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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. April 2016 Eltrombopag bei chronischer ITP: Mehr Thrombozyten, weniger Blutungen

Eltrombopag (Revolade®) ist nun auch für Patienten mit therapierefraktärer chronischer Immunthrombozytopenie (ITP) zugelassen, die vorher nicht splenektomiert wurden. Aufgrund einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) können in der EU voraussichtlich bald auch Kinder ab 1 Jahr mit therapierefraktärer chronischer ITP mit Eltrombopag behandelt werden.
Ziel der Behandlung von Patienten mit ITP ist die Vermeidung von klinisch relevanten Blutungen. Als Erstlinientherapie wird in der Regel ein Glukokortikoid eingesetzt, bei schweren Blutungen ist ggf. eine Notfalltherapie mit Immunglobulinen erforderlich. Zu den therapeutischen Optionen bei persistierender oder chronischer ITP gehört außer der Splenektomie auch die Behandlung mit einem Thrombopoetinrezeptor-Agonisten wie Eltrombopag. Wirksamkeit und Sicherheit von Eltrombopag bei chronischer ITP wurden in 2 offenen und 2 kontrollierten Studien untersucht. Darin zeigte sich nach 6-monatiger Gabe von Eltrombopag ein Anstieg der Thrombozytenzahlen und eine Reduktion von Blutungen im Vergleich zu Placebo.

Eltrombopag ist seit 2010 zur Behandlung splenektomierter Patienten mit chronischer ITP zugelassen, die gegenüber anderen Therapien refraktär sind. Aufgrund einer kürzlich ausgesprochenen Zulassungserweiterung ist die Splenektomie nun keine Voraussetzung mehr für die Behandlung mit Eltrombopag. Diese Erweiterung beruht unter anderem auf einer Subgruppenanalyse der RAISE-Studie, die ein Ansprechen auf Eltrombopag während der 6-monatigen Behandlung unabhängig vom Splenektomiestatus zeigte. Außerdem sprach die EMA Ende Januar 2016 eine Empfehlung für die Zulassung von Eltrombopag zur Behandlung von Kindern mit chronischer ITP im Alter von 1 Jahr und älter aus, die gegenüber anderen Therapien refraktär sind. Aufgrund der Zulassungserweiterung und der -empfehlung könnten in Zukunft noch mehr ITP-Patienten von einer Therapie mit Eltrombopag profitieren, resümierte Prof.  Aristoteles Giagounidis, Düsseldorf. Er stellte zudem Daten vom ASH-Kongress 2015 zum Ausschleichen („Tapering“) von Eltrombopag bei Patienten mit Plättchenzahlen über 50.000/µl vor. Sie durften in 4-wöchigen Intervallen die Dosis um jeweils 10-20% reduzieren. 10 von 32 Patienten konnten so innerhalb von 2 Jahren die Therapie komplett absetzen, dies waren insbesondere Patienten mit längerer Eltrombopag-Therapie und solche ohne vorherige Splenektomie.

Dr. Beate Grübler

Quelle: Science-Talk „Revolade® (Eltrombopag) bei Immunthrombozytopenie – Aktuelle ASH-Highlights und erweiterte Behandlungsperspektiven“, DKK, Berlin, 24.02.2016; Veranstalter: Novartis


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