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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Mai 2019
Seite 1/3
Adoptiver (T)-Zell-Transfer bei Patienten nach allogener Stammzelltransplantation

K. Maas-Bauer, S. B. Kovacs, R. Zeiser, J. Duyster, J. Finke, Klinik für Innere Medizin I, Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Universitätsklinikum Freiburg.

Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (alloSCT) stellt für eine Vielzahl hämatologischer Erkrankungen immer noch die einzige kurative Therapieoption dar. Trotz Fortschritten in den letzten Jahren gibt es weiterhin einige Faktoren, welche den Therapieerfolg nach Transplantation entscheidend einschränken: Zu den am meisten gefürchteten Komplikationen gehören das Auftreten eines Rezidivs und die Entwicklung einer Graft-versus-host-disease (GvHD). Aber auch Infektionen, begünstigt durch die Immunsuppression tragen maßgeblich zu Morbidität und Mortalität nach alloSCT bei. Es gibt daher viele Ansätze, das Outcome nach Transplantation mittels adoptiver Zelltherapien zu verbessern. Hierbei werden unterschiedliche Ziele verfolgt: Zum einen soll durch den gezielten Transfer von Immunzellen ein verbesserter Graft-versus-Tumor-Effekt (GVT) oder eine verbesserte Immunabwehr geschaffen werden. Zum anderen wird mit einigen Zelltherapien versucht, das Immunsystem so zu modulieren, dass durch Toleranzinduktion die Entstehung einer GvHD verhindert wird.
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Indikation für die alloSCT

Die alloSCT ist eine etablierte Therapie für hämatologische Erkrankungen, die mit konventionellen Therapieregimen nicht heilbar sind. Weltweit wurden in den letzten 50 Jahren mehr als 1 Million alloSCT durchgeführt (1). Obwohl die Methode ursprünglich entwickelt wurde, um primäre Immundefekte und aplastische Anämien zu heilen, werden heutzutage v.a. maligne hämatologische Erkrankungen damit behandelt (2). Die typischen Indikationen für eine alloSCT sind: akute lymphatische Leukämie (ALL), akute myeloische Leukämie (AML), myelodysplastische Syndrome (MDS), chronische myeloische Leukämie (CML), Myelofibrose, aplastische Anämie und paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH). Die alloSCT ist eine therapeutische Option für das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL), follikuläre Lymphome, das Multiple Myelom, Hodgkin-Lymphome sowie für manche T-Zell-Lymphome (3).


Konditionierungsregime und GvHD-Prophylaxe

Die Konditionierungsregime sollen zum einen zu einer Eradikation der malignen Erkrankung führen sowie das Engraftment und den Anti-Tumor-Effekt fördern, und zum anderen eine Abstoßung oder eine GvHD verhindern. Bei der Wahl der Konditionierungsregime werden Faktoren wie Alter, Komorbiditäten, Erkrankung und Remissionsstatus berücksichtigt. Außerdem beinhalten diese Regime verschiedene Modalitäten und Intensitäten: Bestrahlung (total body irradiation), Chemotherapie, monoklonale Antikörper und Targeted-Therapien wie den Einsatz eines Anti-CD45-Antikörpers bei AML (4).

Um eine GvHD, d.h. eine unter Umständen gravierende Reaktion des Spender-Immunsystems gegen Organe (u.a. Haut, Darm, Leber) des Patienten zu vermeiden, wird meistens eine medikamentöse Prophylaxe gegeben, oftmals in der Kombination eines Calcineurin-Inhibitors mit Methotrexat (MTx) oder Mycophenolat Mofetil (MMF) +/- anti-lymphozytäre Antikörper (5). Nach haploidenter Transplantation wurde in den letzten Jahren Cyclophosphamid post-transplant (PTCy) als GvHD-Prophylaxe etabliert (6). Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an Substanzen, deren Rolle in der GvHD-Prophylaxe untersucht wird, wie z.B. Vorinostat, Tocilizumab, Bortezomib (7) und Maraviroc (8).

 
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