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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Mai 2019 Immuntherapie beim NSCLC – Macht der Biomarker den Unterschied?

Bis vor wenigen Jahren waren die Therapieoptionen beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) nach Versagen der Erstlinien-Chemotherapie begrenzt. Das Therapieprinzip der Immun-Checkpoint-Blockade eröffnete neue Therapieoptionen, indem der Anti-PD-1-Antikörper Nivolumab in den zulassungsrelevanten Studien CheckMate-017 und -057 einen Überlebensvorteil gegenüber der Standard-Chemotherapie mit Docetaxel zeigen konnte, so Dr. Nikolaj Frost, Berlin.
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Mittlerweile sind noch 3 weitere PD-1/L1-Inhibitoren für diese Indikation zugelassen worden. Den Biomarker PD-L1 sieht Frost kritisch. Zum einen sei die dynamische Expression abhängig von Therapie, Therapielinie und -art, zum anderen sei eine heterogene Expression innerhalb eines Tumors zwischen 0-100% möglich. Hinzu komme das Problem der (kleinen) Biopsie. Frost gelangt daher zu der Einschätzung: „PD-L1 ist kein idealer Biomarker.“ In diesem Zusammenhang verwies Frost auf die CheckMate-227-Studie, aus der hervorgeht, dass insbesondere PD-L1-negative Patienten mit einer Tumormutationslast (TMB) ≥ 10 profitierten (beste HR=0,48). Mit der CheckMate-057-Studie konnte gezeigt werden, dass Patienten mit einer hohen PD-L1-Expression präferentiell auf diese Therapien ansprechen.

„Studien zeigen, dass eine hohe Mutationslast mit der Wahrscheinlichkeit der Bildung tumorassoziierter Neoantigene korreliert“, so Frost. Die TMB steht allerdings nicht in Wechselwirkung zur PD-L1-Expression und ist somit ein ergänzender Biomarker. Allerdings stellt sich dabei das Problem der bislang fehlenden einheitlichen Standardisierung. Ziel muss laut Frost daher sein, ein „comprehensive gene panel“, bestehend aus Treibermutationen, TMB und Mikrosatelliteninstabilität (MSI) zu erstellen. Aktuell werde ein Ringversuch (QUiP) zur TMB-Standardisierung und Harmonisierung durchgeführt. Mithilfe eines Genpanels sollen verlässliche Aussagen über die TMB getroffen werden können. Es besteht die Hoffnung, dass eine solche Multi-Gen-Untersuchung nicht nur auf das NSCLC, sondern auch auf andere Entitäten, wie etwa das maligne Melanom oder das Harnblasenkarzinom, anwendbar sein wird.


 

(sm)

Quelle: Symposium „Revolution in der thorakalen Onkologie: Immunonkologie von morgen“, DGP, 14.03.2019, München; Veranstalter: BMS


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