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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2018 Chemotherapie-freie Erstlinientherapie der CLL

In den letzten Jahren basierte die Erstlinienbehandlung der CLL (chronische lymphatische Leukämie) auf Chemo-Immuntherapien wie Fludarabin/Cyclophosphamid/Rituximab (FCR). Heute besteht die Möglichkeit, primär therapienaiven CLL-Patienten mit dem Brutonkinase-Inhibitor Ibrutinib (Imbruvica®) eine Chemotherapie-freie und dennoch hocheffektive Behandlung anzubieten.
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Nach Daten der CLL-10-Studie ist FCR unabhängig vom Lebensalter der Behandlung mit BR (Bendamustin/-Rituximab) überlegen (1). Beide Regime waren mit erheblichen Nebenwirkungen assoziiert, berichtete Prof. Dr. Matthias Rummel, Gießen. 84% (FCR) bzw. 59% (BR) litten unter Neutropenie Grad 3/4, 39% bzw. 27% unter Infektionen Grad 3/4. Die therapiebedingte Mortalität betrug 4,6% bzw. 2,1%, 6,1% bzw. 3,6% erkrankten an sekundären Neoplasien. Außerdem entwickelten die Patienten selbst nach einer Komplettremission mehr oder weniger rasch Rezidive. Es gibt Hinweise, dass sich die Effektivität der Chemo-Immuntherapie durch Gabe von Obinutuzumab statt Rituximab steigern lässt, aber bisher, so Rummel, wurde Obinutuzumab ausschließlich in Kombination mit Chlorambucil geprüft (2) und zugelassen.


Ibrutinib hocheffektiv und gut verträglich

Nach der Zulassung von Ibrutinib bietet sich erstmals die Möglichkeit einer Chemotherapie-freien CLL-Erstlinienbehandlung. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie RESONATE-2 wurden nach Angabe des Hämatologen und Onkologen Prof. Dr. Martin Trepel, Augsburg, 269 therapienaive Patienten („ein relativ typisches CLL-Klientel“) randomisiert mit Ibrutinib oder Chlorambucil behandelt. Die jüngste Auswertung der Studie nach 4 Jahren Follow-up bestätigte die hohe Überlegenheit von Ibrutinib mit einer Verbesserung der progressionsfreien Überlebens (PFS)-Rate auf 74% vs. 16% (HR=0,137; 95%-KI: 0,090-0,210) (3). Auch Hochrisiko-Patienten, die unter Chemo-Immuntherapie eine sehr schlechte Prognose haben, profitierten von Ibrutinib, erläuterte Trepel: So beeinflusste Ibrutinib die PFS-Rate nach 4 Jahren bei unmutiertem IGVH (immunglobulin heavy-chain variable region gene) ähnlich effektiv (75% vs. 4%) wie bei mutiertem IGVH (79% vs. 29%). Ibrutinib wurde von den meis ten Patienten gut vertragen. Wichtig sei, so Trepel, dass Ibrutinib unter der Dauertherapie keine kumulative  Toxizität induziert.

Dr. Günter Springer

Quelle: Experten-Debatte „Chemotherapie-freie Erstlinienbehandlung der CLL?“, 26.06.2018, Mannheim; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Eichhorst B et al. Lancet Oncol 2016;17(7):928-942.
(2) Goede V et al. Blood 2015;126:1733.
(3) Burger JA et al. EHA 2018; Abstract PF343.


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