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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. April 2016 Aktuelle Herausforderungen in der Uro-Onkologie aus Sicht des IQUO-Vorsitzenden

Mit steigendem Lebensalter unserer Bevölkerung nimmt auch die Inzidenz maligner Erkrankungen weiter zu. Durch neue diagnostische und therapeutische Maßnahmen ist es gelungen, bei zunehmend mehr Patienten eine Heilung oder ein Langzeitüberleben zu erreichen. Doch diese Langzeitbehandlung erfordert ein gut abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Diagnostikern und Therapeuten unterschiedlicher Fachdisziplinen und in Klinik und Praxis. Die systemische Therapie urologischer Tumore, insbesondere des Prostatakarzinoms, erfolgt heutzutage meist im ambulanten Setting. Zahlreiche niedergelassene Urologen haben sich daher auf das Gebiet der urologischen Onkologie spezialisiert und sind Mitglieder in unserem Interessensverband IQUO. Da die systemische Therapie von urologischen Krebserkrankungen immer komplexer wird, ist es besonders wichtig, sich kontinuierlich über aktuelle medizinische und gesundheitspolitische Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Dr. Götz Geiges, Vorsitzender der IQUO, schildert uns im Interview seine derzeitigen „Brennpunkte“.
Götz Geiges
Welche Therapien stehen im Vordergrund der urologisch-onkologischen Praxis?

Im Fokus steht natürlich das Prostatakarzinom als häufigster maligner Tumor des Mannes, der mehr als ein Viertel der Krebserkrankungen bei Männern in Deutschland ausmacht – mit steigender Tendenz. Durch neue Methoden zur Früherkennung werden viele Prostatakarzinome bereits im Frühstadium erkannt. Nun ist jedoch das PSA-Screening etwas „in Verruf“ gekommen. Besonders die Amerikaner fahren diese Vorsorgemaßnahme zurück. Wir hier in Deutschland sind damit vorsichtig. Wir befürchten, dass wir mit diesem Vorgehen vermehrt Karzinome in späteren Stadien finden. Diese müssen wir invasiver behandeln. Das widerspricht unserer Intention, die Therapie so schonend wie möglich für die Patienten zu machen. Hierbei ist auch die Frage nach dem Einsatz der MRT-Diagnostik wichtig.

Beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom stellt sich uns momentan die Frage, ob wir die Chemotherapie früher in das Behandlungskonzept integrieren sollten. Dazu gab es im letzten Jahr sehr interessante Studienergebnisse. Die Therapiesequenz steht derzeit auf dem Prüfstand. Hierauf gehen wir in einer der nächsten Ausgaben von JOURNAL ONKOLOGIE näher ein.

Auch die Therapie des Harnblasenkarzinoms – und zwar sowohl in den frühen als auch lokal fortgeschrittenen und metastasierten Stadien – beschäftigt uns in der urologischen Praxis. Es gibt neue Studien und Leitlinien, die wir ebenfalls in einer der folgenden Ausgaben kommentieren werden.

Und natürlich sind auch Nierenzellkarzinome und Hodentumore wichtige Themen, bei denen es eine Fülle neuer Daten gibt, die wir in der urologischen Praxis kennen und umsetzen müssen.


Wie können Sie sicherstellen, dass die onkologische Therapie in der urologischen Praxis qualitätsgesichert abläuft?

Wir führen in unserem Verband zahlreiche Qualitätssicherungsprojekte durch, mit denen wir abbilden, wie die onkologische Therapie in der urologischen Praxis tatsächlich abläuft. Zudem beteiligen wir uns regelmäßig an wissenschaftlichen Studien. Wir veranstalten regelmäßig Fortbildungen und nehmen an internationalen Kongressen teil. Beiträge in Fachjournalen wie JOURNAL ONKOLOGIE tragen dazu bei, die wissenschaftliche Informationen zu verbreiten und das Qualitätsniveau auf dem neuesten Stand zu halten.


Mit welchen gesundheitspolitischen Herausforderungen sehen Sie als niedergelassener urologischer Onkologe sich derzeit konfrontiert?

Ein wichtiger Punkt ist die neue Gebührenordnung (GOÄ) für Ärzte, deren Vorschlag von der Bundesärztekammer abgelehnt worden ist. Der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) hat zwar Akteneinsicht über die Gründe der Ablehnung verlangt, diese aber bisher nicht erhalten. Besonders die vorgesehene Gemeinsame Kommission zur Weiterentwicklung der GOÄ (GeKo) aus BÄK, PKV und Beihilfe lehnen wir als Berufsverband ab, denn sie konterkariert in ihrer geplanten Form die Freiberuflichkeit der ärztlichen Tätigkeit. Wir im IQUO setzen uns ebenfalls wie der BDU für eine Anpassung und Weiterentwicklung der bestehenden GOÄ ein. Für die älteren Kollegen ist ganz wichtig, ob wir als niedergelassene Ärzte so wie bisher üblich unsere Kassenarztsitze weiter veräußern können, oder ob dies durch den Gesetzgeber zukünftig verhindert wird.

 
IQUO e.V.
Geschäftsstelle
Friedenstraße 58
15366 Neuenhagen
Tel:  (03342) 42 68 9 – 50
Fax: (03342) 42 68 9 – 60
E-Mail: info@iq-uo.de
Internet: www.iq-uo.de

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