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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Mai 2019
Seite 1/3
Therapiealgorithmen: Systemische Therapie von Osteosarkomen

Osteosarkome zählen zu den häufigsten primären Knochentumoren bei jungen Menschen. Obwohl sie meist heilbar sind, bleiben sie aufgrund der Komplexität und Intensität der Behandlung und ihrer Langzeitmorbidität sowie des erheblichen Anteils der Patienten, bei denen die Behandlung nicht erfolgreich ist, eine bedeutende therapeutische Herausforderung (1). Die derzeit angewendeten Therapieprotokolle basieren auf den Ergebnissen der Studien EURAMOS-1 und EURO-B.O.S.S. (2, 3).
Das Osteosarkom ist ein seltener, maligner Knochentumor mit einer altersstandardisierten Inzidenz von etwa 5 pro Million pro Jahr (4). Die Erkrankung weist eine bimodale Altersverteilung auf, wobei der erste Peak während der Pubertät im Alter von 10 bis 14 Jahren und der zweite Peak im älteren Erwachsenenalter über 65 Jahren liegt. Osteosarkome bestehen aus mesenchymalen Zellen, die Osteoid und unreife Knochenmatrix produzieren (5). Am häufigsten sind der Femur (42%, mit 75% der Tumoren im distalen Femur), die Tibia (19%, mit 80% der Tumoren in der proximalen Tibia) und der Humerus (10%, mit 90% Tumoren im proximalen Humerus) betroffen. Schädel oder Kiefer (8%) und Becken (8%) sind weitere mögliche Körperstellen, an denen Osteosarkome auftreten können (4).

Osteosarkome haben eine hohe Neigung zur Metastasierung in die Lunge. Die Prognose eines lokalisierten Extremitätenosteosarkoms, das allein durch chirurgische Eingriffe behandelt wird, ist schlecht (< 20% 5-Jahres-Überlebensrate) (6). Mit einer systemischen Therapie kann die 5-Jahres-Überlebensrate eines Osteosarkoms je nach Lokalisation bis zu 80% betragen. Das Alter der Patienten korreliert mit dem Überleben, wobei ältere Patienten schlechtere Überlebensraten zeigen (4).

Die Heilung eines Osteosarkoms durch die Kombination einer chirurgischen Extirpation des Primärtumors mit einer Multidrug-Chemotherapie wurde erstmals in den 1970er Jahren erreicht. Im Jahr 2001 starteten 4 -Studiengruppen die Zusammenarbeit EURAMOS (Europäische und Amerikanische Osteosarkomstudien), um Osteosarkom-Studien schneller durchführen zu können und die Auswirkungen einer Veränderung der postoperativen Chemotherapie auf der Grundlage des histologischen Ansprechens auf das Überleben zu bestimmen (2).


Diagnose

Typische Anzeichen und Symptome von Osteosarkomen sind lokale Schmerzen, gefolgt von einer lokalen Schwellung und einer Einschränkung der Gelenkbewegung. Ein Osteosarkom kann durch eine Kombination klinischer und radiologischer Methoden diagnostiziert werden (5). Ergänzend zum konventionellen Röntgen werden Schnittbildverfahren zur Darstellung des Markraumbefalls und des Weichteiltumors durchgeführt. An den Extremitäten, im Schultergürtel- und im Beckenbereich wird hier die Magnetresonanztomographie (MRT) mit Kontrastmittel bevorzugt angewendet (7). Der letzte Schritt zur Bestätigung der Diagnose ist immer die Biopsie. Diese sollte an einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden. Eine Computertomographie (CT) des Brustkorbs ist unerlässlich, um pulmonale Fernmetastasierungen zu erkennen und das Staging zu komplettieren. Knochenmetastasen können mit Hilfe einer Positronenemissionstomographie gefunden werden. Ein multidisziplinärer Ansatz ist notwendig, um eine korrekte Diagnose zu erhalten (orthopädischer Chirurg, Radiologe und Histopathologe) und eine endgültige Behandlung durchzuführen (5).

Zu den prognostischen Faktoren des Osteosarkoms zählen Metastasen bei der Präsentation, das histologische Ansprechen auf die Induktionschemotherapie und der Ort des Primärtumors (mit axialen Läsionen mit schlechtem Ergebnis). Erhöhte Serum-Laktatdehydrogenase und Alkalische Phosphatase-Level sind prognostisch ungünstig (5).

 
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