Montag, 9. Dezember 2019
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Leitlinien: Entscheidungshilfen für den Arzt

© madgooch / Fotolia.com

Leitlinien stellen „wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen für die angemessene ärztliche Vorgehensweise bei speziellen gesundheitlichen Problemen dar“ (1).

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) koordiniert seit 1995 die Entwicklung von Leitlinien (2). Entsprechend den methodischen Empfehlungen der AWMF sollten Leitlinien „die Diagnostik, Indikation, Gegenindikation, Therapie einschließlich adjuvanter Maßnahmen und Nachbehandlung“ berücksichtigen (3). Leitlinien sind für den Arzt im Gegensatz zu Richtlinien nicht verbindlich (2).

Die Leitlinien der AWMF-Mitgliedsgesellschaften werden je nach Entwicklungsstufe in 3 Klassen eingeteilt:

S1-Leitlinien sind „von einer repräsentativen Expertengruppe im informellen Konsens erarbeitet“ und als „Empfehlungen“ zu verstehen (3).

Für S2-Leitlinien sind eine formale, evidenzbasierte Bewertung oder eine formales Konsensusverfahren die Grundlage (3). Bei strukturierten Konsensustechniken stellen Expertengruppen das Steuergremium dar, um qualitätsgesicherte Empfehlungen verabschieden zu können.

Bei S3-Leitlinien werden „alle Elementen einer systematischen Entwicklung (Logik-, Entscheidungs- und "Outcome"-Analyse)“ berücksichtigt (3).

Mehr Details zu den einzelnen Leitlinien können Sie unter www.journalonko.de nachlesen.

Literatur:

  1. http://www.leitlinien.de/leitlinienmethodik/leitlinienbewertung/agree
  2. http://www.awmf.org/leitlinien.html
  3. http://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/Werkzeuge/Publikationen/methoden.pdf

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