Dienstag, 25. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2019 TELESTO: Nutzen einer Eisenchelation mit Deferasirox bei Patienten mit MDS und transfusionsbedingter Eisenüberladung bestätigt

Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS) und niedrigerem Progressionsrisiko (low/int-1) benötigen meist regelmäßige Bluttransfusionen. Diese führen im Laufe der Zeit zu einer Eisenüberladung, die die Organfunktion der Patienten überlastet und mit einem verkürzten Überleben assoziiert ist. Nun konnte erstmals in einer prospektiven, randomisierten, Placebo-kontrolliereten Studie gezeigt werden, dass eine Therapie mit dem Eisenchelator Deferasirox (Exjade®) bei betroffenen Patienten im Vergleich zu Placebo das ereignisfreie Überleben (EFS) verlängert.
Obwohl Daten aus retrospektiven Analysen und Registerstudien bereits darauf hingewiesen hatten, dass MDS-Patienten mit Eisenüberladung von einer Therapie mit Eisenchelatoren profitieren, fehlte bisher eine prospektive, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie. Beim ASH stellte Dr. Emanuele Angelucci, Genua, Italien, die mit Spannung erwarteten Daten der Studie TELESTO vor, der ersten randomisierten, doppelblinden Phase-II-Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit des Eisenchelators Deferasirox im Vergleich zu Placebo bei MDS-Patienten mit low/int-1-Risiko und transfusionsbedingter Eisenüberladung evaluiert wurde [1].

225 transfusionsbedürftige Patienten mit MDS (72,4% int-1, die übrigen low-risk) erhielten nach 2:1 Randomisierung entweder Deferasirox (n=149) oder Placebo (n=76). Primärer Studienendpunkt war das EFS, das anhand eines gemischten primären Endpunkts bestimmt wurde, in den Todesfälle und nicht-tödliche Ereignisse durch kardiale und Leberfunktionsstörungen ebenso eingingen wie Transformationen zur AML. Wichtige sekundäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und die Sicherheit.

Wie Angelucci berichtete, war die mediane Behandlungszeit unter Deferasirox im Vergleich zu Placebo um 217 Tage verlängert (587,5 vs. 370,5 Tage); 43,9% der Deferasirox- und 25,0% der Placebo-Patienten erhielten eine Behandlung für mind. 2 Jahre. Das mediane EFS war unter dem Eisenchelator um 349 Tage (1.440 Tage; 95%-KI: 1.167-1.559) länger als unter Placebo (1.091 Tage; 95%-KI: 820-1.348), entsprechend einem um 36,4% reduzierten Risiko, ein Ereignis zu erleiden (HR=0,636; 95%-KI: 0,42-0,96); p=0,015). Das geschätzte 3-Jahres-EFS betrug 61,5% (95%-KI: 52,2-69,6) unter Deferasirox gegenüber 47,3% (95%-KI: 31,8-61,3) unter Placebo. Der EFS-Vorteil betraf alle untersuchten Patientensubgruppen. In der Deferasirox-Gruppe zeigte sich auch ein Trend hin zu einem längeren medianen Gesamtüberleben (1.907 Tage vs. 1.509 Tage unter Placebo; p=0,2). Das Sicherheitsprofil von Deferasirox entsprach den Erwartungen und war konsistent mit früheren Untersuchungen. Wurden die unterschiedlichen Expositionszeiten berücksichtigt, waren die Raten an Nebenwirkungen unter Deferasirox gegenüber Placebo vergleichbar (für Diarrhoe 24,7 vs. 23,9%, für Pyrexie 21,8 vs.18,7%, für Infektionen der oberen Atemwege 16,7 vs. 22,7%, für Husten 12,6 vs. 11,3%), doch traten unter der Therapie mit dem Eisenchelator höhere Serum-Kreatinin-Werte auf (15,9 vs. 0,9%). Angeluccis Fazit: „TELESTO ist die erste prospektive, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie bei MDS-Patienten mit low/int-1-Risiko mit Eisenüberladung, die zeigt, dass die Behandlung mit Deferasirox zu einem längeren EFS im Vergleich zu Placebo führt.“


Mit freundlicher Unterstützung der Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Literatur:

1. Angelucci E et al. ASH 2018; Abstract 234.


Das könnte Sie auch interessieren

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
© RTimages / Fotolia.com

Die Mitgliederversammlung des José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. beschließt eine Mittelauskehr für zahlreiche Forschungs- und Projekt-Förderungen. Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Gabriele Kröner sagt dazu: „Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Initiator José Carreras streben wir mit der Förderung der medizinischen Forschung und Finanzierung von Infrastrukturprojekten an.“

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"TELESTO: Nutzen einer Eisenchelation mit Deferasirox bei Patienten mit MDS und transfusionsbedingter Eisenüberladung bestätigt"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich