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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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10. September 2018

Immunthrombozytopenie: Verbesserung der Lebensqualität ist wesentliches Therapieziel für Patienten

Die primäre Immunthrombozytopenie (ITP) wird von den Patienten als hohe emotionale Belastung empfunden und vermindert ihre Arbeitsfähigkeit. 36% der Patienten einer großen internationalen Kohorte von 1.400 ITP-Patienten empfanden die Erkrankung als starke Beeinträchtigung ihres Lebens. Zwar waren Blutungen der Haut und der Schleimhäute in Mund und Nase das häufigste Symptom der ITP (73% der Patienten), ausgeprägte Müdigkeit war aber die zweithäufigste Beschwerde (68%) und minderte die Lebensqualität erheblich.
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Die Patienten wünschen sich vorrangig, durch die Therapie die Blutzellzahlen zu normalisieren – diesen Wunsch äußerten 79% der Befragten – und ihr Antriebs- und Energielevel zu verbessern (55%). An dritter Stelle ist für Patienten die Prophylaxe bedeutend, um ein Fortschreiten der ITP zu verhindern (35%). Vorgestellt wurden Zwischenergebnisse der I-WISH-Studie, eine sektorenübergreifende Erhebung, an der ITP-Patienten und behandelnde Ärzte in 14 Ländern teilnehmen. Aus 12 Ländern gab es Daten, inklusive Deutschland (I-WISH für: ITP World Impact Survey). Die Patienten füllten online einen standardisierten Fragebogen aus, unter anderem zu Krankheitsbelastung und zur Lebensqualität. 65% der 1.400 Teilnehmer waren Frauen, das durchschnittliche Alter der Gesamtgruppe betrug 47,1 Jahre.

Hintergrund der I-WISH-Studie: Es gebe vergleichsweise wenige große Untersuchungen zur Lebensqualität der Patienten in der Routineversorgung, ein Parameter, der für die klinische Praxis zunehmend wichtig werde, so die Studienautoren.


Jeder 4. Patient erhält die ITP-Diagnose verzögert

Die durchschnittliche Krankheitsdauer seit Diagnose betrug 12 Jahre (0-60 Jahre). Zwischen einem ersten Arztbesuch wegen entsprechender Symptome und der Diagnose ITP vergingen durchschnittlich ca. 1,5 Jahre (77,5 Wochen). 22% der Teilnehmer hatten den Eindruck, deutlich verzögert die richtige Diagnose erhalten zu haben. Unter Haut- und Schleimhautblutungen litten 73% der Patienten, 68% unter Fatigue und 65% unter Petechien. Die Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität und damit das Alltagsleben: 44% der Patienten berichteten über Energiedefizite, die über einen halben Tag andauern, 37% wollten ihre Arbeitszeit reduzieren. Die Krankheitsbelastung durch ITP sei hoch, resümieren die Forscher, sie werde unterschätzt und sie habe viele verschiedene Komponenten. In die Behandlungsziele von ITP-Patienten müssten Patientenwünsche und Lebensqualität intensiver als bisher einbezogen werden. Hierbei ist entscheidend, dass der behandelnde Arzt das Befinden der Patienten regelmäßig abfragt. Das Protokollieren der Symptomentwicklung ist zu empfehlen.

Die ITP ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich Antikörper gegen Thrombozyten bilden. Durch diese Fehlregulation des Immunsystems kommt es zur vorzeitigen Zerstörung von Thrombozyten und einer Hemmung der Plättchenproduktion in den Megakaryozyten des Knochenmarks. Die Inzidenz liegt zwischen 10-70 pro 1 Million Personen und Jahr.
Nicola Siegmund-Schultze
Quelle: 23nd Congress of the European Hematology Association (EHA), 14.-17.06.2018, Stockholm, Schweden
Literatur:
(1) Cooper N, Ghanima W, Provan D et al. The burden of disease and impact of immune thrombocytopenia (ITP) on patient quality of life and productivity: Results from the ITP World Impact Survey (I-WISH). 23. Jahrestagung der European Hematology Association in Stockholm, 15.06.2018, Abstract PF654.
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