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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Dezember 2018 4. Bundestreffen der Selbsthilfegruppe Eierstockkrebs in München

Am 15. September 2018 fand das diesjährige Bundestreffen der Selbsthilfegruppe Eierstockkrebs Deutschland e.V. (www.eskd.de) in München statt. Die von Patientinnen und Angehörigen sehr gut besuchte Veranstaltung wurde von Andrea Krull und Brita Jung organisiert und bot einerseits die Gelegenheit, sich in Vorträgen der medizinischen Experten über die neuesten Erkenntnisse rund um das Thema Eierstockkrebs zu informieren, zum anderen gab es zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Betroffenen, Ärzten und Therapeuten. Prof. Dr. Sven Mahner, Direktor der Frauenklinik der Ludwig-Maximilian-Universität München, stellte dem Verein die Räume seiner Klinik am Standort Innenstadt in der Maistraße zur Verfügung. Auch eine Führung durch die über 100-jährigen Räumlichkeiten der Klinik in der Maistraße wurde angeboten und von vielen Teilnehmerinnen wahrgenommen.
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Fachinformation
Mahner selbst sprach über Behandlungsfortschritte und neueste Erkenntnisse zur Ersterkrankung an Eierstockkrebs. Prof. Dr. Andreas Du Bois, Essen, erläuterte anschaulich die modernen Therapiestrategien bei einem Wiederauftreten der Erkrankung. Prof. Dr. Alfons Meindl, München, erklärte den Anwesenden den aktuellen Stand der Genforschung und stand für die vielen Fragen zum Thema „BRCA-Mutationen und deren Konsequenzen“ zur Verfügung. Über die moderne onkologische Immuntherapie und die Möglichkeiten, diese im Rezidiv einzusetzen, berichtete Dr. Klaus Pietzner, Berlin. In kleinen Gesprächskreisen hatten die Teilnehmerinnen dann die direkte Möglichkeit, sich bei den Ärzten detailliert und weiter zu erkundigen und persönliche Fragen zu stellen. Diskutiert wurden u.a. das Recht der Patientinnen auf eine Zweitmeinung und die Möglichkeiten und Grenzen genetischer Beratung. Es sei für die Prognose der Patientinnen eminent wichtig, dass die Patientinnen in kompetenten Zentren für Eierstockkrebs behandelt würden, waren sich alle Experten einig. Dazu seien umfassende Aufklärung und Beratung der Patientinnen über die Erkrankung und zudem Informationen über qualifizierte und zertifizierte Kliniken nötig, wie sie die eskd auf ihrer Webseite anbietet.

Im Vortrag von Dr. Markus Kuther, Thurgau, wurde der Umgang mit der Angst vor dem Sterben thematisiert. Gemeinsam mit Dipl. Psychologin Anke Hase, Berlin, leitete er anschließend einen sehr emotionalen Gesprächskreis zu diesem extrem angstbesetzten Thema.

Du Bois würdigte in seinem Vortrag das Engagement der Organisatorinnen Andrea Krull (1. Vorsitzende der ESK) und Brita Jung (3. Vorsitzende der ESK) und die wertvolle Arbeit, die der Verein für Frauen mit Eierstockkrebs und deren Angehörige leisten. Dies fand große Anerkennung von allen Anwesenden – sowohl von den Patientinnen als auch von deren Partnern und den Therapeuten.

Wie wichtig für die betroffenen Frauen Möglichkeiten zur Krankheitsbewältigung sind, wurde in dem gut besuchten Nebenprogramm deutlich. „Nana-Recover your Smile e.V.“ bot den Frauen ein professionelles Make-up-Styling mit Fotoshooting an. Die Stiftung Eierstockkrebs Deutschland präsentierte ihr Projekt „Kreativwerkstatt“ mit einem Input zum Thema „Kreativtherapien für starke Patientinnen“, geleitet von Dr. Adak Pirmorady, Berlin. Aus diesem Angebot gab es einen Workshop zum gesundheitsfördernden kreativen Schreiben, der von den Schreibcoaches Susanne Diehm und Jutta Michaud (SUDIJUMI), Berlin, betreut wurde.

Das besondere Engagement der Ärzte der Münchener Frauenklinik zeigte sich auch daran, dass neben Mahner auch PD Dr. Fabian Trillsch, Dr. Alexander Burges und Dr. Thomas Vallbracht aus der Frauenklinik der LMU das Programm das gesamte Wochenende über begleiteten.

Das nächste Bundestreffen der ESK findet vom 12. bis 15. September 2019 in Essen statt.

Dr. rer. nat. Petra Ortner

Quelle: Bundestreffen des Vereins Eierstockkrebs Deutschland e.V., 13.09.-16.09.2018, München


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