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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2018 CLL: Ibrutinib breit einsetzbare orale Therapie

Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Ibrutinib eignet sich in der Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) für ein breites Spektrum von Patienten, insbesondere ist er gut wirksam und anwendbar bei Vorliegen zytogenetischer Risikofaktoren und bei unfitten Patienten.
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Mit einer Chemoimmuntherapie kann bei 41 bis 70% der CLL-Patienten ein komplettes Ansprechen erreicht werden, so Prof. Dr. Mathias Rummel, Gießen. Sie wird im Gegensatz zur gezielten Therapie nur über eine begrenzte Zeit gegeben. Insbesondere Patienten mit nicht mutiertem IgHV-Status, mit 17p- oder 11q-Deletion, sprechen aber nicht gut auf diese Therapieform an. Deshalb sieht Rummel das Einsatzgebiet der Chemoimmuntherapie vor allem bei Low-risk-Patienten, d.h. fitten Patienten ohne 17p- oder 11q-Deletion mit mutiertem IgHV-Status. Dies wird auch in den aktuellen Onkopedia-Leitlinien empfohlen: Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Ibrutinib (Imbruvica®) wird in Monotherapie bei Patienten mit 17p- oder 11q-Deletion in der Erstlinienbehandlung empfohlen und bei unfitten Patienten ohne Deletion, wenn sie über 65 Jahre alt sind.

Das im Vergleich zur Chemotherapie günstigere Toxizitätsprofil von Ibrutinib erfordert dennoch Aufmerksamkeit: Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie, Pneumonie, Hypertonie, Vorhofflimmern oder Durchfall vom Schweregrad ≥ 3 können auftreten. Am häufigsten sind diese unerwünschten Wirkungen im ersten Jahr der Behandlung.

Extensionsdaten der Phase-Ib/II-Studie PCYC-1102 belegen nach Aussage von Prof. Dr. Paul Graf La Rosée, Villingen-Schwenningen, dass die Wirksamkeit der Ibrutinib-Therapie auch über eine Therapiedauer von bis zu 44 Monaten bei Therapie-naiven und bei rezidivierten bzw. refraktären CLL-Patienten anhält (1). Bei Patienten, die Ibrutinib als Erstlinientherapie erhalten und deren Diagnose in einem Alter von durchschnittlich 70 Jahren gestellt wurde, entspricht die Überlebenszeit der Überlebenszeit der Gesamtbevölkerung.

Dr. Susanne Heinzl

Quelle: Experten-Debatte: „Zukunft der Chemo-therapie in der Erstlinienbehandlung der chronischen lymphatischen Leukämie – heute und morgen“, 21.11.2017, Stuttgart; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Coutre S et al. Clin Cancer Res 2017;23:1149-55.


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