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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. September 2019 FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen

Der Multikinase-Inhibitor Midostaurin (Rydapt®*) hat in der RATIFY-Studie als Ergänzung zur Induktions- und Konsolidierungschemotherapie und als nachfolgende Erhaltungstherapie bei neu diagnostizierten Patienten mit FLT3-mutierter akuter myeloischer Leukämie (AML) im Vergleich zu Placebo das ereignisfreie und das Gesamtüberleben signifikant verbessert (1). Nun ergaben Nachanalysen der RATIFY-Studie, dass die Wirksamkeit von Midostaurin nicht auf bestimmte Risikogruppen beschränkt ist (2).
Döhner et al. untersuchten in einer explorativen Post-hoc-Analyse den prognostischen Wert der European LeukemiaNet (ELN) 2017 Risikokategorisierung für Patienten mit FLT3-mutierter AML mit interner Tandemduplikation (FLT3-ITD) für das Gesamtüberleben. In einem zweiten Schritt evaluierten sie, ob eine Midostaurin-basierte Behandlung bei Patienten der verschiedenen Risikogruppen unterschiedlich stark wirksam war (2). In die Analyse von Döhner et al. gingen die Daten von 319 Patienten der RATIFY-Studie ein, die die interne Tandemduplikation (FLT3-ITD) aufwiesen, davon 85 mit günstigem, 111 mit intermediärem und 123 mit ungünstigem Risikoprofil nach ELN. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 4,8 Jahre (2).

Das Gesamtüberleben (OS) der Patienten zeigte eine enge Assoziation mit den 3 ELN-Risikogruppen: Die 5-Jahres-OS-Raten betrugen 63% für Patienten mit günstigem, 43% für Patienten mit intermediärem und 33% für Patienten mit ungünstigem Risikoprofil.

Die Datenauswertung mittels eines multivariaten COX-Modells ergab, dass die Behandlung mit Midostaurin das Mortalitätsrisiko bei allen Patienten im Vergleich zu Placebo signifikant reduzierte (HR=0,59; 95%-KI: 0,43-0,81; p=0,001). Der positive Effekt von Midostaurin auf das OS war interessanterweise in allen 3 Risikogruppen vergleichbar stark ausgeprägt mit HR-Werten von 0,48, 0,51 und 0,51 (für günstiges, intermediäres und ungünstiges Risikoprofil). Die 5-Jahres-OS-Raten betrugen 72,7%, 53,5% und 52,4% (günstig, intermediär, ungünstig) für die mit Midostaurin behandelten Patienten gegenüber 33,8%, 42,6% und 20,3% für die Patienten der Placebo-Gruppe.

In der Gesamtpopulation der Patienten zeigte sich auch ein OS-Vorteil durch eine allogene Stammzelltransplantation (alloSCT), der allerdings nur für die Gruppe mit ungünstigem Risikoprofil das Signifikanzniveau erreichte (HR=0,39; p=0,003).

Die Daten aus dieser Studie unterstützen den hohen prognostischen Wert der ELN 2017 Risikokategorisierung für FLT3-ITD-Patienten. Diese Patienten profitierten über alle 3 ELN-Risikogruppen hinweg von einer Behandlung mit Midostaurin hinsichtlich des OS, und zwar unabhängig davon, ob sie eine alloSCT erhalten oder nicht.


Mit freundlicher Unterstützung der Novartis Pharma GmbH


* Rydapt® wird angewendet:
- bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML), die eine FLT3-Mutation aufweisen, in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie mit Daunorubicin und Cytarabin zur Induktion und mit einer Hochdosis-Chemotherapie mit Cytarabin zur Konsolidierung und anschließend als Rydapt®-Monotherapie zur Erhaltungstherapie bei Patienten in kompletter Remission;
- als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit aggressiver systemischer -Mastozytose (ASM), systemischer Mastozytose mit assoziierter hämatologischer Neoplasie (SM-AHN) oder Mastzellleukämie (MCL) (3).

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: EHA 2019

Literatur:

1. Stone RM, Mandrekar SJ, Sanford BL et al. -Midostaurin plus Chemotherapy for Acute Myeloid Leukemia with a FLT3 Mutation. N Engl J Med 2017;377:454-64.
2. Döhner K, Thiede C, Jahn N et al. Prognostic and predictive impact of NPM1/FLT3-ITD genotypes as defined by 2017 European LeukemiaNet risk categorization from AML patients treated within the international RATIFY study. EHA, 14.06.2019; Poster und Abstract PF260.
3. Fachinformation Rydapt®.


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