Dienstag, 18. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Februar 2018 Fortgeschrittenes FL: Früher Progress unter Obinutuzumab seltener als unter Rituximab

Die Immunchemotherapie ist der Goldstandard in der Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen Follikulären Lymphoms (FL). Bei der Frage, welcher Antikörper eingesetzt werden sollte, zeichnet sich eine Überlegenheit von Obinutuzumab (Gazayvaro®) über den bisherigen Standard Rituximab ab (1). Dies bestätigte jetzt eine neue Analyse der GALLIUM-Studie: Unter Obinutuzumab hatten nur halb so viele Patienten innerhalb der ersten 24 Monate nach Therapiebeginn einen Progress wie unter Rituximab.
Anzeige:
Fachinformation
Ein früher Progress innerhalb von 2 Jahren geht mit einer schlechteren Prognose einher, wie Prof. Dr. Michael Herold, Erfurt, betonte. Dies ist durch mehrere aktuelle Veröffentlichungen belegt (2-4) und trifft auch auf die Patienten in der GALLIUM-Studie zu: 1.202 Patienten mit FL erhielten eine Induktionsbehandlung mit einer Chemotherapie und je zur Hälfte mit Rituximab und Obinutuzumab sowie im Anschluss eine Erhaltungstherapie mit dem jeweiligen Antikörper über bis zu 2 Jahren erhalten. Dabei hatte sich unter Obinutuzumab ein längeres progressionsfreies Überleben gezeigt als unter dem bisherigen Therapiestandard Rituximab, allerdings bei mehr schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen (1). Wie eine aktuelle explorative Analyse der Studiendaten nun ergab, war auch in der GALLIUM-Studie das relative Mortalitätsrisiko der Patienten, bei denen innerhalb von 24 Monaten ein Progress aufgetreten war, höher als das der Patienten, die in dieser Zeit progressionsfrei geblieben waren – und zwar 26x so hoch (5). Dabei galt: Je früher der Progress, desto höher das Mortalitätsrisiko. Ein Vergleich zwischen beiden Studien-Armen ergab, dass Obinutuzumab gegenüber Rituximab das Risiko für einen Progress innerhalb der ersten 2 Jahre um 46% reduzierte (5). Nach Ansicht von Herold könne Obinutuzumab – in Zusammenschau mit früheren Auswertungen – als neuer Standard in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen FL angesehen werden.

Dr. Anne Benckendorff

Quelle: Pressegespräch „Aktuell vom ASH 2017: Kongress-Update zur Lymphomtherapie und Hämophilie A“, 10.01.2017, Frankfurt am Main; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Marcus R et al. N Engl J Med 2017;377:1331-44.
(2) Casulo C et al. J Clin Oncol 2015;33:2516-22.
(3) Jurinovic et al. Blood 2016;128:1112-20.
(4) Maurer et al. Am J Hematol 2016;91:1096-1101.
(5) Launonen A et al. ASH 2017, Abstract 1490.


Das könnte Sie auch interessieren

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine...

Biologie der Tumore besser verstehen, Fortschritte auch bei eher seltenen Krebserkrankungen

Fortschritte wurden in den vergangenen Jahren vor allem beim Brustkrebs, Darm- und Lungenkrebs und insbesondere bei den Lymphomen gemacht. Nun richtet sich das Augenmerk der Forscher verstärkt auf seltenere Tumore. Auch bei diesen mehren sich Berichte über Therapiefortschritte. Ein Paradebeispiel ist das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs. Das wurde bei dem diesjährigen weltgrößten Krebskongress in Chicago, dem ASCO, deutlich. "Wir stehen damit vor einer...

Bewegungstherapie bei Krebs

Bewegungstherapie bei Krebs
© Fotolia / Kzenon

Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum...

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden

Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden
© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur Armutsfalle.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fortgeschrittenes FL: Früher Progress unter Obinutuzumab seltener als unter Rituximab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischer Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich