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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

31. Juli 2017 Effektives orales Tripel-Regime beim multiplen Myelom

Mit Ixazomib steht seit kurzem der erste orale Proteasom-Inhibitor (PI) für die Behandlung des rezidivierten oder refraktären multiplen Myeloms (rrMM) zur Verfügung. In TOURMALINE-MM2 führte die zusätzliche Gabe des PI zu Lenalidomid/Dexamethason (Rd) zu einer relevanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS). In der China Continuation Study (CCS) konnte jetzt erstmals auch ein signifikanter Überlebensvorteil bei zusätzlicher Ixazomib-Gabe belegt werden.
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Fachinformation
Nach positiven Daten einer Phase-I/II-Studie mit Ixazomib (Ninlaro™) in Kombination mit dem Standardregime Rd wurde sehr schnell die Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie TOURMALINE-MM1 initiiert, in der Rd bei 722 rrMM-Patienten mit dem Triplett Ixazomib plus Rd verglichen wurde (1). 62% der Teilnehmer hatten eine, der Rest bereits 2 oder 3 Vortherapien erhalten. Rund 70% der Patienten beider Arme waren zuvor bereits mit einem PI behandelt worden, informierte Prof. Dr. Philippe Moreau, Nantes, Frankreich. Rund 20% waren zytogenetisch als Hochrisiko-Kollektiv charakterisiert.

Die Addition von Ixazomib zu Rd führte zu einer signifikanten Verbesserung des PFS (primärer Endpunkt) um relativ 35% im Vergleich zu Rd allein: Kontroll-Patienten lebten nur 14,7 Monate ohne Progress, was Moreau als gutes Ergebnis für dieses Regime bewertete. Die zusätzliche Ixazomib-Gabe führte dennoch zu einer Verlängerung um weitere 6 Monate auf 20,6 Monate (HR=0,74; p=0,01). Der PFS-Benefit war in allen vorab spezifizierten Subgruppen konsistent; er galt auch für Patienten mit vorheriger Bortezomib-Exposition und Hochrisiko-Patienten. „Ixazomib scheint den negativen Einfluss der Hochrisikogenetik wettzumachen“, betonte Moreau. Auch das Ansprechen wurde durch den PI verbessert; die Remissionen vertieften sich noch bei längerer Therapiedauer. Dank der günstigen Verträglichkeit können Patienten eine längerfristige Behandlung laut Moreau gut durchhalten. Auch die mit dem EORTC-Fragebogen QLQ-C30 blieb im Studienverlauf erhalten und war bei Studienende besser als im Kontrollarm.

Bestätigt werden die positiven Daten zu Ixazomib durch die CCS-Studie, eine in China erstellte Erweiterungsstudie von TOURMALINE-MM1 (2). Patienten dieser Studie hatten eine weiter fortgeschrittene Erkrankung und waren stärker vortherapiert als die in TOURMALINE-MM1. Dennoch führte Ixazomib gegenüber Placebo auch hier zu einer ausgeprägten PFS-Verbesserung um 67% (6,7 vs. 4,0 Monate). In dieser Untersuchung findet sich bereits ein Vorteil im Gesamtüberleben, das von 15,8 Monaten im Kontrollarm auf 25,8 Monate durch Ixazomib verlängert wurde.

(ka)

Quelle: Satellitensymposium “Continuous therapy in multiple myeloma: on target with proteasome inhibition” im Rahmen des 22nd Congress of the European Hematology Association, 22.06.2017, Madrid; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Moreau P et al. N Engl J Med 2016;374:1621-34.
(2) Hou J et al. MW 2017; Poster.


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