Mittwoch, 19. Juni 2019
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Mammakarzinom: Charakterisierung von Brustkrebs ermöglicht individualisierte Therapie

© Nobilior / Fotolia.com

Das Mammakarzinom ist eine sehr heterogene Krebsart. Heute sind zahlreiche molekulare Subtypen bekannt, die unterschiedlich aggressiv sind.

Zwei wichtige Tumormerkmale, an denen sich die Therapie orientiert sind der Hormonrezeptorstatus und der HER2-Status. Patientinnen, deren Tumoren Östrogenrezeptor- oder Progesteronrezeptor-positiv reagieren, werden antihormonell mit Tamoxifen oder einem Aromatasehemmer behandelt, um die Tumorwachstums-fördernde Hormonproduktion zu hemmen. Bei Patientinnen mit einem niedrigen Rezidivrisiko (Luminal A Subtyp) kann unter Umständen auf eine Chemotherapie verzichtet werden.

Etwa jede 5. Brustkrebspatientin hat einen HER2-positiven Brustkrebs. Hierbei wird der HER2-Rezeptor auf der Tumorzelloberfläche überexprimiert. Für diese Patientinnen stehen mittlerweilen mehrere spezifische Therapien zur Verfügung. Dazu gehört der Antikörper Trastuzumab, den es auch als Konjugat gekoppelt mit dem Zytostatikum Emtansin gibt, der Antikörper Pertzumab und der Tyrosinkinase-Inhibitor Lapatinib.

Durch die immer besser werdende Definition von Subgruppen ist es möglich, die Brustkrebstherapie zunehmend individueller zu planen und durchzuführen mit besseren Therapieergebnissen. Das Risiko ein Brustkrebsrezidiv zu erleiden, kann mittels Gentests bestimmt werden. Die onkologische Fachzeitschrift JOURNAL ONKOLOGIE berichtet darüber, welche Tests die Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie (AGO) Kommission Mamma in ihren aktuellen Leitlinien empfiehlt. 

Der triple negative Brustkrebs (TNBC) weist nicht die klassischen Merkmale auf (Östrogen-, Progesteron- oder HER2-Rezeptoren) und kommt bei 12 bis 15% aller Brustkrebspatientinnen vor. 15% aller Patientinnen mit triple-negativem Mammakarzinom weisen eine vererbbare Mutation in einem der 17 bekannten Brustkrebsrisikogene auf. In etwa zwei Drittel der Fälle sind die Tumorsuppressorgene BRCA1 und BRCA2 mutiert. BRCA1 und BRCA2 sind die maßgeblichen Gene, die, wenn sie mutiert sind, in einem hohen Prozentsatz zu Brust- und auch Eierstockkrebs führen. Beide Gene können sicher mit einem Gentest nachgewiesen werden. Etwa 5-10% aller Brustkrebserkrankungen sind genetisch bedingt.

Bild: Mamma - Nobilior - Fotolia

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