Sonntag, 24. März 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Oktober 2018 Erstlinienbehandlung des FL: Chemo-Immuntherapie mit Obinutuzumab überlegen wirksam

Obinutuzumab + Chemotherapie gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit dem Antikörper Obinutuzumab erwies sich als effektive Therapie.

Obinutuzumab + Chemotherapie gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit dem Antikörper Obinutuzumab (Gazyvaro®) erweist sich bei Patienten mit nicht vorbehandeltem fortgeschrittenen follikulären Lymphom (FL) als effektive Therapie.
Anzeige:
Obinutuzumab kombiniert mit Chemotherapie ist seit September 2017 zur Erstlinientherapie des FL zugelassen. Der Typ-II-Anti-CD20-Antikörper wirkt über 2 wesentliche Mechanismen: Er löst einen direkten, lysosomalen Zelltod aus und verstärkt die antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität. Basis der Zulassung war die Phase-III-Studie GALLIUM (1), die an 1.202 Patienten mit unbehandeltem FL Obinutuzumab vs. Rituximab untersuchte – jeweils + Chemotherapie, die von den Studienzentren gewählt werden konnte (CHOP, CVP oder Bendamustin). Bei Therapie-Respondern wurde der jeweilige Antikörper im Anschluss an die 6-8 Zyklen der Induktion als Erhaltungstherapie – alle 2 Monate über 2 Jahre – fortgeführt. „Etwa 90% der Patienten befanden sich in einem fortgeschrittenen Stadium“, berichtete Dr. Volkmar Böhme, Hamburg.

Das Gesamtansprechen am Ende der Induktion war mit 88,5% bzw. 86,9% unter Obinutuzumab bzw. Rituximab identisch, die Rate an Komplettremissionen war, bestimmt mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET), mit 71,4% vs. 59,7% jedoch signifikant höher (2). Das mediane progressionsfreies Überleben (mPFS) als primärer Endpunkt wurde bislang in beiden Armen nicht erreicht. Der mediane Follow-up nach 34,5 Monaten zeigte, dass unter Obinutuzumab noch 80% und unter Rituximab noch 73,3% der Patienten progressionsfrei waren (HR=0,66; 95%-KI: 0,51-0,85; p=0,0012). Dieses um 34% reduzierte Risiko für eine Progression verlängert das mPFS für den Obinutuzumab-Arm um den Faktor 1,5. Bliebe dieser Faktor über den weiteren Verlauf erhalten, kann unter Annahme eines mPFS von 6 Jahren für den Rituximab-Arm, extrapoliert aus den Daten der PRIMA-Studie, eine 3-jährige Verbesserung des PFS unter Obinutuzumab erwartet werden, prognostizierte Böhme. Der Vorteil für Obinutuzumab war in allen Chemotherapie-Regimen zu sehen.

Das 3-Jahres-Überleben war in beiden Behandlungsarmen gleich (94% -vs. 92,1%). Die Zeit bis zur nächsten Lymphom-Behandlung war nach 34,5 Monaten jedoch signifikant unterschiedlich: benötigten unter Obinutuzumab 87% noch keine erneute Therapie, waren es unter Rituximab 81% (p=0,0094). Ein früher Progress innerhalb von 24 Monaten nach Induktionstherapie (POD24), den etwa 20% der Patienten entwickeln und der mit einer schlechten Prognose assoziiert ist, konnte unter Obinutuzumab/Chemotherapie um 46% reduziert werden (9% vs. 16%) (3).

Michael Koczorek

Quelle: Praxis-Pressegespräch „Praxisfokus FL: Starke Perspektiven mit Gazyvaro®“, 22.08.2018, Hamburg; Veranstalter: Roche Pharma AG

Literatur:

(1) Marcus R et al. ASH 2016; Abstract 6, oral presentation.
(2) Trotman J et al. Hematol Oncol 2017; 35(S2): 38-40.
(3) Launonen A et al. ASH 2017; Abstract 1490, poster presentation.


Das könnte Sie auch interessieren

Personalisierte Medizin in der Onkologie: Behandlung bestmöglich auf den Patienten zuschneiden

Medikamente möglichst maßgeschneidert auf die spezifischen Merkmale einer Krankheit zuzuschneiden und diese gezielt bei jenen Patienten einzusetzen, denen sie am besten helfen, lautet das Credo der Personalisierten Medizin. Dank vertiefter Kenntnisse über die molekularbiologischen Ursachen von Krankheiten gibt es heute bereits eine Reihe von innovativen diagnostischen Tests, durch die Patienten identifiziert werden können, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs im Vordergrund.

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erstlinienbehandlung des FL: Chemo-Immuntherapie mit Obinutuzumab überlegen wirksam"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.