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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

09. November 2018 Melanom: PD-1-Inhibition in der Adjuvanz

„Die Melanomtherapie hat eine beispiellose Entwicklung gezeigt“, sagte PD Dr. Martin Kaatz, Gera. „Mittlerweile liegen 5-Jahres-Überlebensdaten der Keynote-001-Studie (1) mit Pembrolizumab vor, die zeigen: 41% der nicht vorbehandelten Patienten sind nach 5 Jahren noch am Leben.“ Die Daten bestätigen die dauerhafte antitumorale Wirksamkeit und ein handhabbares Sicherheitsprofil ohne schwerwiegende Langzeittoxizitäten des Anti-PD-1-Antikörpers, so Kaatz.
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Bereits die 4-Jahres-Überlebensraten der Keynote-006-Studie haben 2 Jahre nach Beendigung der Therapie mit Pembrolizumab einen großen Anteil an weiterbestehenden Remissionen vorgewiesen, auch 20 Monate nach Therapieende waren zudem noch 86% progressionsfrei.

„Die Keynote-001-Studie hat außerdem gezeigt, dass auch nach Progress eine Reinitiierung der Therapie erneut ein Ansprechen erzielen konnte: Von 72 Patienten, die Pembrolizumab abgesetzt hatten, erhielten 4 nach initialer kompletter Remission (CR) eine Re-induktion, auf die 2 Patienten mit einer CR und einer „stable disease“ (SD) erneut ansprachen (1).

Die 5-Jahres-Überlebensrate betrug in der Studie Keynote-001 insgesamt 34% für das Gesamtüberleben und 21% für das progressionsfreie Überleben. Bei den mit Ipilimumab vorbehandelten Patienten lagen die Raten bei 41% und 29%. Die Dauer des Ansprechens (DoR) betrug 73% bei vorbehandelten, 82% bei therapienaiven Patienten.


Adjuvante Therapie

Es gab bzw. gibt mehrere Studien zur adjuvanten Gabe, z.B. mit Ipilimumab (EORTC 18071), Pembrolizumab (EORTC 1325/Keynote-054), Nivolumab (CheckMate-238) und Dabrafenib/Trametinib bei BRAF-mutierten Melanomen (COMBI-AD), die bei Hochrisiko-Melanompatienten eine Verbesserung des rezidivfreien Überlebens (RFS) zeigen konnten.

Die Frage, ob sich nach den Ergebnissen der Keynote-054-Studie (2) Pembrolizumab nun auch als adjuvante Therapie empfiehlt, erörterte Prof. Dr. Axel Hauschild, Kiel. In die Studie waren Melanom-Patienten in Stadium III eingeschlossen (15% Stadium A, 47% B, 38% C), die Pembrolizumab (n=514) vs. Placebo erhielten. Das RFS, der primäre Endpunkt, verbesserte sich um 43% in der Pembrolizumab-Gruppe (HR=0,57). Sowohl PD-L1-positive (HR=0,54) als auch -negative Patienten sprachen gut auf die Therapie an (HR=0,47). Es gab keinen Unterschied im Ansprechen bei den Stadien A-C, allerdings beim RFS, das sich bei Patienten in Stadium IIIA um 68% senken ließ (HR=0,32). „Möglicherweise spielt hier die anfängliche Tumorlast eine Rolle“, so Hauschild. „Das erste Rezidiv nach Therapie war in 13,4% der Fälle eine Fernmetastase, aber bei immerhin nur 10,7% handelte es sich um lokoregionäre Rezidive und damit waren diese ersten Rezidive i.d.R. gut behandelbar“, schloss Hauschild.

Einen Ausblick auf kommende Therapieregime beim Melanom gab Dr. Peter Mohr, Buxtehude, anhand aktueller Studien, z.B. die gerade startende Phase-II-Studie IMMU-TARGET (NCT02902042) mit Encorafenib, Binitumumab und Pembrolizumab. Die COMBI-i-Studie (NCT02967692) evaluiert Spartalizumab mit Dabrafenib und Trametinib. „Triple-Therapien haben erhöhte Nebenwirkungsraten, aber man verspricht sich synergistische Effekte.“

ab

Quelle: Symposium „Immunonkologische Therapien – Überlebenserwartung neu definiert“, ADO, 14.09.2018, Stuttgart; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Hamid O et al. ASCO 2018, Abstract 9516.
(2) Eggermont AM et al. AACR 2018 Abstract CT001.


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