Dienstag, 4. August 2020
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Das Pankreaskarzinom ist die vierthäufigste Krebstodesursache

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Im Jahr 2010 erkrankten in Deutschland über 16.000 an Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Erkrankungs- und Sterberaten sind nahezu identisch. Im Vergleich zu anderen Tumorarten weist das Pankreaskarzinom die niedrigste Überlebensrate auf und ist derzeit die vierthäufigste Krebstodesursache.

Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 71 Jahren und für Frauen bei 75 Jahren. Aufgrund der sich verändernden Altersstruktur in Bevölkerung ist mit einer Zunahme an dieser Krebsart zu rechnen. Nach Schätzungen wird das Pankreaskarzinom im Jahr 2030 die zweithäufigste Krebstodesursache sein.

Als gesicherter Risikofaktor gilt der Tabakkonsum. Auch Adipositas wird als Risikofaktor diskutiert. Pankreaskrebs verursacht in den frühen Stadien keine oder nur wenige Symptome, so dass er häufig erst in einem späten Stadium diagnostiziert wird.

Wegweisend für die Diagnose eines Pankreaskarzinoms sind: Eine Pankreasraumforderung in der Bildgebung, ein hohes CA19-9 sowie Metastasen oder . Die S3-Leitlinie Pankreaskarzinom empfiehlt die Diagnose histologisch zu sichern, da die Histologie Voraussetzung für eine tumorspezifische Therapie ist. Etwa 95% der exokrinen Pankreaskarzinome sind Adenokarzinome. Differenzialdiagnostisch davon abzugrenzen sind neuroendokrine Tumoren, Autoimmunpankreatitis, Sarkom oder Lymphom.

Zum Zeitpunkt der Diagnose sind ca. 20% der Pankreaskarzinome operabel. Bei Tumoren, die als grenzwertig operabel eingestuft werden, sollte nach Empfehlung der S3-Leitlinie eine Operation angestrebt werden Etwa 40% der Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine metastasierte Erkrankung. In diesem Krankheitsstadium ist eine Operation nicht mehr sinnvoll.

Patienten mit einer metastasierten Erkrankung werden mit einer Chemotherapie behandelt. Als Chemotherapieoptionen stehen zur Verfügung: Gemcitabin, Gemcitabin plus Erlotinib, nab-Paclitaxel plus Gemcitabin, FOLFIRINOX. Die Auswahl des Chemotherapieregimes richtet sich nach dem Allgemeinzustand und nach dem Wunsch des Patienten.

Da Patienten mit Pankreaskarzinom häufig an Ernährungsstörungen und Schmerzen leiden, hat die Supportivtherapie einen sehr hohen Stellenwert. Wichtig ist auch die Thromboseprophylaxe.

Patienten, die operiert werden konnten, haben einen Vorteil von einer adjuvanten Therapie mit Gemcitabin bezüglich des krankheitsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens.

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