Mittwoch, 21. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Dezember 2018 Cholangiokarzinom: Mutationen des Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptors ins Visier nehmen

Es gibt Hinweise darauf, dass eine FGFR-Translokation in die Pathogenese des Gallengangskarzinoms involviert ist. Im FIGHT-Studienprogramm wird der selektive FGFR1/2/3-Inhibitor Pemigatinib derzeit in Phase-II-Studien untersucht. Während des ESMO-Kongresses wurde eine Interimsanalyse der Studie FIGHT-202 im Rahmen einer Poster-Diskussionssitzung vorgestellt (1).
Anzeige:
Fachinformation
Patienten mit inoperablen Gallenwegskarzinomen haben eine ungünstige Prognose. Zurzeit gibt es keine etablierte Zweitlinientherapie nach Versagen der Erstlinientherapie, die aus Gemcitabin und Cisplatin besteht. Das mediane Gesamtüberleben (OS) und das progressionsfreie Überleben (PFS) für diese Patienten in der Zweitlinientherapie beträgt 7,2 bzw. 3,2 Monate. Bei intrahepatischen Cholangiokarzinomen konnten FGFR2-Translokationen nachgewiesen werden. Das war die Rationale, die Effektivität des selektiven FGFR-Inhibitors Pemigatinib bei Patienten mit Gallengangskarzinomen in der FIGHT-202-Studie zu prüfen.
 
Pipeline Incyte
Die zielgerichtete und immunonkologische Therapie spielt eine große Rolle im Portfolio von Incyte Biosciences, das u.a. die zielgerichteten Therapeutika Ruxolitinib (JAK1/JAK2) und Ponatinib (BCR-ABL) entwickelt hat. Das Ziel von Pemigatinib sind Veränderungen des Fibroblasten-Wachstumsfaktor bzw. des entsprechenden Rezeptors. FGFR1-Veränderungen wurden bei 8p11 myeloproliferativen Neoplasien, FGFR2-Veränderungen bei Cholangiokarzinomen und FGFR3-Veränderungen bei Blasenkrebs nachgewiesen. Das Studienprogramm FIGHT-201 wird bei Patienten mit Blasenkarzinomen durchgeführt. Das Ende der FIGHT-202-Studie ist erreicht, wenn der 100. Patient in die Kohorte A eingeschlossen ist. Nach den Ergebnissen der zweiten Interimsanalyse wird für die Indikation Cholangiokarzinom eine Einreichung des Antrags auf Arzneimittelzulassung bei FDA sowie EMA für 2019 angestrebt. In der Zweitlinientherapie des Gallenwegskarzinoms gibt es zur Zeit keine Substanz, mit der vergleichbare Ansprechraten erreicht werden.

In die nicht verblindete Phase-II-Studie FIGHT-202 waren Patienten mit nicht resezierbaren Gallengangskarzinomen aufgenommen worden, die unter mind. einer Vortherapie progredient geworden waren. Sie wurden in 3 Kohorten eingeteilt: Kohorte A: Patienten mit FGFR2-Translokationen, Kohorte B: Patienten mit anderen genetischen FGF/FGFR-Veränderungen und Kohorte C: Patienten, die keine FGF/FGFR-Veränderungen aufwiesen. Alle wurden mit 1x täglich 13,5 mg Pemigatinib in einem 21-Tage-Zyklus (2 Wochen Therapie/1 Woche Pause) bis zu radiologischer Progression oder nicht akzeptabler Toxizität behandelt. Zur Zeit der Interimsanalyse waren n=47 bzw. n=22 bzw. n=18 Patienten in die einzelnen Kohorten aufgenommen worden und ihre Nachbeobachtungszeit betrug jeweils mind. 8 Monate. Der erste Studienendpunkt, die Gesamtansprechrate betrug 40% vs. 0% vs. 0% in den Kohorten A, B bzw. C. Daraufhin wurde bereits im Sommer 2018 die Rekrutierung in die Kohorten B und C gestoppt. Bei den Patienten der Kohorte A betrug das mediane PFS 9,2 Monate und das mediane OS 15,8 Monate. Pemigatinib wurde gut vertragen. An Nebenwirkungen (alle Grade) traten Hyperphosphatämie (61%), Alopezie (42%), Diarrhoe (39%) und verringerter Appetit (37%) auf. Die Hyperphosphatämie konnte mit diätetischen Maßnahmen, Phosphatbindern oder Dosismodifikationen gemanagt werden.

Dr. rer. nat. Annette Junker

Quelle: Posterpräsentation „Abstract 756P“, ESMO, 21.10.2018, München; Veranstalter: Incyte

Literatur:

(1) Hollebecque A et al. Poster 756P, presented at the ESMO congress 2018, 19.10.2018.
(2) Lamarca A et al. Ann Oncol 25(12):2328-38.


Das könnte Sie auch interessieren

Bewegungstherapie bei Krebs

Bewegungstherapie bei Krebs
© Fotolia / Kzenon

Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum...

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt...

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

Am 1. Oktober 2016 ist Internationaler Morbus Gaucher-Tag. Für die Passanten in der Frankfurter Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen wird dies kein gewöhnlicher Einkaufssamstag werden. Denn an diesem Tag wollen Sanofi Genzyme und die Patientenorganisation Gaucher Gesellschaft Deutschland e. V. (GGD) das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die seltene Stoffwechselerkrankung Morbus Gaucher [sprich: go-schee] lenken – und zwar mit der Aktion „AugenBLICK für...

Rudern gegen Krebs

Rudern gegen Krebs
© Universitätsklinikum Ulm

Die dritte Benefiz-Regatta Rudern gegen Krebs auf der Donau unter der Schirmherrschaft des Ulmer Oberbürgermeisters Gunter Czisch startet am Sonntag, 26. Juni 2016. Initiator und Veranstalter ist die Stiftung Leben mit Krebs in bewährter Kooperation mit der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm und dem Ulmer Ruderclub Donau e. V.. Bereits am 21. April starten die Patientinnen und Patienten offiziell mit dem Vorbereitungstraining für die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Cholangiokarzinom: Mutationen des Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptors ins Visier nehmen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren