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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. Juli 2017 Chronische lymphatische Leukämie: Ist die CLL bald durch nicht-zytotoxische Substanzen kontrollierbar?

Bei der Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) hat es in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gegeben, wobei sich die Prognose der Patienten stetig verbessert hat. Der Trend setzt sich derzeit weiter fort und nährt die Hoffnung, dass die CLL bald eine auch ohne zytotoxische Substanzen kontrollierbare Erkrankung sein wird. Allerdings ist gut zu differenzieren, bei welchem Patienten welches Vorgehen angezeigt ist.
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Entscheidend für die Therapiewahl ist laut Prof. Dr. Michael Hallek, Köln, insbesondere die individuelle Prognose. Für die Differenzierung zwischen Hoch- und Niedrigrisiko-Patienten sind vor allem genetische Faktoren, das Krankheitsstadium sowie Alter und Allgemeinzustand bedeutsam. Da es sich allerdings bei CLL-Patienten meist um ältere Menschen handelt, können nicht alle potenziellen Therapie-Regime bei allen Patienten eingesetzt werden, berichtete Hallek.

Liegt eine inaktive Erkrankung, Stadium Binet A-B, Rai 0-II vor, ist zunächst keine Behandlung erforderlich. Bei Patienten mit aktiver Erkrankung oder Stadium Binet C oder Rai III-IV ist eine Therapie indiziert, wobei entsprechend dem Fitnesszustand zwischen „Go-go“- und „Slow-go“-Patienten zu differenzieren ist. Bei del(17p)- und p53mut-negativen „Go-go“-Patienten ist weiterhin eine Standard-Behandlung mit Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab (FCR-Schema) indiziert und bei einem Lebensalter über 65 Jahren ist alternativ wegen des meist erhöhten Infektionsrisikos eine Behandlung mit Bendamustin plus Rituximab zu erwägen. Sind die genetischen Faktoren del(17p) und p53mut positiv, kommt eine Behandlung mit Ibrutinib oder Idelalisib + Rituximab in Frage, und es ist gegebenenfalls eine allogene Stammzelltransplantation zu erwägen.

Anders sieht die Situation beim „Slow-go“-Patienten aus, wobei bei del(17p)- und p53mut-negativen Patienten eine Therapie mit Ibrutinib oder Chlorambucil + Obinutuzumab zu erwägen ist, oder mit Ofatumumab oder Rituximab. Sind die genetischen Faktoren positiv, kann mit Ibrutinib, Idelalisib und Rituximab oder Rituximab oder Ofatumumab behandelt werden.

Es besteht dabei nach Hallek die Hoffnung, die CLL bei diesen Patienten mittels der neuen Substanzen und somit auch nicht-zytotoxisch unter Kontrolle zu bringen. Abschätzen lässt sich die Prognose, so Hallek, recht einfach anhand weniger Fragen mittels der sogenannten CLL-IPI-Kalkulation, die auch als App verfügbar ist (www.qxmd.com/calculate).

Christine Vetter (cv)

Quelle: Symposium „Lymphome“ beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, 30.04.2017, Mannheim; Veranstalter: Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML)


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