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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2017 Erfahrungen mit Ibrutinib in der Therapie der CLL

Ibrutinib ist der erste orale Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitor, der zur Therapie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) zugelassen ist. Als Einzelsubstanz wird Ibrutinib in der Behandlung erwachsener Therapie-naiver CLL-Patienten eingesetzt, auch bei solchen mit 17p-Deletion oder TP53-Mutation. Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer, Ulm, stellte die Daten der Zulassungsstudie vor, in der die Wirksamkeit von Ibrutinib im Vergleich zu Chlorambucil bei nicht vorbehandelten CLL-Patienten ohne 17p-Deletion untersucht wurde.
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Der primäre Endpunkt war die progressionsfreie Überlebenszeit (PFS). Nach 24 Monaten waren in der Ibrutinib-Gruppe 89% der Patienten stabil, in der Chlorambucil-Gruppe noch 34% (p<0,0001) (1). Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (AEs) vom Grad 1/2 waren unter Ibrutinib Diarrhoe, Fatigue, Husten, Anämie und Übelkeit. Schwere Grad 3/4-AEs waren Neutropenie, Anämie, Pneumonie und Diarrhoe. Auch intrakutane Blutungen und Vorhofflimmern traten unter Ibrutinib häufiger auf.


Ibrutinib nach Rezidiv

Prof. Dr. Clemens Wendtner, München, beschrieb den Einsatz des BTK-Inhibitors bei vortherapierten Patienten. In dieser Situation ist Ibrutinib in Kombination mit Bendamustin und Rituximab (BR) zugelassen. In der Zulassungsstudie bekamen insgesamt 527 Patienten entweder Ibrutinib+BR oder Placebo+BR. Der primäre Endpunkt war das PFS; sekundäre Endpunkte u.a. Gesamtansprechrate und Gesamtüberlebenszeit (OS). Die Ergänzung von Ibrutinib zum BR-Regime resultierte in signifikant verbesserten Therapieergebnissen (2, 3). Patienten mit einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation profitieren fast genauso gut, wie CLL-Patienten ohne diese genetischen Risiken. Die Follow-up-Analyse nach median 25,4 Monaten ergab u.a., dass das mediane PFS unter Placebo+BR bei 14,2 Monaten lag und unter Ibrutinib+BR noch nicht erreicht wurde (HR=0,199; p<0,0001). Zusätzliche AEs im Vergleich zur Ibrutinib-Monotherapie traten in der Kombinationstherapie nicht auf.

Dr. Maren Mundt

Quelle: Symposium „Neues und Altbewährtes in der Therapie der Lymphome und myeloischen Erkrankungen“, DGHO, 29.09.2017, Stuttgart; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Burger JA et al. N Engl J Med 2015;373:2425-37.
(2) Chanan-Khan A et al. Lancet Oncol 2016; 17(2):200-11.
(3) Fraser G et al. ASCO 2016, Poster presentation #7525.


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