Dienstag, 20. August 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

31. Mai 2017
Seite 1/2
Krebstherapie: ambulant, multiprofessionell, individuell

Katja Rußwurm, Universitätsklinikum Regensburg.

Im Universitätsklinikum Regensburg (UKR) greifen verschiedene Fachbereiche zur Versorgung ihrer onkologischen Patienten gemeinsam auf die Struktur einer neuen Tagesklinik zurück.
Anzeige:
Fachinformation
Das UKR versorgt einen Großteil seiner onkologischen Patienten seit Herbst 2016 im Interdisziplinären Centrum für medikamentöse Tumortherapie – kurz ICT. Das Centrum versteht sich als eine ambulante, multiprofessionelle und ganzheitliche Systemtherapieeinheit, in der Ärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen ihre Tumorpatienten mit onkologischen oder supportiven Systemtherapien auf Grundlage aktuellster Leit­linien und neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse behandeln.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert den Dialog zwischen den Fachkliniken und führt zu gemeinsam abgestimmten Therapiestrategien. Dies betrifft nicht nur die Therapieregime, sondern auch die Supportivmaßnahmen, das Nebenwirkungsmanagement, die psychoonkologische Mitbetreuung und die Indikation für eine frühe Integration palliativmedizinischer Maßnahmen.

 
Abb. 1: Am ICT-Stützpunkt laufen alle Informationen zusammen.
Am ICT-Stützpunkt laufen alle Informationen zusammen.




An die Bedürfnisse der Patienten angepasst

Für ihre Therapie verbringen Patienten bis zu 8 Stunden am Tag im ICT. Bei der Planung der Räumlichkeiten wurde deswegen besonderer Wert auf eine angenehme Atmosphäre gelegt.

In 4 Behandlungsräumen stehen insgesamt 26 ambulante Therapieplätze zur Verfügung, die sich auf 2 Bettplätze, 21 Therapiesessel und 3 Therapiestühle aufteilen.

Zum individuellen Zeitvertreib ist jeder Therapieplatz mit einem eigenen TV-Gerät und kostenlosem WLAN ausgestattet. Die Technik verschwindet fast vollständig hinter den Wandverkleidungen. Zudem verfügt jeder Platz über verstellbare Jalousien, um je nach Wohlbefinden und Stimmung entweder Privatsphäre oder den unverstellten Kontakt zum Sitznachbarn zu ermöglichen.

Neben den 2 großen Therapieräumen gibt es auch 2 Spezialbereiche. Einer davon ist mit 4 separaten Therapiesesseln für die Behandlung stammzelltransplantierter Patienten vorgesehen. Daneben gibt es die sog. „Early Clinical Trial Unit“ (ECTU) mit 3 Therapieplätzen. Die ECTU ermöglicht Patienten die Teilnahme an frühen klinischen Studien (Phase I und Phase II). So trägt das ICT aktiv dazu bei, den medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt auf dem Gebiet der Onkologie voranzutreiben. Die technischen Voraussetzungen für die Durchführung von frühen klinischen Studien sind bereits in der Planung des ICT berücksichtigt worden. Um höchste Patientensicherheit zu garantieren, ist die ECTU unter anderem mit einer der modernsten Monitoring-Anlagen, einem Kontrastmittel-Sonographiegerät und einem medical Body Composition Analyzer ausgestattet.

Neben den Behandlungsräumen stehen ein Interventionsraum für diagnostische und therapeutische Punktionen, ein Therapiezubereitungsraum, ein Blut­entnahmeraum und mehrere Arztzimmer zur Verfügung.

 
Abb. 2: Eine interdisziplinäre Behandlung in gemeinsamen Strukturen kennzeichnet das ICT.
Abb. 2: Eine interdisziplinäre Behandlung in gemeinsamen Strukturen kennzeichnet das ICT.



Die Infrastruktur einer multiprofessionellen und individuellen Versorgung

Das ICT ermöglicht den verschiedenen Fachbereichen des UKR eine gemeinsame ambulante Weiterbehandlung ihrer onkologischen Patienten unter ihrer eigenen medizinischen Führung. Die übergreifende Struktur- und Prozess­organisation wird von Prof. Dr. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III (Hämatologie und Internistische Onkologie) des UKR, unter der operativen Leitung von Prof. Dr. Tobias Pukrop übernommen. Die interdisziplinäre Nutzung ist durch eine gemeinsame Geschäftsordnung organisiert. Derzeit sind am UKR die Fachbereiche Dermatologie, Innere Medizin I, Innere Medizin II, Innere Medizin III, Neurologie und Strahlentherapie Mitglieder des ICT.

 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Gebärmutterhalskrebs verhindern

Gebärmutterhalskrebs verhindern
© farland9 / Fotolia.com

Gebärmutterhalskrebs kann durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Papillomviren sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren, mit denen sich rund 80 Prozent der Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens infizieren. In der Regel erkennt das Immunsystem die Infektion, so dass diese meistens innerhalb von zirka 24 Monaten unbemerkt ausheilt. Ein Interview mit Prof. Dr. med. Gerd-Henrik Griesser, Facharzt für Pathologie in Köln,...

Weltkrebstag: Deutsche Krebshilfe informiert und ruft zum Handeln auf

Weltkrebstag: Deutsche Krebshilfe informiert und ruft zum Handeln auf
© julief514 / Fotolia.com

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Das diesjährige Motto der Weltgesundheitsorganisation lautet: „Wir können. Ich kann.“ Es steht dafür, dass Menschen durch einen gesunden Lebensstil dazu beitragen können, vielen Krebsarten vorzubeugen. „Gesundheit ist ein hohes Gut und es macht Spaß etwas dafür zu tun“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Die Organisation bietet Interessierten kostenlose Infomaterialien...

Übergewicht als Krebsrisiko

Übergewicht als Krebsrisiko
© Creativa Images / fotolia.com

Fettleibigkeit könnte bald dem Rauchen den ersten Rang als Hauptursache für Krebs ablaufen. Denn während die Anzahl der Krebserkrankungen aufgrund von Tabakkonsum in Deutschland stetig sinkt, nimmt die Zahl übergewichtiger Menschen mit Krebs statistisch gesehen zu. Auf die Entstehung aller Krebskrankheiten gerechnet hat die Fettleibigkeit einen Anteil von schätzungsweise 16%. Würden alle Menschen das Normalgewicht einhalten, könnten allein in Deutschland...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Krebstherapie: ambulant, multiprofessionell, individuell"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich