Donnerstag, 16. Juli 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Mai 2019
Seite 1/3
Adoptiver (T)-Zell-Transfer bei Patienten nach allogener Stammzelltransplantation

K. Maas-Bauer, S. B. Kovacs, R. Zeiser, J. Duyster, J. Finke, Klinik für Innere Medizin I, Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Universitätsklinikum Freiburg.

Die allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (alloSCT) stellt für eine Vielzahl hämatologischer Erkrankungen immer noch die einzige kurative Therapieoption dar. Trotz Fortschritten in den letzten Jahren gibt es weiterhin einige Faktoren, welche den Therapieerfolg nach Transplantation entscheidend einschränken: Zu den am meisten gefürchteten Komplikationen gehören das Auftreten eines Rezidivs und die Entwicklung einer Graft-versus-host-disease (GvHD). Aber auch Infektionen, begünstigt durch die Immunsuppression tragen maßgeblich zu Morbidität und Mortalität nach alloSCT bei. Es gibt daher viele Ansätze, das Outcome nach Transplantation mittels adoptiver Zelltherapien zu verbessern. Hierbei werden unterschiedliche Ziele verfolgt: Zum einen soll durch den gezielten Transfer von Immunzellen ein verbesserter Graft-versus-Tumor-Effekt (GVT) oder eine verbesserte Immunabwehr geschaffen werden. Zum anderen wird mit einigen Zelltherapien versucht, das Immunsystem so zu modulieren, dass durch Toleranzinduktion die Entstehung einer GvHD verhindert wird.
Anzeige:
Indikation für die alloSCT

Die alloSCT ist eine etablierte Therapie für hämatologische Erkrankungen, die mit konventionellen Therapieregimen nicht heilbar sind. Weltweit wurden in den letzten 50 Jahren mehr als 1 Million alloSCT durchgeführt (1). Obwohl die Methode ursprünglich entwickelt wurde, um primäre Immundefekte und aplastische Anämien zu heilen, werden heutzutage v.a. maligne hämatologische Erkrankungen damit behandelt (2). Die typischen Indikationen für eine alloSCT sind: akute lymphatische Leukämie (ALL), akute myeloische Leukämie (AML), myelodysplastische Syndrome (MDS), chronische myeloische Leukämie (CML), Myelofibrose, aplastische Anämie und paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH). Die alloSCT ist eine therapeutische Option für das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL), follikuläre Lymphome, das Multiple Myelom, Hodgkin-Lymphome sowie für manche T-Zell-Lymphome (3).


Konditionierungsregime und GvHD-Prophylaxe

Die Konditionierungsregime sollen zum einen zu einer Eradikation der malignen Erkrankung führen sowie das Engraftment und den Anti-Tumor-Effekt fördern, und zum anderen eine Abstoßung oder eine GvHD verhindern. Bei der Wahl der Konditionierungsregime werden Faktoren wie Alter, Komorbiditäten, Erkrankung und Remissionsstatus berücksichtigt. Außerdem beinhalten diese Regime verschiedene Modalitäten und Intensitäten: Bestrahlung (total body irradiation), Chemotherapie, monoklonale Antikörper und Targeted-Therapien wie den Einsatz eines Anti-CD45-Antikörpers bei AML (4).

Um eine GvHD, d.h. eine unter Umständen gravierende Reaktion des Spender-Immunsystems gegen Organe (u.a. Haut, Darm, Leber) des Patienten zu vermeiden, wird meistens eine medikamentöse Prophylaxe gegeben, oftmals in der Kombination eines Calcineurin-Inhibitors mit Methotrexat (MTx) oder Mycophenolat Mofetil (MMF) +/- anti-lymphozytäre Antikörper (5). Nach haploidenter Transplantation wurde in den letzten Jahren Cyclophosphamid post-transplant (PTCy) als GvHD-Prophylaxe etabliert (6). Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an Substanzen, deren Rolle in der GvHD-Prophylaxe untersucht wird, wie z.B. Vorinostat, Tocilizumab, Bortezomib (7) und Maraviroc (8).

 
Vorherige Seite

Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken

Schmerzmittel Methadon ist kein Krebsheilmittel - keine falschen Hoffnungen wecken
@ efmukel / Fotolia.com

Das Opioid Methadon sollte nicht zur Tumortherapie eingesetzt werden. Die derzeit vorliegenden Daten aus Labor- und Tierversuchen sowie einer Studie mit 27 Krebspatienten reichen nicht aus, um eine Behandlung zu rechtfertigen. Einige Medienberichte wecken dennoch bei an Leukämie oder Hirntumor erkrankten Patienten die falsche Hoffnung auf Heilung. Methadon ist zur Behandlung starker Schmerzen zugelassen und ein etabliertes Medikament in der Schmerztherapie bei Krebserkrankten. Darauf...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Adoptiver (T)-Zell-Transfer bei Patienten nach allogener Stammzelltransplantation"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden