Donnerstag, 5. Dezember 2019
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Vaginalkarzinome sind in den meisten Fällen maligne Tumore des Plattenepithels

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Beim Vaginalkarzinom (Scheidenkrebs) wird differenziert zwischen den Tumoren, die direkt in der Scheide entstehen (primäre Vaginalkarzinome) und Tumoren, die von der Zervix oder anderen Organen in die Vagina infiltrieren (sekundäre Vaginalkarzinome). Circa 60% aller Scheidentumore entstehen sekundär.

Histologisch betrachtet handelt es sich bei über 95% der Vaginaltumore um ein Plattenepithelkarzinom.

Entsprechend der TNM-Klassifikation wird beim Vaginalkarzinom in der Tumorausbreitung unterschieden zwischen

- T1: Vaginalwand,

- T2: Paravaginales Gewebe,

- T3: Beckenwand und

- T4: Schleimhaut von Blase/Rektum, jenseits des Beckens.

 

In der Regel treten erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome wie z.B. ein vermehrter Ausfluss oder irreguläre Blutungen auf.

Die Diagnosestellung erfolgt mittels Biopsie.

Bei der Therapie wird je nach Erkrankungsstadium unterschieden. Lokalisierte, operable Tumore (Tis, T1) sollten weit im Gesunden chirurgisch entfernt werden (wide excision). Bei multifokalen Läsionen ist eine partielle oder totale Kolpektomie indiziert. Eine andere Option (insbesondere bei multifokalen Tis) wäre die intrakavitäre Brachytherapie der Vagina. Eine Alternative stellt außerdem die CO2-Laser-Exzision (bei lokalisierten Tis) dar.

Bei den lokal fortgeschrittenen, inoperablen Tumoren (T2-T4) ist eine Radiochemotherapie erforderlich. Die Radiotherapie sollte bestehen aus einer Brachytherapie mittels Afterloading-Technik, einer perkutanen Teletherapie zur Bestrahlung der Parakolpien, der Parametrien und der Lymphabflusswege Richtung Beckenwand.

Bei der Chemotherapie wird Cisplatin evtl. in Kombination mit Paclitaxel empfohlen.

Mehr zum Thema Vaginalkarzinom finden Sie hier auf  www.journalonko.de

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