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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2017 Malignes Melanom: PD-1-Inhibitor wird zum „Backbone“ in Kombinationtherapien

Mittlerweile gibt es viele Therapieoptionen beim malignen Melanom, als Standard-Kombination zur Induktion hat sich 3 mg/kg Ipilimumab + 1 mg/kg Nivolumab als Erstlinientherapie mit den längsten Überlebensraten gezeigt. Nun ist man auf der Suche nach einem neuen Standard, der neben einem weiteren Überlebensbenefit auch eine geringere Toxizität beinhaltet. Eine Entwickung hierfür ist die Dosis-Senkung von Ipilimumab auf 1 mg/kg, das in der Kombination mit Pembrolizumab weniger toxisch ist als die Standard-Kombination – bei gleicher Wirksamkeit (1), so Prof. Dr. Jeffrey Weber, New York, USA.
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Prof. Dr. Caroline Robert, Villejuif, Frankreich, stellte in ihrem Vortrag die Monotherapie mit einem CTLA-4-Inhibitor oder PD-1-Inhibitor in den Fokus. In der Keynote-006-Studie wurde die Therapie mit Pembrolizumab nach 2 Jahren gestoppt (2). Nach einem Follow-up von mittlerweile fast 3 Jahren befinden sich 24 Patienten in kompletter Remission (CR), 68 in partieller Remission (PR), und bei 12 ist die Erkrankung stabil geblieben (SD). 91% der Patienten hatten bisher keinen Progress. Alle Patienten haben ein anhaltendes Ansprechen, auch nach Beendigung der Therapie.

„Man sucht immer noch nach Möglichkeiten, ein gutes Ansprechen vorherzusagen. Die PD-L1-Expression ist als prädiktiver Marker nicht gut genug, da es sein kann, dass eine PD-L1-Expression über intrinische Signalwege induziert wird – und in diesem Fall erzielt die Checkpoint-Blockade keinen Effekt“, so Robert. Geforscht wird auch an der Rolle des Darm-Mikrobioms beim Ansprechen auf die Checkpoint-Blockade. „Möglicherweise könnte man ein Ansprechen auf PD-1/L1-Inhibitoren durch Probiotika steigern, dies ist aber alles noch im Forschungsstadium“, sagte Robert.


Vielversprechende Kombinationen mit PD-1/PD-L1

In einer Vielzahl werden Kombinationstherapien evaluiert, z.B. Pembrolizumab mit dem IDO-Inhibitor Epacadostat. Erfolgversprechend zeigt sich die PD-1-Blockade beispielsweise auch mit lokal injiziertem T-VEC (3), mit einem TLR-Agonist (4) oder mit lokal injizierten Viren wie dem Coxsackie-Virus (5). Auch Kombinationen mit LAG3-, OX-40- oder CD137-Antikörper würden mit der Immunblockade getestet, zeigte Weber in einer Übersicht über die umfangreiche Studienlandschaft. Zudem werde beim BRAFV600-mutierten metastasierten Melanom sogar eine Tripel-Kombination (6) getes-tet, nämlich der BRAF-Inhibitor Vemurafenib + der MEK-Inhibitor Cobimetinib + der Anti-PD-L1-Antikörper Atezolizumab. „Das Sicherheitsprofil ist handhabbar, die Antitumor-Wirkung vielversprechend“. Von 34 eingeschlossenen Patienten sprachen 29 (85,3%) auf die Therapie an, davon hatten 6 eine CR. Bei 20 der 29 Patienten hält dieses Ansprechen weiterhin nach dem Data-Cut-off an.

„Die PD-1-Blockade kristallisiert sich immer mehr als ein „Backbone“ verschiedener Kombinationstherapien heraus“, sagte Weber.

ab

Quelle: Satellitensymposium „The class of 2017 Melanoma Management: Art oder Maths?“ im Rahmen des 7th European Post-Chicago Melanoma/ Skin Cancer meeting, 30.06.2017, München; Veranstalter: MSD

Literatur:


(1) Carlino M et al. J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 9545).
(2) Robert C et al. presented at ASCO 2017.
(3) Chesney J et al. J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 9509).
(4) Leung A et al. J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 9550).
(5) Pandha H et al. J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr TPS3108).
(6) Sullivan RJ et al. J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 3063).


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