erhoben wurde dabei die MRD-Negativität in der Rezidiv-Situation: So erreichten in der CASTOR-Studie unter DVd 4x so viele Patienten eine MRD-Negativität als unter Vd (11,6 vs. 2,4%; p=0,000034). Das Risiko für einen Progress oder Tod konnte um 69% reduziert werden (HR=0,31; 95%-KI: 0,24-0,39). Die MRD-Negativität ist mit einem längeren progressionsfreien und einem längeren Gesamtüberleben assoziiert, unterstrich der Referent.

Jochen Schlabing

Quelle: Pressegespräch „Myelom-Therapie im Zeitalter der neuen Substanzen – über alle Linien hinweg“, DGHO, 01.10.2017, Stuttgart; Veranstalter: Janssen-Cilag


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