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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Oktober 2019
Seite 1/4
Aktuelle Therapie des Nierenzellkarzinoms

L. Bergmann1,3, A. Hartmann2, M. Ahrens1. 1Medizinische Klinik 2, Universitätsklinik Frankfurt, 2Institut für Pathologie, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, 3Ambulantes Krebszentrum Schaubstraße, Frankfurt.

In Europa erkranken jährlich ca. 99.000, davon ca. 16.400 Menschen in Deutschland, an einem Nierenzellkarzinom (RCC). Männer sind fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die meisten Nierenzellkarzinome sind klarzellig (ccRCC) mit ca. 75% Häufigkeit, bei 20-25% handelt es sich um nicht-klarzellige Nierenzellkarzinome (nccRCC) (2, 3). Die nccRCC bilden eine histopathologisch heterogene Gruppe mit ca. 15 unterschiedlichen Entitäten entsprechend der WHO-Klassifikation (4). Sarkomatoide Anteile können bei ccRCC und nccRCC vorhanden sein.
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Fachinformation
Die Therapie im fortgeschrittenen Stadium bestand bisher in einer Hemmung des „vascular endothelial growth factor“ (VEGF) durch Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) wie Sunitinib, Pazopanib, Axitinib und Tivozanib, dem VEGF-Antikörper Bevacizumab + Interferon-α oder auch „mammalian target of rapamycin“ (mTOR)-Inhibitoren wie Everolimus und Temsirolimus. Der TKI Cabozantinib, der auch c-Met inhibiert, und der Immuncheckpoint-Inhibitor (IO) Nivolumab sowie die Kombination Lenvatinib + Everolimus führen in der Zweit-/Drittlinie zu einer signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) (5-7). Die neueren Studien in der Erstlinie mit IO-Kombinationen wie Axitinib/Pembrolizumab, Axitinib/Avelumab oder bei intermediären und Hochrisiko-Patienten mit Nivolumab/Ipilimumab zeigten eine Überlegenheit gegenüber einer alleinigen TKI-Therapie mit Sunitinib im Gesamtansprechen (ORR), dem progressionsfreien Überleben (PFS) und OS (8-10).

 
Die Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms hat sich in der Erstlinie deutlich durch die Kombinationen von Axitinib/Pembrolizumab und Axitinib/Avelumab für alle Risikogruppen und von Ipilimumab/Nivolumab für die intermediären und Hochrisikogruppen verbessert. Eine Priorisierung von bestimmten Kombinationen für Patientengruppen kann derzeit bei fehlenden vergleichenden Studien nicht erfolgen. Mit diesen neuen Erstlinienoptionen ergeben sich in der Zweit- und nachfolgenden Therapielinien bei fehlender Datenlage und Evidenz neue Herausforderungen. Allgemein sollten nicht in der Erstlinie applizierte Substanzen in den nachfolgenden Sequenzen eingesetzt werden.


 
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