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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2018 Fortgeschrittenes malignes Melanom: Immunonkologische Monotherapien im Vergleich

Die CheckMate-238-Studie hat den Nutzen der beiden Checkpoint-Inhibitoren (CIs) Nivolumab und Ipilimumab im adjuvanten Setting beim Stadium-III/IV-Melanom untersucht. Eine neue Auswertung nach 24 Monaten zeigt eine anhaltend bessere Effektivität und Verträglichkeit von Nivolumab (1), das zudem auch eine Option für BRAF-mutierte Patienten darstellt.
„Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben die Prognose von Patienten mit fortgeschrittenem Melanom deutlich verbessert“, betonte Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Essen, im Rahmen eines Symposiums von Bristol-Myers Squibb auf dem Europäischen Post-ASCO-Meeting. Die CIs Nivolumab (Opdivo®) und Ipilimumab (Yervoy®) verstärken die körpereigene T-Zell-vermittelte, gegen den Tumor gerichtete Immunantwort, allerdings über unterschiedliche Wege: Ipilimumab kann als CTLA-4-Inhibitor bereits in der frühen Phase der T-Zell-Aktivierung im Lymphknoten wirken, Nivolumab als PD-1-Inhibitor in der späten Effektorphase in der Mikroumgebung des Tumors. In der adjuvanten Therapie des malignen Melanoms haben beide Immuntherapeutika ein verbessertes rezidivfreies Überleben gezeigt (RFS), Nivolumab aber vor allem eine bessere Verträglichkeit.

In der Phase-III-Studie CheckMate-238 stehen sich die beiden Checkpoint-Inhibitoren im direkten Vergleich gegenüber, bei Melanom-Patienten im Stadium IIIB/C oder Stadium IV mit hohem Rezidivrisiko nach vollständiger chirurgischer Resektion. Eine neue Auswertung nach 24 Monaten zeigt eine anhaltend bessere Effektivität und Verträglichkeit von Nivolumab. Dr. Peter Mohr, Buxtehude, fasste die erstmals auf dem ASCO 2018 vorgestellten 24-Monats-Daten (1) zusammen: Die Ergebnisse zeigten für Nivolumab 3 mg/kg KG bei einer minimalen Nachbeobachtungszeit von 24 Monaten ein statistisch verbessertes RFS von 62,6% gegenüber 50,2% für Ipilimumab 10 mg/kg KG (HR=0,66; p<0,0001). Dieser Vorteil beim primären Endpunkt RFS zeigte sich über alle wichtigen Subgruppen hinweg, einschließlich Krankheitsstadium und BRAF-Mutationsstatus. Damit stellt Nivolumab auch eine Option für BRAF-mutierte Patienten dar.

In einer vorherigen, geplanten Interimsanalyse nach 18 Monaten war die Rate an unerwünschten Ereignissen, die zum Therapieabbruch führen, unter Nivolumab signifikant niedriger (9,7% der Patienten im Nivolumab-Arm im Vergleich zu 42,6% der Patienten im Ipilimumab-Arm). Zudem waren auch die behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse der Grade 3 und 4 niedriger (14,4% der Patienten im Nivolumab-Arm im Vergleich zu 45,9% im Ipilimumab-Arm).

Dr. Kirsten Westphal

Quelle: Symposium „The I-O-Approach in Adjuvant Melanoma – The Beginning of a New Treatment Era?“, 8. European Post-Chicago Melanoma/Skin Cancer Meeting, 28.06.2018, München; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Weber J et al. J Clin Oncol 36, 2018;(suppl; abstr 9502).


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