Mittwoch, 19. Juni 2019
Navigation öffnen

Inzidenz des Prostatakarzinoms steigt stetig an

© CLIPAREA.com / Fotolia.com

Das Prostatakarzinom (PCA) ist in der westlichen Welt der häufigste maligne Tumor bei Männern und die dritthäufigste Krebstodesursache. Die Zahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahren stetig angestiegen und lag laut Robert-Koch-Institut im Jahr 2014 bei über 70.000.

Nach Diagnosestellung werden die Patienten anhand verschiedener Kriterien in drei Risikogruppen (low risk, intermediate risk und high risk) eingeteilt. Für die Verlaufskontrolle kommt als Tumormarker das Prostata-spezifische Antigen (PSA) zum Einsatz.

Die Therapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom ist die radikale Prostatektomie mit ausgedehnter pelviner Lymphadenektomie bzw. die externe Strahlentherapie, ggf. in Kombination mit einer Androgendeprivation (Anti-Hormon-Therapie). Beim fortgeschrittenen und metastasierten Stadium nimmt die antihormonelle Therapie den wichtigsten Stellenwert ein. Auch wenn es sich dabei um ein palliatives Therapiekonzept handelt, können damit eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität sowie des Langzeitüberlebens erreicht werden. Zur antihormonellen Therapie stehen verschiedene Konzepte zur Verfügung. Eine Möglichkeit stellt die Androgenablation/-deprivation dar. Diese kann entweder chirurgisch mittels operativer Kastration (bilaterale/subkapsuläre Orchiektomie) oder alternativ auch medikamentös erfolgen. Hierfür stehen zwei verschiedene Substanzgruppen zur Verfügung: LHRH-Agonisten und LHRH-Antagonisten (LHRH=Luteinisierendes Hormon Releasing Hormon). Darüberhinaus stellt die Androgenblockade auf Rezeptorebene (kompetitive Inhibition) in der Peripherie eine Therapieoption dar. Dies kann mit steroidalen oder nicht-steroidalen Antiandrogenen erfolgen. Trotz antihormoneller Therapie kommt es allerdings nach etwa 12-24 Monaten zu einem erneuten PSA-Progress und der Prostatakrebs tritt in ein kastrationsresistentes Stadium über. Zur Behandlung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) werden beispielsweise Abirateronacetat oder eine systemische Chemotherapie mit Docetaxel und Prednisolon eingesetzt. Nach Chemotherapie-Versagen können Enzalutamid oder Cabazitaxel zur Verwendung kommen. Beim Vorliegen von Knochenmetastasen steht mit Radium-223 (Alpharadin) eine weitere Behandlungsoption zur Verfügung.

Detaillierte Informationen zu neuen Studienergebnissen finden Sie hier auf www.journalonko.de.

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren
Anzeige:

News

ASCO-Highlights: Tumorzelleigenschaften und onkogene Subgruppen rücken weiter in den Fokus

Das Motto des diesjährigen amerikanischen Krebskongresses ASCO lautete „Caring for every patient, learning from every patient“. Alle Patienten sollen Zugang zu einer State-of-the-Art-Diagnostik und Therapie erhalten und gleichzeitig soll jeder Patient zu neuen Erkenntnissen der klinischen Forschung beitragen. „Treibermutationen gezielt zu adressieren und die Immuntoleranz mittels PD-1/-L1-Inhibitoren zu durchbrechen, sind 2 Grundpfeiler einer biologisch rationalen...

Apalutamid + ADT verlängert rPFS und OS beim mCSPC

Auf dem ASCO wurden erste Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie TITAN vorgestellt, denen zufolge der next-generation Androgenrezeptor-Inhibitor Apalutamid im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit metastasiertem kastrationssensitiven Prostatakarzinom (mCSPC) jeweils zusätzlich zu einer kontinuierlichen Androgendeprivationstherapie (ADT) das radiographische progressionsfreie Überleben (rPFS) sowie das Gesamtüberleben (OS) signifikant verlängert. Das...

nmCRPC: Darolutamid verzögert die Zeit bis zum Auftreten von Metastasen oder der Verschlimmerung von Schmerzen

Darolutamid verlängert das metastasenfreie Überleben (MFS) von Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC) bei gleichzeitig guter Verträglichkeit und unter Erhalt der Lebensqualität im Vergleich zu Placebo. Darüber hinaus verzögert der Androgenrezeptor-Antagonist die Verschlimmerung von Schmerzen und Krankheits-bedingten Symptomen, so die Ergebnisse der auf dem ASCO präsentierten ARAMIS-Studie.
 

Therapieresistentes Prostatakarzinom: Epigenetischer Stopp-Schalter entdeckt

Freiburger Forscher haben eine neue Möglichkeit entdeckt, um das Wachstum von Prostatakrebszellen zu blockieren, bei denen bislang etablierte Therapien nicht mehr wirken. Sie entschlüsselten die Struktur und den Wirkmechanismus des Enzyms KMT9, das zur Gruppe der Histon-Methyltransferasen gehört. Diese heften durch post-translationale Modifikation Methylreste an die Histone. Wird die KMT9-Bildung blockiert, sterben selbst vollständig therapieresistente Tumorzellen ab,...