Dienstag, 26. März 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2018 Immuntherapie des malignen Melanoms: Langanhaltender Überlebensvorteil mit Pembrolizumab

Checkpoint-Inhibitoren haben die Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms einen großen Schritt nach vorn gebracht. Mittlerweile gibt es mehrere Optionen, die sich miteinander messen lassen müssen. Neue Daten belegen anhaltende Wirksamkeitsvorteile der Immuntherapie mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom.
Anzeige:
In der Phase-III-Studie Keynote-006 hatte der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab (Keytruda®) bereits bessere Überlebensergebnisse erzielt als der CTLA-4-Hemmer Ipilimumab (1). Die Studie untersucht Pembrolizumab im Vergleich zu Ipilimumab bei 834 Patienten mit inoperablem Melanom (Stadium III oder IV). Die Patienten waren entweder nicht vorbehandelt (Erstlinientherapie) oder hatten zuvor max. eine systemische Therapie erhalten.

Nun liegen die 4-Jahres-Daten vor, die den Wirksamkeitsvorteil des PD-1-Inhibitors weiter bestärken (2). Das wichtigste Ergebnis: 20 Monate nach Abschluss der zweijährigen Therapie mit Pembrolizumab waren 86% der Patienten weiterhin progressionsfrei. Das progressionsfreie Überleben (PFS) war einer der koprimären Endpunkte der Studie. Für den primären Endpunkt Gesamtüberleben (OS), lag die 4-Jahres-Rate bei 41,7% in den gepoolten Pembrolizumab-Studienarmen im Vergleich zu 34,1% im Ipilimumab-Studienarm. Bei nicht vorbehandelten Patienten betrugen die OS-Raten 44,3% in den gepoolten Pembrolizumab-Armen gegenüber 36,4% im Ipilimumab-Arm (2).

Diese Daten werden von den 5-Jahres-Daten der multizentrischen, unverblindeten Multikohortenstudie der Phase Ib Keynote-001 untermauert. „Dies ist der bisher längste Follow-up für Pembrolizumab“, erklärte Prof. Dr. Axel Hauschild, Kiel. Diese Studie untersucht Pembrolizumab bei verschiedenen Krebserkrankungen, darunter auch bei 655 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom. Ein sekundärer Endpunkt der Studie war das OS. Nach 5 Jahren lag die OS-Rate bei 34% im gesamten Kollektiv der Melanom-Patienten und bei 41% bei nicht vorbehandelten Patienten (3).


RFS-Nutzen in der Adjuvanz beim Hochrisiko-Melanom

Die EORTC1325/Keynote-054 Phase-III-Studie (4) untersuchte Pembrolizumab als adjuvante Therapie bei Patienten mit reseziertem Hochrisiko-Melanom im Stadium III. Die Studienergebnisse zeigten, dass Pembrolizumab das rezidivfreie Überleben (RFS) gegenüber Placebo signifikant um 43% verlängerte (HR=0,57; p<0,0001). Damit zeigte Pembrolizumab als erste Anti-PD-1-Therapie einen Nutzen beim RFS über die Melanom-Stadien IIIA (> 1 mm Lymphknotenmetastase), IIIB und IIIC hinweg. Dieser Nutzen wurde zudem unabhängig vom BRAF-Mutationsstatus beobachtet. Wie Hauschild betonte, steht der breite Einsatz im adjuvanten Bereich für operierte Hochrisiko-Melanom-Patienten kurz bevor.

Dr. Kirsten Westphal

Quelle: Symposium „Redefining Survival Expectations in Melanoma“, 8. European Post-Chicago Melanoma/Skin Cancer Meeting, 29.06.2018, München; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Schachter J et al. Lancet 2017;390(10105):1853-62.
(2) Long GV et al. ASCO 2018; Abstract 9503.
(3) Hamid O et al. ASCO 2018; Abstract 9516.
(4) Eggermont AMM et al. N Engl J Med 2018;378(19):1789-1801.


Das könnte Sie auch interessieren

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 16. November 2017 findet zum vierten Mal der Welt-Pankreaskrebstag statt. An diesem Tag erstrahlen weltweit zahlreiche Sehenswürdig-keiten in Lila, der offiziellen Farbe des Welt-Pankreaskrebstages – von der Semperoper in Dresden bis zum Rickmer Rickmers Museumsschiff im Hamburger Hafen. Ziel ist es, die breite Öffentlichkeit über die Erkrankung aufzuklären, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und den Patienten und deren Angehörigen Mut zu machen. In...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs im Vordergrund.

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Immuntherapie des malignen Melanoms: Langanhaltender Überlebensvorteil mit Pembrolizumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.