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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. September 2016 Brentuximab Vedotin – neue Therapieoption beim CD30+ Hodgkin-Lymphom

Rund jeder zweite Patient mit autologer Stammzelltransplantation aufgrund eines CD30+ Hodgkin-Lymphoms erleidet ein Rezidiv. Für die konsolidierende Behandlung dieser Patienten ist jetzt das gegen das CD30-Antigen gerichtete Antikörper-Drug-Konjugat Brentuximab Vedotin zugelassen worden.
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Die Zulassung von Brentuximab Vedotin (Adcetris®) basiert auf den Daten der Phase-III-Studie AETHERA, in der der Wirkstoff als konsolidierende Therapie bei 329 rezidivierenden Patienten mit CD30+ Hodgkin-Lymphom nach Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation geprüft wurde. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), beurteilt von einer unabhängigen Reviewergruppe.

Die konsolidierende Behandlung wurde 30-45 Tage nach Transplantation begonnen und alle 3 Wochen für 16 Zyklen i.v. verabreicht. Bei einem mittleren Follow-up von 24 Monaten hatten die Patienten unter Verum ein PFS von 42,9 Monaten vs. 24,1 Monaten in der Placebo-Kontrollgruppe. „Der Unterschied war hochsignifikant“, erklärte Prof. Dr. Andreas Engert, Köln. Nach 24 Monaten lag das PFS unter Brentuximab Vedotin bei 63% vs. 51% unter Placebo. Noch größer war der Unterschied bei der Beurteilung durch die behandelnden Ärzte mit 65 vs. 45% (1). Bei der univariaten Risikofaktorenanalyse zeigte sich in nahezu allen Risikogruppen ein Vorteil der Behandlung mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, so Engert.

Durch die Zulassung von Brentuximab Vedotin gebe es nun erstmals in Europa eine gut verträgliche und wirksame Therapieoption, die direkt nach der Stammzelltransplantation zur Reduktion des Rezidivrisikos bei Hodgkin-Patienten mit erhöhtem Risiko eingesetzt werden kann. Die Adhärenz war Engert zufolge „exzellent“, die mittlere Zahl der Behandlungszyklen lag bei 15 der 16 geplanten Zyklen. Auch das verdeutlicht, dass die Behandlung gut vertragen wurde. Allerdings waren periphere Neuropathien und Neutropenien in der Verumgruppe häufiger.

Die Daten eines Follow-ups 1 Jahr nach der primären Analyse zeigten ein anhaltendes Plateau in der Kaplan-Meier-Kurve des PFS, die geschätzte PFS-Rate 3 Jahre nach der Randomisierung betrug 61% im Verumarm vs. 43% unter Placebo. Bei den meisten Patienten mit peripherer sensorischer Neuropathie besserten sich die Symptome oder verschwanden ganz (2).

Christine Vetter

Quelle: Pressekonferenz Adcetris®: „Mit Rückenwind zur 2nd-line-Therapie – auf dem Weg zum Standard bei CD30+ Tumoren?“ 27.08.2015, Köln; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Moskowitz CH et al. Lancet 2015; 385:1853-62.
(2) Sweetenham J et al. ASH 2015, #3172.


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