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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

09. Februar 2017 Immunmodulation durch Daratumumab beim Multiplen Myelom

In der POLLUX-Studie führte Daratumumab zusätzlich zur Standardtherapie mit Lenalidomid/Dexamethason (Rd) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom (MM) zu einer signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (1). Eine neue Analyse der Studie weist jetzt auf zusätzliche immunmodulatorische Effekte des Antikörpers hin.
Für den monoklonalen Antikörper Daratumumab sind mehrere über CD38 vermittelte Wirkmechanismen wie Komplement-abhängige Zytotoxizität, Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität, Antikörper-abhängige zelluläre Phagozytose und Apoptose-Induktion beschrieben, erinnerte Christopher Chiu, Janssen, Spring House, USA.

Kleineren Studien zur Daratumumab-Monotherapie zufolge könnte der Antikörper zudem über eine Steigerung der adaptiven Immunantwort wirken (2).

Diese Annahme hat sich jetzt durch eine Analyse des T-Zell-Repertoires von rund 250 Patienten aus POLLUX zu Studienbeginn und nach 8-wöchiger Therapie bestätigt (3). Wie Chiu erläuterte, können adaptive Immunreaktionen über die Messung der T-Zellfunktion oder Änderungen im T-Zell-Repertoire erfasst werden. Die Diversifizierung des T-Zell-Repertoires geht bei Brustkrebspatientinnen mit einer Prognoseverbesserung einher. Bei Daratumumab ist die prognostische Relevanz dieses Phänomens unbekannt.

Initial unterschied sich das T-Zell-Repertoire in puncto T-Zell-Klonalität, T-Zell-Fraktion und T-Zell-Diversität zwischen beiden Studienarmen sowie zwischen späteren Respondern und Nonrespondern beider Therapiegruppen nicht signifikant. Zwischen Zyklus 1 und 4 kam es dann jedoch im Arm mit Rd plus Daratumumab zu einer signifikanten Zunahme der T-Zell-Klonalität und der T-Zell-Fraktion. Im Kontrollarm mit Rd allein wurden diese Veränderungen dagegen nicht beobachtet. Die in Zyklus 1-3 auftretenden Modifikationen in der T-Zellrezeptor-Klonalität zwischen beiden Studienarmen unterschieden sich signifikant, was laut Chiu darauf hinweist, dass durch die zusätzliche Gabe von Daratumumab zum Rd-Regime eine spezifische klonale Expansion von T-Zellen induziert wird. Eine starke T-Zell-Diversität bei Studienbeginn war nur im Daratumumab-Arm, nicht aber bei Kontrollen prädiktiv für ein verlängertes PFS. Ein ähnliches Ergebnis wurde auch für Checkpoint-Inhibitoren wie Ipilimumab berichtet, erklärte Chiu (4). Die neuen Daten der POLLUX-Studie liefern nach seinen Worten einen weiteren Beleg für die immunmodulatorische Wirkung von Daratumumab und einen vertieften Einblick in die Wirkweise des Antikörpers bei Kombination mit dem Rd-Regime.

(ka)

Literatur:

(1) Dimopoulos MA et al. N Engl J Med 2016;375: 1319-1331.
(2) Krejcik J et al. Blood 2016;128:384-394.
(3) Chiu C et al. ASH 2016; Abstr. 4531.
(4) Postow MA et al. J Immunother Cancer 2015; 3:23.


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