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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. November 2016 Erste Hilfe bei „Jung & Krebs“ – Tipps aus der eigenen Perspektive

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 15.000 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren an Krebs. Die Diagnose setzt ihren Zukunftsplänen ein jähes Ende und sie fühlen sich oft alleingelassen mit ihren Sorgen, Ängsten und Nöten. Ein „Erste-Hilfe“-Faltblatt und eine Website mit Ratschlägen von jungen Betroffenen soll das ändern.
Brustkrebs, Hodenkrebs, schwarzer Hautkrebs, Schilddrüsenkrebs und lymphatische Krebserkrankungen machen etwa zwei Drittel der Neuerkrankungen aus. Die Heilungschancen liegen bei etwa 80%. Diese Fakten nennt Prof. Dr. Mathias Freund, Rostock. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, welche nach Gesprächen mit jungen Erkrankten das Projekt „Jung & Krebs – Erste Hilfe – Tipps von Betroffenen“ mit Faltblatt und Website umgesetzt hat.

Junge Tumorpatienten geraten „mit ihren speziellen Problemen leicht in den Schatten der Aufmerksamkeit“, so der Onkologe. Dabei treffe sie die Diagnose in besonderer Weise: gerade aus dem Elternhaus ausgezogen, mitten in der Ausbildung, erste Schritte im Beruf, eine Familie oder eine Firma gegründet, Kredite aufgenommen: „Alles wird mit einem Schlag in der aktivsten Phase des Lebens infrage gestellt.“

Franziska bestätigt das. Sie ist Studentin. Hodgkin-Lymphom lautete die Diagnose 2013, welche sie ein ganzes Jahr von Universitätsalltag und Studentenleben fernhielt. „Ich habe mich im Krankenhaus oft einsam gefühlt“, erklärt die 26-Jährige mit Verweis auf die älteren Patienten um sie herum in der Klinik. Es habe ihr gefehlt, mit jemandem sprechen zu können, dabei seien doch gerade die ersten Tage nach der Diagnose wichtig, z.B. hinsichtlich Entscheidungen zur Fruchtbarkeit. Doch „was danach kommt“, werde ganz oft vernachlässigt, auch von den Ärzten. Franziska hat deshalb am Projekt mitgewirkt. „Tausche dich aus, es ist dein Leben“, rät sie Betroffenen. In einem der Videos spricht sie mit Timo und Bernd über Familienplanung, Samenspende und die Beratung in einem Kinderwunschzentrum.

Unterstützt wird das Projekt von Ärzteverbänden wie BNHO, DGHO und dem Bundesverband Deutscher Pathologen e.V. Es geht um Tipps zum Umgang mit der Erkrankung, mit sich selbst, mit Angehörigen, Arbeitgebern und auch mit behandelnden Ärzten. 300.000 „Erste-Hilfe“-Faltblätter sind gedruckt. Unter anderem werden Pathologen diese zukünftig dem Befundschreiben beilegen. Zudem gibt es inzwischen 10 Videos auf www.erstehilfe-krebs.de.

Cornelia Kolbeck

Quelle: Pressekonferenz „Jung & Krebs – Erste Hilfe – Tipps von Betroffenen“, 11.10.2016; Veranstalter: Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs


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