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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Oktober 2019 GI-Tumoren und Uroonkologie

Ines Gockel
Die aktuelle Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE greift ein weiteres Mal gastrointestinale (GI) Tumoren auf, diesmal liegt der Fokus auf chirurgischen Therapiestrategien bzw. multimodalen Konzepten und perioperativem Management. Analog zu den Herausforderungen der Präzisionsonkologie und personalisierten Medizin in der medikamentösen Therapie ist die moderne Präzisionschirurgie durch technische Weiterentwicklungen der Robotik wie auch der „Image-guided Surgery“ geprägt. Oberstes Ziel ist es, durch Stratifizierung und individuelle Adjustierung perioperative Komplikationen zu minimieren und das Langzeitüberleben zu verbessern. Zukünftig werden möglicherweise auch die mittels molekularer Tumoranalysen und -profile definierten biologischen Subgruppen das chirurgische Vorgehen individualisieren. Am Beispiel des Ösophaguskarzinoms und Adenokarzinoms des ösophagogastralen Übergangs beleuchten wir die chirurgische Strategie, die bei lokal fortgeschrittenen Tumorstadien immer in ein multimodales Konzept eingebettet ist. Aktuelle prospektiv-randomisierte Studien zur Robotik- bzw. Hybrid-Ösophagektomie weisen auf Vorteile hinsichtlich der postoperativen Morbidität und Rekonvaleszenz im Vergleich zur offenen OP hin. Der Beitrag von Prof. Dr. Stahl fokussiert die perioperative Systemtherapie: FLOT gilt – zumindest in Europa – als neuer Standard in der perioperativen Behandlung des lokal fortgeschrittenen, resektablen Magenkarzinoms. Positive Ergebnisse HER2-gerichteter Substanzen in der Erstlinientherapie im metastasierten Stadium bilden die Basis für aktuelle Studien im perioperativen Setting. Die molekulare Heterogenität des Magenkarzinoms weist auf das Potenzial zukünftiger noch zielgerichteter Therapieansätze hin. Der Schwerpunkt schließt mit einer eher seltenen Entität, dem Dünndarmkarzinom. Die Ätiologie maligner Tumoren in den Abschnitten Duodenum, Jejunum und Ileum ist unklar. Risikofaktoren sind u.a. M. Crohn und Polyposis-Syndrome. Die Thematik ist deshalb von Brisanz, da sich 40% aller Patienten im metastasierten Stadium vorstellen. Prof. Dr. Scheithauer erläutert in seinem Artikel aktuelle stadiengerechte, differenzierte Therapiekonzepte und insbesondere den Stellenwert der Biologika.

Die Fortbildungen widmen sich der Uroonkologie – dem Nierenzellkarzinom (Prof. Dr. Bergmann et al.) und dem Hodenkarzinom (Dr. Fischer und Dr. Oing – mit diesem Beitrag können 2 CME-Punkte erworben werden). Außerdem lesen Sie in diesem Heft eine Fortbildung zu Borderlinetumoren des Ovars von Prof. Dr. Fehm und Prof. Dr. Meier.

Bei Patienten mit Ösophagus- und Magentumoren liegt die Prävalenz von Mangelernährung und Tumorkachexie bei 60-85%. Der ernährungsphysiologische Beitrag von Dr. Decker-Baumann greift diese Problematik auf.

Ich hoffe, die spannenden Beiträge der aktuellen Ausgabe des JOURNAL ONKOLOGIE haben Ihr Interesse geweckt.

Herzliche Grüße,
Ihre

Ines Gockel

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