Sonntag, 18. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Prevymis
Prevymis
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
24. März 2020

Kopf-Hals-Tumoren: Pembrolizumab allein oder in Kombination auch in der Erstlinie

Bei metastasierten oder nicht resezierbaren rezidivierenden Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region (RM-HNSCC) gelten Checkpoint-Inhibitoren mittlerweile bereits als Standardtherapie. Dabei kann Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie oder allein auch in der Erstlinie eingesetzt werden, wenn die Tumoren PD-L1 exprimieren.
Anzeige:
Bevacizumab
Mit einer Chemotherapie lässt sich beim RM-HNSCC nur in seltenen Fällen ein Langzeitüberleben erreichen. Dies ist durch die Einführung der Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren heute anders geworden, sagte Prof. Dr. Viktor Grünwald, Essen. Schon in der Zweitlinie nach Platin-basierter Chemotherapie haben Checkpoint-Inhibitoren wie Nivolumab und Pembrolizumab (Keytruda®) einen Überlebensvorteil gegenüber der Standardtherapie gezeigt. Mit der Zulassung von Pembrolizumab durch die Europäische Kommission auch für die Erstlinie des RM-HNSCC können Patienten jetzt schon in deutlich früheren Krankheitsstadien von dieser Therapie profitieren.

Grundlage der Zulassung ist die dreiarmige Keynote-048-Studie, in der bei 882 Patienten mit RM-HNSCC Pembrolizumab als Monotherapie oder in Kombination mit Chemotherapie (Carboplatin oder Cisplatin + 5-FU) mit der Standardchemotherapie (Cetuximab + Carboplatin/Cisplatin + 5-FU) verglichen wurde. Bei Patienten mit positivem PD-L1-Expressionsstatus (CPS ≥ 1) wurde sowohl unter der Monotherapie als auch unter der Kombinationstherapie eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (HR=0,74 bzw. HR=0,65; p=0,00002) bei guter Verträglichkeit gezeigt, berichtete Grünwald. Den höchsten Zugewinn an Lebenszeit hatten dabei Patienten mit hoher PD-L1-Expression (CPS ≥ 20) – aber auch Patienten mit niedrigerer Expression profitierten von der Therapie (1).

Basierend auf der neuen Datenlage schlug der Onkologe folgendes Vorgehen in der Erstlinie des RM-HNSCC vor: Bei Tumoren mit hoher PD-L1-Expression (CPS ≥ 20) sollte Pembrolizumab Standardtherapie sein, wobei optional entschieden wird, ob eine Kombination mit der Chemotherapie erfolgt. Bei CPS 1-19 stellen Pembrolizumab und Pembrolizumab + Chemotherapie gleichwertige Standardtherapien dar. Nur bei negativer PD-L1-Expression bleibt die Chemotherapie + Cetuximab noch Behandlungsstandard.

Maria Weiß

Quelle: Satelliten-Symposium „Immunonkologie – breite Erfahrungen beim Melanom und NSCLC, bald auch beim HNSCC in der Erstlinie“, DKK, 21.02.2020, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Burtness B et al. Lancet 2019;394(10212): 1915-1928.


Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Das könnte Sie auch interessieren
Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
Urologen+starten+Themenwoche+Hodenkrebs+vom+27.+bis+31.+M%C3%A4rz+2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen...

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
Bis+zu+40+Prozent+mehr+Leberkarzinome+entdecken+%E2%80%93+dank+Ultraschallverfahren+mit+kombinierten+Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Kopf-Hals-Tumoren: Pembrolizumab allein oder in Kombination auch in der Erstlinie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.