Freitag, 18. Oktober 2019
Navigation öffnen

Leitlinien: Entscheidungshilfen für den Arzt

© madgooch / Fotolia.com

Leitlinien stellen „wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen für die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen dar“ (1).

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) koordiniert seit 1995 die Entwicklung von Leitlinien (2). Entsprechend den methodischen Empfehlungen der AWMF sollten Leitlinien „die Diagnostik, Indikation, Gegenindikation, Therapie einschließlich adjuvanter Maßnahmen und Nachbehandlung“ berücksichtigen (3). Leitlinien sind für den Arzt im Gegensatz zu Richtlinien nicht verbindlich (2).

Die Leitlinien der AWMF-Mitgliedsgesellschaften werden je nach Entwicklungsstufe in 3 Klassen eingeteilt:

S1-Leitlinien sind „von einer repräsentativen Expertengruppe im informellen Konsens erarbeitet“ und als „Empfehlungen“ zu verstehen (3).

Für S2-Leitlinien sind eine formale, evidenzbasierte Bewertung oder eine formales Konsensusverfahren die Grundlage (3). Bei strukturierten Konsensustechniken stellen Expertengruppen das Steuergremium dar, um qualitätsgesicherte Empfehlungen verabschieden zu können.

Bei S3-Leitlinien werden „alle Elementen einer systematischen Entwicklung (Logik-, Entscheidungs- und "Outcome"-Analyse)“ berücksichtigt (3).

Mehr Details zu den einzelnen Leitlinien können Sie unter www.journalonko.de nachlesen.

Literatur:

  1. http://www.leitlinien.de/leitlinienmethodik/leitlinienbewertung/agree
  2. http://www.awmf.org/leitlinien.html
  3. http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/Werkzeuge/Publikationen/methoden.pdf

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

Neue Daten der TAILORx-Studie bestätigen Bedeutung des Oncotype DX Brustkrebstests für die Chemotherapie-Planung

Neue Daten der TAILORx-Studie, in JAMA Oncology veröffentlicht, erweitern die solide Evidenzbasis und bestätigen die einzigartige Fähigkeit des Tests Oncotype DX Breast Recurrence Score® als Entscheidungshilfe in der Chemotherapie-Planung. Klinische Ergebnisse bei Patientinnen mit hohem Wert im Recurrence Score® Test wurden in einem Vortrag auf dem ESMO-Kongress 2019 vorgestellt. Mit der vierten Publikation in einer wissenschaftlichen...

EANO-ESMO-Klassifikation leptomeningealer Metastasen prognostisch relevant

In der EANO-ESMO-Klassifikation von leptomeningealen Metastasen (LM) steht das Vorhandensein von Tumorzellen in der zerebrospinalen Flüssigkeit (CSF) im Zusammenhang mit dem Outcome der betroffenen Patienten und kann somit als prognostischer Faktor gesehen werden. Dabei scheint dies eine größere prognostische Rolle zu spielen als die klassische Bildgebung. Die von der EANO-ESMO vorgeschlagene Einteilung in LM-Subtypen sollte daher im Design klinischer Studien...

Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Radiochemotherapie bleibt Therapiestandard

Eine neue Studie (1) untersuchte, ob bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom eine der Standardtherapie vorgeschaltete Chemotherapie das Rückfallrisiko senkt und das Überleben verbessert. Das war nicht der Fall – im Gegenteil, die zusätzliche Therapie ging sogar mit einem schlechteren progressionsfreien 3-Jahres-Überleben einher. Behandlungsstandard bleibt in fortgeschrittenen Stadien die Radiochemotherapie.

Magenkarzinom: Aktualisierte S3-Leitlinie zu Diagnostik und Therapie

Das Leitlinienprogramm Onkologie (OL) hat die aus dem Jahr 2012 stammende S3-Leitlinie Magenkarzinom aktualisiert. Unter Federführung der DGVS wurden alle bestehenden Behandlungsempfehlungen für das Magenkarzinom und für Tumoren des Mageneingangs überprüft und wenn nötig überarbeitet. „Wir haben auch neue Empfehlungen formuliert, unter anderem zur Prävention und zur neoadjuvanten sowie palliativen Chemotherapie“, erläutert...

Bei Patienten unter modernen Tumortherapien invasive Mykosen im Blick behalten

Die vom 23. bis 27. September 2019 stattfindende Fungal Disease Awareness Week soll dazu beitragen, die Aufmerksamkeit für Pilzerkrankungen zu erhöhen. Obwohl Pilzinfektionen wesentlich zur Morbidität und Mortalität des Menschen beitragen, werden die Auswirkungen weithin unterschätzt (1). So sterben beispielsweise mehr Menschen an invasiven Mykosen als an Malaria (2) und in etwa so viele wie an Tuberkulose (3). „Think fungus“ – so der Aufruf des...

Metastasiertes oder lokal fortgeschrittenes kutanes Plattenepithelkarzinom: Fast jeder zweite Patient spricht auf Cemiplimab an

Für Patienten mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem kutanen Plattenepithelkarzinom (cSCC), die nicht mittels Operation oder Bestrahlung kurativ behandelt werden können, wurde im Juli 2019 mit Cemiplimab ein neuer PD1-Checkpoint-Inhibitor zugelassen. Beim ADO-Kongress in Ludwigshafen präsentierten Experten hochaktuelle Daten, die auf hohe Ansprech- und Krankheitskontrollraten schließen lassen.

Neue Leitlinie zur Behandlung älterer Patienten vorgestellt: „Das geriatrische Assessment muss verändert werden“

Es gibt mittlerweile zahlreiche Methoden, mit denen die Probleme und noch erhaltenen Funktionen eines älteren Patienten bewertet werden. Bei diesem geriatrischen Assessment geht es in der ersten Stufe darum, ob es sich bei einer älteren Person überhaupt um einen Patienten mit Bedarf an geriatrischer Behandlung handelt. In einer zweiten Stufe kommen standardisierte Testverfahren unterschiedlicher diagnostischer Tiefe hinzu, teils als Befragung, teils als durchzuführende...