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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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25. Januar 2019

TELESTO: Nutzen einer Eisenchelation mit Deferasirox bei Patienten mit MDS und transfusionsbedingter Eisenüberladung bestätigt

Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS) und niedrigerem Progressionsrisiko (low/int-1) benötigen meist regelmäßige Bluttransfusionen. Diese führen im Laufe der Zeit zu einer Eisenüberladung, die die Organfunktion der Patienten überlastet und mit einem verkürzten Überleben assoziiert ist. Nun konnte erstmals in einer prospektiven, randomisierten, Placebo-kontrolliereten Studie gezeigt werden, dass eine Therapie mit dem Eisenchelator Deferasirox (Exjade®) bei betroffenen Patienten im Vergleich zu Placebo das ereignisfreie Überleben (EFS) verlängert.
Obwohl Daten aus retrospektiven Analysen und Registerstudien bereits darauf hingewiesen hatten, dass MDS-Patienten mit Eisenüberladung von einer Therapie mit Eisenchelatoren profitieren, fehlte bisher eine prospektive, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie. Beim ASH stellte Dr. Emanuele Angelucci, Genua, Italien, die mit Spannung erwarteten Daten der Studie TELESTO vor, der ersten randomisierten, doppelblinden Phase-II-Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit des Eisenchelators Deferasirox im Vergleich zu Placebo bei MDS-Patienten mit low/int-1-Risiko und transfusionsbedingter Eisenüberladung evaluiert wurde [1].

225 transfusionsbedürftige Patienten mit MDS (72,4% int-1, die übrigen low-risk) erhielten nach 2:1 Randomisierung entweder Deferasirox (n=149) oder Placebo (n=76). Primärer Studienendpunkt war das EFS, das anhand eines gemischten primären Endpunkts bestimmt wurde, in den Todesfälle und nicht-tödliche Ereignisse durch kardiale und Leberfunktionsstörungen ebenso eingingen wie Transformationen zur AML. Wichtige sekundäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und die Sicherheit.

Wie Angelucci berichtete, war die mediane Behandlungszeit unter Deferasirox im Vergleich zu Placebo um 217 Tage verlängert (587,5 vs. 370,5 Tage); 43,9% der Deferasirox- und 25,0% der Placebo-Patienten erhielten eine Behandlung für mind. 2 Jahre. Das mediane EFS war unter dem Eisenchelator um 349 Tage (1.440 Tage; 95%-KI: 1.167-1.559) länger als unter Placebo (1.091 Tage; 95%-KI: 820-1.348), entsprechend einem um 36,4% reduzierten Risiko, ein Ereignis zu erleiden (HR=0,636; 95%-KI: 0,42-0,96); p=0,015). Das geschätzte 3-Jahres-EFS betrug 61,5% (95%-KI: 52,2-69,6) unter Deferasirox gegenüber 47,3% (95%-KI: 31,8-61,3) unter Placebo. Der EFS-Vorteil betraf alle untersuchten Patientensubgruppen. In der Deferasirox-Gruppe zeigte sich auch ein Trend hin zu einem längeren medianen Gesamtüberleben (1.907 Tage vs. 1.509 Tage unter Placebo; p=0,2). Das Sicherheitsprofil von Deferasirox entsprach den Erwartungen und war konsistent mit früheren Untersuchungen. Wurden die unterschiedlichen Expositionszeiten berücksichtigt, waren die Raten an Nebenwirkungen unter Deferasirox gegenüber Placebo vergleichbar (für Diarrhoe 24,7 vs. 23,9%, für Pyrexie 21,8 vs.18,7%, für Infektionen der oberen Atemwege 16,7 vs. 22,7%, für Husten 12,6 vs. 11,3%), doch traten unter der Therapie mit dem Eisenchelator höhere Serum-Kreatinin-Werte auf (15,9 vs. 0,9%). Angeluccis Fazit: „TELESTO ist die erste prospektive, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie bei MDS-Patienten mit low/int-1-Risiko mit Eisenüberladung, die zeigt, dass die Behandlung mit Deferasirox zu einem längeren EFS im Vergleich zu Placebo führt.“


Mit freundlicher Unterstützung der Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann
Literatur:
1. Angelucci E et al. ASH 2018; Abstract 234.
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