Freitag, 5. Juni 2020
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Anrodgendeprivation: Behandlung des Prostatakarzinoms

ADT

© CLIPAREA.com / Fotolia

Androgendeprivation ist eine Antihormontherapie, die hauptsächlich in der Therapie Prostatakarzinoms Anwendung findet. Durch Medikamente (z.B. Antiandrogene, luteinisierendes Hormon Releasing-Hormon(LHRH)-Agonisten oder Antagonisten) oder eine Operation (Orchiektomie) reduziert die Androgendeprivation das Level der Androgene.
 
Hintergrund: Androgene stimulieren das Wachstum von Prostatakarzinomzellen. Die hauptsächlich vorkommenden Androgene, Testosteron und Dihydrotestosteron, werden vor allem im Hoden, aber auch in der Nebenniere, produziert.
 
Die Androgendeprivation in Form einer operativen Kastration wird seit 1940 zur Behandlung von Prostatakrebs durchgeführt. Verschiedene Mechanismen, wie beispielsweise die Persistenz von intratumoralem Androgen trotz Kastration, erhöhte Androgenrezeptor(AR)-Proteinexpression, mutierte Formen von aktivem AR, die erhöhte Aktivität von AR-koregulierenden Proteinen und die Überaktivierung anderer proliferativer Signalwege führen nach einer medianen Dauer von 18 Monaten zu einem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (CRPC, castration resistant prostate cancer).
 
Pharmakologische Androgendeprivation:
 
Antiandrogene
Antiandrogene binden an den AR und blockieren so die Bindung von Androgenen an diesen.
 
LHRH-Agonisten
LHRH-Agonisten (LHRH-Analoga) verringern die Testosteronproduktion im Hoden. Da hierbei der LHRH-Rezeptor stimuliert wird, steigt das Serum-Testosteronlevel zunächst an („flare phenomenon“), was für einige Patienten lebensbedrohlich sein kann. Dies kann durch eine Vorbehandlung mit Antiandrogenen verhindert werden. Akute Nebenwirkungen sind Hitzewallungen, Libidoverlust und erektile Dysfunktion. Chronische Nebenwirkungen sind Muskel-Skelett-Erkrankungen, hämatologische und kardiovaskuläre Ereignisse.
 
LHRH-Antagonisten
Auch LHRH-Antagonisten verringern die testikuläre Testosteronproduktion. Sie blockieren den LHRH-Rezeptor. Im Gegensatz zu den LHRH-Analoga kommt es zu keinem initialen Androgenanstieg. Allergische Reaktionen und das QT-Syndrom können u.a. als Nebenwirkungen auftreten.
 
CYP17-Inhibitoren
Da auch die Nebennieren aus Cholesterol-Vorstufen Androgene bilden können, lässt  sich die  Stimulation des Prostatakarzinoms durch Hemmung der testikulären Testosteronproduktion nicht vollständig  blockieren. Durch die Inhibition von Cytochrom P450 17 (CYP17), das den letzten Schritt in der Androgenbiosynthese katalysiert, wird die Bildung von Androgenen in der Nebenniere gehemmt.
 
Auf www.journalonko.de erfahren Sie mehr zum Thema Anrodgendeprivation.

Literatur:

1. Yoo S, Choi SY, You D et al. New drugs in prostate cancer. Prostate Int 2016; 4(2):37-42.
2. Perlmutter MA, Lepor H. Androgen deprivation therapy in the treatment of advanced prostate cancer. Rev Urol 2007; 9(Suppl 1):S3-S8.

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