Samstag, 27. Februar 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Xospata
 
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. Oktober 2020
Seite 1/2
Umfrage 2020 zur Behandlung der Patient*innen in BNGO-Praxen

Patient Reported Outcomes (PRO)

Zur Qualitätssicherung der ambulanten Betreuung von gynäkologischen Tumorpatient*innen und zur Kontrolle ihrer Lebensqualität führt der Berufsverband Niedergelassener Gynäkologischer Onkologen in Deutschland e.V. (BNGO) seit 2012 in regelmäßigen Abständen Umfragen bei Patientinnen und seit diesem Jahr auch Patienten durch, die in den BNGO-Praxen betreut werden. Die aktuelle Umfrage fand im Zeitraum Februar 2020 bis Juli 2020 statt. Erste Ergebnisse von 925 ausgewerteten Fragebögen wurden den beteiligten Praxen erstmals beim BNGO-Jahreskongress in Berlin am 2. und 3. Oktober 2020 vorgestellt.
Umfragen zur Patientenzufriedenheit werden in den BNGO-Praxen bereits seit 2012 in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Sie sind ein Instrument der Qualitätssicherung in den Praxen und dienen zudem der Erfassung der Zufriedenheit mit der Behandlung und der Belastungen durch Krankheit und Therapie. Mit jeder Umfrage wurde der Fragebogen aktualisiert und es wurden Anregungen von Praxen und Patientinnen zur Verbesserung aufgenommen. Die Daten früherer Umfragen wurden mehrfach auf nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt und wissenschaftlich publiziert (1).

Methoden

Die diesjährige Umfrage wurde von Februar bis Juli 2020 in den BNGO-Praxen durchgeführt. Insgesamt wurden 11.300 gedruckte Fragebögen an 113 Praxen versandt, von denen mit Stand September ein Rücklauf der angestrebten 1.500 Bögen erreicht wurde. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 13,27%.

Im Vergleich zu 2017 wurde der Fragebogen um 2 Seiten verkürzt, da sich der 6-seitige Bogen als zu umfangreich erwiesen hatte. Fragen zur Therapie wurden nun vom Praxispersonal ausgefüllt, da sich in der letzten Umfrage das Beantworten dieser Angaben als schwierig für die Patientinnen erwiesen hatte. Darüber hinaus wurden die Fragen nun so strukturiert, dass sie von allen Patient*innen in gleicher Weise ausgefüllt werden konnten – unabhängig davon, in welcher Phase der Behandlung oder der Nachsorge sie sich zum Umfragezeitpunkt befanden. Lediglich für Patient*innen unter Chemotherapie wurden wenige spezifische Zusatzfragen zum Thema Übelkeit und Erbrechen gestellt, die im Fragebogen rot markiert waren.

Neben demographischen Daten, die vom Praxisteam ausgefüllt wurden, beurteilten die Patient*innen ihre Zufriedenheit mit Praxis, Personal und Ärzt*innen anhand von Piktogrammen.

Weiterhin gaben die Patient*innen, wie auch bereits in der letzten Umfrage, ihre allgemeine Belastung durch die Therapie in der vergangenen Woche anhand des NCCN-Stress-Thermometers an (Abb. 1).
 
Abb. 1: Das NCCN-Stress-Thermometer.
Lupe
Abb. 1: Das NCCN-Stress-Thermometer.

Darüber hinaus bewerteten die Patienten die Häufigkeit der aufgetretenen Symptome und Nebenwirkungen unter der Therapie mit nie, selten, manchmal, oft und immer, und stuften anschließend die Belastung durch die einzelnen Symptome und Nebenwirkungen anhand von Piktogrammen ein. Nebenwirkungen und Belastungen durch die Chemotherapie bei den Patient*innen, die eine Chemotherapie erhielten, wurden gesondert erfasst. Auch Langzeitnebenwirkungen wurden dokumentiert.

Ein zusätzlicher Abschnitt befasste sich mit der Anwendung komplementärer Maßnahmen.

Ergebnisse

Demographische Daten
Bis 15.9.2020 wurden 925 Fragebögen eingesandt, deren Ergebnisse den beteiligten Praxen bei der Mitgliederversammlung des BNGO anlässlich des 8. BNGO-Kongresses in Berlin erstmals vorgestellt wurden. Die Auswertung ist noch nicht beendet.

Es liegen vollständige demographische Daten von 897 Patient*innen vor, davon waren 890 weiblichen und 7 Patienten männlichen Geschlechts.

Die Patient*innen waren im Durchschnitt 60 Jahre alt, wobei 43 jünger als 40 Jahre und 56 Patient*innen 80 Jahre oder älter waren. 19% der Frauen waren prä- und 81% postmenopausal.

39% erhielten zum Befragungszeitpunkt eine antihormonelle Therapie und 44% eine Chemotherapie. 18% erhielten supportive oder osteoprotektive Medikamente. 320 Patient*innen wurden zusätzlich mit Anti-HER2-Therapien, CDK4/6-Inhibitoren oder PARP-Inhibitoren behandelt.
Zufriedenheit mit den Praxen, den Ärzt*innen und dem Praxispersonal
Die Ausstattung der Praxen, die Organisation der Sprechzeiten und der Terminvergabe und die Zufriedenheit mit der Betreuung durch die Praxismitarbeiter*innen wurde zu jeweils über 95% mit sehr gut oder gut bewertet. Die Ärzt*innen wurden zu nahezu 100% mit sehr gut oder gut bewertet (Tab. 1).
 
Tab. 1: Beurteilung der betreuenden Ärzt*innen durch die Patient*innen.
Lupe
Tab. 1: Beurteilung der betreuenden Ärzt*innen durch die Patient*innen.
 
Vorherige Seite

Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 

Das könnte Sie auch interessieren

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung
© Alexander Raths / fotolia.com

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der...

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung
© deagreez / Fotolia.com

In Deutschland geht nur gut jeder neunte Mann zur Prostatakrebsvorsorge. 4,65 Millionen und zwar 11,7 Prozent aller anspruchsberechtigten Bürger nahmen im Jahr 2014 die kostenlose Früherkennungsuntersuchung wahr, wie die BARMER GEK zum Weltmännertag am 3. November mitteilt. Damit bleiben Männer Präventionsmuffel. Denn im Jahr 2010 absolvierten 11,41 Prozent den Check. „Eine Krebsvorsorgeuntersuchung kann Leben retten. Je früher Krebs erkannt wird, desto...

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 16. November 2017 findet zum vierten Mal der Welt-Pankreaskrebstag statt. An diesem Tag erstrahlen weltweit zahlreiche Sehenswürdig-keiten in Lila, der offiziellen Farbe des Welt-Pankreaskrebstages – von der Semperoper in Dresden bis zum Rickmer Rickmers Museumsschiff im Hamburger Hafen. Ziel ist es, die breite Öffentlichkeit über die Erkrankung aufzuklären, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und den Patienten und deren Angehörigen Mut zu machen. In...

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?
© Darren Baker / Fotolia.com

Eine seltene Krebsart bringt nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte an ihre Grenzen. Dabei sind seltene Krebsarten gar nicht so selten wie die Bezeichnung vermuten lässt. Rund 100.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer solchen Krebserkrankung. Im aktuellen Monatsthema stellt das ONKO-Internetportal die wichtigsten seltenen Krebsarten, die damit verbundenen Herausforderungen bei der Therapie sowie Initiativen für betroffene Patienten vor.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Umfrage 2020 zur Behandlung der Patient*innen in BNGO-Praxen "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.