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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 Älterer Patient mit Multiplem Myelom – Standard und Perspektiven

Das mittlere Manifestationsalter der Patienten mit Multiplem Myelom (MM) ist 72 Jahre, ein Großteil ist über 65 und viele sind keine Kandidaten mehr für eine Transplantation. Die sorgfältige Bewertung ihrer Fitness, ihrer Komorbiditäten und weiterer Risikofaktoren bildet die Grundlage für die Wahl der Therapie, so Prof. Dr. Heinz Ludwig, Wien.
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Therapieziele beim MM sind eine schnelle Symptomkontrolle, die Besserung der Lebensqualität, möglichst wenige Nebenwirkungen, ein tiefes Ansprechen (CR, MRD-Negativität), ein langes progressionsfreies (PFS) und Gesamtüberleben (OS) und letztlich die Heilung. Bei älteren Patienten ist vor Beginn einer Therapie eine sorgfältige Bewertung ihrer Fitness, Gebrechlichkeit und ihrer Komorbiditäten erforderlich. Diese und andere Risikofaktoren bilden die Grundlage für die Wahl der Therapie für den individuellen Patienten, erklärte Ludwig. Das biologische Alter wird bei älteren Patienten zunehmend heterogener. Nach ihrem Allgemeinzustand werden sie unterteilt in die Gruppen der fitten, weniger fitten und gebrechlichen Patienten. Prinzipiell wird für fitte jüngere Patienten für die Induktionstherapie eine Kombination aus 3 Substanzen und für gebrechliche ältere Patienten eine Kombination aus 2 Substanzen empfohlen. In Betracht kommt für fitte Patienten mit Hochrisiko-Zytogenetik eine Bortezomib-basierte Therapie, für Patienten mit Neuropathie eine Lenalidomid-basierte und bei Niereninsuffizienz eine Bortezomib- oder IMiD-basierte Therapie und bei keinen besonderen Komorbiditäten eine IMiD- oder Bortezomib-basierte Therapie. Für gebrechliche Patienten ist eine Dosisreduktion angebracht.

Neue Medikamente – vorwiegend in Kombination mit Lenalidomid/Dexamethason (Len/Dex) – haben zu signifikanten Verbesserungen der Therapieergebnisse bei Patienten mit rrMM geführt. Offensichtlich ist Len/Dex wichtig, um das Stroma aufzubereiten, erläuterte Ludwig. Die beste Perspektive für eine weitere erfolgreiche Verbesserung der Behandlungsergebnisse würde ein multimodaler Ansatz bieten. Ludwig: „Wir müssen die Interaktion der Tumorzelle mit dem Stroma unterbinden. Wenn das gelingt, haben wir einen wesentlichen Fortschritt erreicht.“

(as)

Quelle: Satellitensymposium „Therapie des Multiplen Myeloms 2016: Neue Möglichkeiten – bewährte Strategien Statusupdate und interaktive Falldiskussionen aus der täglichen Praxis“, DGHO-Kongress, 16.10.2016, Leipzig; Veranstalter: Celgene


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