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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. März 2019 Krebsassoziierte Thromboembolien erfordern komplexe Behandlungsschemata

In der Bevölkerung ist wenig bekannt, dass bei Krebserkrankungen ein erhöhtes Risiko für Thrombosen besteht. Doch bedingt durch eine gesteigerte Koagulation sind venöse Thromboembolien (VTE) die zweithäufigste Todesursache (nach der eigentlichen Grunderkrankung) bei ambulanten Krebspatienten. Die Behandlung stellt eine große Herausforderung dar, da Krebspatienten deutlich höhere Komplikationen sowohl in Richtung Thrombose also auch in Richtung Blutung haben, führte PD Dr. Robert Klamroth, Berlin, bei einem Symposium im Rahmen der 63. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) in Berlin aus.
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Blutungsrisiko gibt Therapie vor

Das höchste VTE-Risiko haben Patienten während des Krankenhausaufenthaltes und nach der Entwicklung von Metastasen. Das individuelle VTE- und Blutungsrisiko wird durch Tumortyp, Erkrankungsstadium, Art der Krebstherapie und patientenbezogene Faktoren bestimmt. Die Behandlung ist komplex, das Antikoagulans soll einerseits das Wiederauftreten einer VTE verhindern, andererseits das Blutungsrisiko minimieren, erläuterte Prof. Dr. Florian Langer, Hamburg. Die Expertengruppe ExAkT um Langer hat unter Berücksichtigung aller genannten Kriterien einen Therapiealgorithmus als Entscheidungshilfe entwickelt (Abb. 1). Bei aktiver Tumorerkrankung sollte entsprechend internationaler Leitlinien mit einer Therapie mit niedermolekularem Heparin (NMH) begonnen werden. In der CATCH-Studie reduzierte die Behandlung mit Tinzaparin (innohep®) das Risiko für ein Thrombose-Rezidiv bei Patienten mit aktiver Tumorerkrankung tendenziell ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen. Statistisch signifikant traten 35% weniger VTE-Rezidive auf als unter einem Vitamin-K-Antagonisten (HR=0,65; p=0,07), so Langer.

 
Abb. 1: Auszug CAT-Therapiealgorithmus (mod. nach Arbeitsgruppe ExAkT).
Abb. 1: Auszug CAT-Therapiealgorithmus (mod. nach Arbeitsgruppe ExAkT).



Real-world-Daten – GECAT

Gemäß deutscher S2-Leitlinie (von 9/2015) sollen Tumorpatienten mit Thrombose initial für 3-6 Monate mit einem NMH behandelt werden. Wie werden Patienten mit einer VTE und einer Krebserkrankung in der Praxis wirklich behandelt? Dieser Fragestellung haben sich Vivantes und Charité gemeinsam mit der Firma LEO in der GECAT (German Evaluation of Cancer Associated Thrombosis)-Registerstudie gewidmet. Es hat sich gezeigt, dass onkologische Patienten mit einer akuten VTE eine erhöhte Mortalität haben. 138 von 384 Patienten sind im Verlauf verstorben. Ein Großteil der Patienten wird nach 3 (86,5%) und nach 6 (87%) Monaten weiter aufgrund der VTE antikoaguliert. Im Verlauf der ambulanten Betreuung kommt es jedoch zu einem Rückgang der Antikoagulation mit NMH. „Nach 6 Monaten werden nur noch 50% der Patienten leitliniengerecht mit NMH behandelt“, erläuterte Klamroth.

Ulrike Tietze

Quelle: Symposium „Krebsassoziierte Thromboembolien (CAT) – neue Perspektiven“, GTH-Jahrestagung, 01.03.2019, Berlin; Veranstalter: LEO Pharma


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