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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. Oktober 2020 Malignes Melanom ab Stadium III: Viele Optionen vorhanden

Wie Dr. Peter Mohr, Buxtehude, betonte, gebe es beim malignen Melanom ab Stadium III zahlreiche Therapieoptionen, v.a. bei Vorliegen einer BRAF-Mutation. Darüber hinaus gibt es nun auch die Möglichkeit, eine PD-1-Monotherapie mit Pembrolizumab (Keytruda®) in einem Intervall von 6 statt 3 Wochen zu verabreichen. Dies sei besonders in Corona-Zeiten, wo Patienten seltener in die Praxis kämen, oder auch bei Patienten, bei denen eine adjuvante Therapie diskutabel sei, zu begrüßen, so Mohr.
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„Bezüglich Effektivität und Sicherheit gibt es eine ganze Reihe an verschiedenen KEYNOTE-Studien.“ Diese Studien, betonte Mohr, hätten alle gezeigt, dass sowohl hinsichtlich der Wirksamkeit als auch der Sicherheit keinerlei Einbußen dokumentiert worden sind. Als Beispiel nannte er die Studie KEYNOTE-555, in welcher bei Patienten mit einer Gabe von 400 mg Q6W Pembrolizumab über 2 Jahre die pharmakokinetischen Serum-Konzentrationen sich mit denen der 200 mg-Gabe Q3W als nahezu deckungsgleich erwiesen. Daher waren auch die Ansprechraten (ORR) bei der Kurz-Intervall-Applikation mit 35% und bei 400 mg Q6W mit 38,6% sehr ähnlich. Ebenso wurde kein neues Sicherheitssignal registriert (1).

Neue Daten: Stadium IIIA birgt höheres Risiko

„Gibt es im Stadium II keine sinnvolle adjuvante Therapie, so haben wir im Stadium III die Qual der Wahl“, formulierte Mohr. Hier stehen Checkpoint-Inhibitoren, zuweilen in Kombination (PD-1 + CTLA-4) ebenso zur Verfügung wie Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI), einsetzbar gemäß Mutationsstatus.

In der KEYNOTE-054-Studie zeigte Pembrolizumab eine signifikante Wirkung in allen Subklassifikationen des Tumorstadiums III, inklusive des Stadiums IIIA. Hier konnte das rezidivfreie Überleben (RFS) unter Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo um 44% signifikant verbessert werden (p<0,0001). Ein längeres RFS wurde in allen Stadium-III-Subgruppen unabhängig vom BRAF-Mutationsstatus beobachtet (2).

„Wir bieten eine adjuvante Behandlung bereits ab Stadium IIIA an, insbesondere ab einer Dicke des Sentinel-Lymphknoten-Tumors von 0,5 Millimetern.“ Denn nach neueren Daten scheint das 5-Jahres-Gesamtüberleben (OS) von Patienten im Stadium IIIA erheblich geringer zu sein als bislang angenommen. Mohr führte dazu den Vergleich der Resultate von Gershenwald aus 2017 für ein 5-Jahres-OS von 93% (3) mit neueren Daten an, die lediglich auf 80% kamen (4).

Gerade das Stadium IIIA werde, so der Dermatologe, ein wenig unterschätzt in Bezug auf das Rezidiv-Risiko. Diesen Patienten, die zumindest an der Schwelle zu einem höheren Risiko stehen, könne nunmehr das Regime mit 400 mg Q6W angeboten werden, bei einer Induktion mit 200 mg Q3W über 3-4 Zyklen. Voraussetzung dafür sei allerdings „eine gute Praxis-Patienten-Kommunikation, die gewährleisten muss, dass der Arzt erfährt, wie es dem Patienten jeweils geht.“

Reimund Freye

Quelle: Satelliten-Symposium „Herausforderungen beim Melanom in der adjuvanten und metastasierten Situation“, 10.09.2020, ADO virtual 2020; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Lala M et al. oral presentation at AACR 2020; Abstract CT042.
(2) Eggermont AMM et al. Eur J Cancer 2019; 116:148-57.
(3) Gershenwald JE et al. CA Cancer J Clin 2017; 67(6):472-92.
(4) Madu MF et al. J Clin Oncol 2018;36(15_suppl).


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