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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

14. Februar 2018 Eisenchelation auch bei Niedrigrisiko-MDS mit Überlebensvorteil verbunden

Eine Eisenüberladung, meist aufgrund häufiger Erythrozytentransfusionen, erhöht Morbidität und Mortalität von Patienten mit verschiedenen Grunderkrankungen, z.B. Niedrigrisiko-MDS (Myelodysplastische Syndrome). Zahlreiche Untersuchungen lassen vermuten, dass eine Eisenchelationstherapie das Überleben solcher Patienten verlängert, und beim Kongress der American Society of Hematology (ASH) in Atlanta wurden 2 weitere, methodisch gut gemachte Studien dazu präsentiert.
Irische Hämatologen um Colleen Wong, Dublin, analysierten retrospektiv die Daten von 138 Patienten mit Niedrigrisiko-MDS laut International Prognostic-Scoring-System (IPSS; (1)). 59 von ihnen erhielten für median 13 Monate eine Eisenchelation, meist mit Deferasirox (Exjade®). Daraus ergab sich beim Gesamtüberleben ein signifikanter Vorteil (Medianwert nach 105 Monaten nicht erreicht vs. 50,1 Monate für die nicht chelierten Patienten), der auch in einer multivariaten Analyse erhalten blieb. Außerdem verlängerte die Chelation hochsignifikant die Zeit bis zu einer ersten Infektion.

Da es randomisierte Studien zu diesem Thema kaum je geben wird, analysierten Kollegen um Marlijn Hoeks, Leiden, retrospektiv Daten von 2.205 Patienten mit Niedrigrisiko-MDS aus dem EUMDS-Register, von denen 205 eine Eisenchelation erhielten (zu etwa drei Viertel Deferasirox; (2)). Im Vergleich mit einer Gruppe von 657 nicht chelierten Patienten konnte die Eisenchelation das Mortalitätsrisiko um 34% reduzieren (HR=0,66), in einer multivariaten Analyse noch um 25% (HR=0,75; p=0,79).

In einem Propensity-Score-Matching-Modell, bei dem man noch mehr Variablen kontrollieren kann als in einer klassischen multivariaten Analyse, lag die grobe Hazard Ratio für Überleben für die 128 chelierten Patienten gegenüber 223 gematchten, nicht chelierten Kontrollen bei 0,62 (95%-KI: 0,39-0,98), ohne Propensity-Score-Matching hingegen bei 0,77, bei den mit Deferasirox chelierten Patienten betrugen die entsprechenden Werte 0,58 (95%-KI: 0,33-1,01) bzw. 0,71. Der klinische Nutzen einer Eisenchelation bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS wird damit zumindest sehr wahrscheinlich.

Mit freundlicher Unterstützung der Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Josef Gulden

Literatur:

(1) Leitch H et al. Iron overload in lower International Prognostic Scoring System risk myelodysplastic syndromes patients receiving red blood cell transfusions: Relation to infection and possible benefit of iron chelation therapy. ASH 2017, Abstract #2986.
(2) Hoeks M et al. Impact of treatment with iron chelation therapy in lower-risk MDS patients participating in the European LeukemiaNet MDS (EUMDS) registry. ASH 2017, Abstract #425.


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