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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. Februar 2016 Kopf-Hals-Tumoren: Perspektiven durch Immuncheckpoint-Inhibitoren

Durchschnittlich etwa 200 Mutationen werden bei Kopf-Hals-Tumoren gefunden. Die Neo-Antigene, die dabei entstehen, erzeugen einen enormen immunogenen Effekt. Dadurch zählen Kopf-Hals-Tumoren zu den Tumoren, die relativ gut auf Immuncheckpoint-Inhibitoren ansprechen, berichtete Prof. Andreas Dietz, Leipzig. Eine ganze Reihe von Studien prüft aktuell deren Effektivität und Verträglichkeit bei Kopf-Hals-Tumoren.

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In der auf dem ASCO vorgestellten KEYNOTE-012-Studie (1) erzielte Pembrolizumab als Monotherapeutikum (200 mg q3w) in der Secondline-Therapie bei Patienten mit rezidivierten/metastasierten Kopf-Hals-Tumoren eine bemerkenswerte Ansprechrate von 25%, sagte Dietz.

Die Messlatte in der Secondline-Therapie hatte zuvor Cetuximab gesetzt mit einer Gesamtansprechrate (ORR) von 13% (2, 3). „Jetzt bekommen wir neue Substanzen, die definitiv einen Fortschritt bedeuten“, so Dietz. Betrachtet man sich die Fülle von Checkpoints, die inhibiert werden können, so lasse sich erahnen, wie komplex die Therapien in Zukunft werden. Eine gute Übersicht dazu würde laut Dietz der Artikel von Melero et al. (4) geben, der in Nature Reviews 2015 erschienen ist.

Tab. 1: Gesamtansprechrate (ORR) unter Pembrolizumab in der KEYNOTE-012-Studie.
Tab. 1: Gesamtansprechrate (ORR) unter Pembrolizumab in der KEYNOTE-012-Studie.

 

Bei jedem 2. Patient zeigte sich Tumoransprechen

Interessant sei, dass die Hälfte der Patienten in der KEYNOTE-012-Studie auf Pembrolizumab angesprochen hat. Das zeigt sich im Waterfall-Plot – bei 56% der Patienten schrumpfte die Targetläsion. Der HPV-Status spielte dabei offensichtlich keine Rolle (Tab. 1). Welche Patienten ansprechen, zeichnet sich auch schon in den ersten Wochen klar ab. Neu ist Dietz zufolge, dass das Ansprechen relativ lange stabil bleibt sowie der hohe Prozentsatz eines langanhaltenden Ansprechens: 86% (25/29) der Responder blieben während des Beobachtungszeitraums (median 5,7 Monate) in Remission. Die mediane Dauer des Ansprechens ist noch nicht erreicht (7,3-25,1 Wochen). Dietz: „Dies impliziert ganz andere Behandlungsoptionen und gibt enormen Anlass zur Hoffnung.“

(as)

Quelle: Satellitensymposium „Perspektive ImmunOnkologie“, im Rahmen der AIO-Herbsttagung, 21.11.2015, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Seiwert T et al. JCO 2015;33:suppl; #LBA6008. 
(2) Vermorken JB et al. JCO 2007;25(16): 2171-77.
(3) Seiwert T et al. JCO 2010;28(15): suppl; #5501.
(4) Melero I et al. Nat Rev Cancer 2015;15:457-72.


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