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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. März 2018 Kopf-Hals-Tumoren: Das „Continuum of Care“ anstreben

Analog zu anderen Tumoren wird auch bei den Kopf-Hals-Tumoren nun ein „Continuum of Care“ angestrebt: Durch eine sequenzielle Therapie soll das Leben der Patienten möglichst lange bei guter Lebensqualität erhalten werden.
Mit der Zulassung von Cetuximab wurde bei Kopf-Hals-Tumoren ein therapeutischer Durchbruch geschafft, wobei sowohl die Gesamtüberlebenszeit (OS) als auch die Lebensqualität der Patienten deutlich gesteigert werden konnten. „Die Kombination von Cetuximab mit einer Chemotherapie ist nach wie vor Standard bei Kopf-Hals-Tumoren“, erklärte dazu Prof. Dr. Jürgen Dunst, Kiel.

Die gute klinische Wirksamkeit belegen die Ergebnisse der EXTREME-Studie, in der Cetuximab in der Erstlinientherapie bei Patienten mit rezidiviertem oder metastasiertem Kopf-Hals-Tumor in Kombination mit einer Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie geprüft wurde. Außerdem wurde laut Prof. Dr. Stefan Kaspar, Essen, getestet, inwieweit sich nach Abschluss der Chemotherapie durch eine Erhaltungstherapie mit Cetuximab Behandlungsfortschritte erzielen lassen. Es resultierten unter Cetuximab ein signifikanter OS-Vorteil von 2,7 Monaten sowie eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens. Außerdem ergab sich eine signifikante Erhöhung der Ansprechrate unabhängig von der Art der gewählten Chemotherapie. Die EXTREME-Studie zeigte nach Angaben des Onkologen ferner eine Verbesserung der Lebensqualität unter dem Cetuximab-Regime. Dies ist aus Sicht des Mediziners wahrscheinlich vor allem durch die effektive Anti-Tumor-Wirkung und die damit einhergehende Symptomlinderung bedingt. So wurden im Cetuximab-Arm der Studie sowohl Probleme beim Essen in Gesellschaft gemindert als auch Sprechprobleme und insbesondere Schluckstörungen und Schmerzen.

Untersucht wird nach Kaspar nunmehr, ob sich die Therapieergebnisse beim Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (SCCHN) durch Variationen der Chemotherapie sowie den Einsatz weiterer Substanzen wie Taxanen, Methotrexat und Checkpoint-Inhibitoren noch optimieren lassen. Ziel dabei ist es, durch die Kombination von Cetuximab mit einer Chemotherapie, einer anschließenden Erhaltungstherapie bis zum Tumorprogress oder einer nicht zu tolerierenden Toxizität und mit einer sich daran anschließenden Secondline-Behandlung ähnlich wie bei anderen Tumoren ein „Continuum of Care“ und eine weitere OS-Verbesserung zu erreichen.

Christine Vetter

Quelle: Symposium „350 Jahre Merck – noch immer neugierig“, DKK, 24.02.2018, Berlin; Veranstalter: Merck


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